Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Wieso der Mörsbacher Ben Silas Kribelbauer jetzt die 5,00-Meter-Traumgrenze anvisieren kann

Die 5,00-Meter-Marke will Stabhochspringer Ben Silas Kribelbauer vom LAZ Zweibrücken in diesem Jahr unbedingt knacken.
Die 5,00-Meter-Marke will Stabhochspringer Ben Silas Kribelbauer vom LAZ Zweibrücken in diesem Jahr unbedingt knacken.

Der Stabhochspringer ist im Vorjahr ordentliche 16 Zentimeter gewachsen, Rückenschmerzen plagten ihn. Der 17-Jährige hat das aber gut in den Griff bekommen.

Dafür dass die Hallensaison 2024/25 nicht gut lief, ist Stabhochspringer Ben Silas Kribelbauer vom LAZ Zweibrücken wirklich prima in die Freiluftsaison reingekommen. Mitte Mai sprang er in Wasserburg mit 4,90 Meter schon eine neue Bestleistung. Und keine Woche später, bei wenig idealen Bedingungen im südpfälzischen Bad Bergzabern, wurde er hinter seinem guten Kumpel und Vereinskollegen Lars Urich Zweiter mit 4,82 Meter. „Da hatte ich auch drei gute Versuche über 5,02 Meter. Einmal war ich eigentlich schon drüber, hab’ die Latte nur mit dem Arm gerissen“, erzählt der 17-jährige Mörsbacher. „Die Höhe ist für ihn in diesem Jahr auf jeden Fall drin“, schätzt sein Vereinstrainer Alexander Gakstädter. Er traut Kribelbauer durchaus auch zu, noch die Norm von 5,12 Meter für die U20-Europameisterschaften im finnischen Tampere vom 7. bis 10. August zu knacken.

Am vergangenen Wochenende versuchte sich Kribelbauer beim „Touch the Clouds“-Festival in Gräfelfing am nächsten Höhenflug. „Ich will unbedingt in diesem Jahr die 5,00 Meter springen, die 5,12 wären ein Traum“, sagt er. In Gräfelfing übersprang er 4,82 Meter. „Die 5,00 Meter habe ich dann dreimal gerissen, weil ich zu nervös war, um technisch das zu machen, was für diese Höhe nötig ist“, sagte er selbstkritisch zu seinem zweiten Platz, erneut hinter seinem Haßlocher und Bald-Saarbrücker Freund Urich.

Vermehrte Physiotherapie hilft enorm

Dabei sah es im Winter gar nicht so gut aus für den U18-EM-Teilnehmer des Vorjahres und RHEINPFALZ-Sportlerwahl-Sieger 2024. Sein Wachstumsschub mit 16 Zentimetern in einem Jahr machte ihm da immer noch zu schaffen. Training war nur eingeschränkt möglich. Rückenschmerzen plagten ihn, machten den Ausstieg und neuen Aufbau nach den Hallen-Landesmeisterschaften nötig. Da half ihm dann aber sein neuer Status als Nachwuchskader-Sportler des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Neben den sechsmal Training pro Woche und zweimal Krafttraining hat er inzwischen auch nach jeder Einheit Physiotherapie. „Das hilft wirklich extrem und beugt den meisten Verletzungen vor“, hat Kribelbauer erkannt. Muskeln und Masse hat er aufgebaut, macht viele Stabilisationsübungen mit dem eigenen Körpergewicht. „Bis jetzt läuft es körperlich wirklich gut, es gibt keine Wehwehchen“, sagt er zufrieden.

Führerschein und Berufspraktikum stehen demnächst auch für den 17-Jährigen an.
Führerschein und Berufspraktikum stehen demnächst auch für den 17-Jährigen an.

Im Sommer und bis er im November 18 Jahre alt wird, gibt es neben dem Leistungssport aber noch andere Herausforderungen. Wie den Auto-Führerschein. „Ich bin dran. Die Theorie-Stunden habe ich alle gemacht und die App vor zwei Monaten schon mal voll durchgearbeitet“, erzählt er. Das kollidiert natürlich in der Saison mit dem Training und den Wettkämpfen. „Ich brauche sicher noch mal ein paar Fahrstunden, um da wieder reinzukommen“, weiß er.

Schulpraktika im Mörsbacher Kindergarten

Und an seiner neuen Schule, der BBS Zweibrücken, an die er vor dem Schuljahr gewechselt ist, steht vier Wochen vor den Sommerferien ein Schulpraktikum an. Das will er wie bereits ein früheres im Mörsbacher Kindergarten absolvieren – wie dann auch weitere Praktika im kommenden zwölften Schuljahr auf dem Weg zum Fachabitur. Auf das Praktikum und die Kinder freut er sich schon.

Ob hier mal seine berufliche Zukunft liegt, weiß er allerdings noch nicht genau. „Es muss sich ja mit dem Leistungssport vereinbaren lassen“, sagt er. Von daher kämen auch die Polizei oder die Bundeswehr, eventuell mit Sportfördergruppen, in Frage.

Längere Stäbe, größerer Härtegrad = neue Höhe?

Seit er dem Nachwuchskader angehört, bekommt er vom DLV eine „kleine Förderung“, dazu kommen diverse Lehrgänge im Jahr. Damit ist er schon weit weg von seinen Stabhochsprung-Anfängen. Nachdem er zunächst bei Ulrike Beyerlein trainiert hatte, hatte er nämlich sogar ein „bisschen Angst“ vor dem Wechsel in die neue Gruppe der Stabhochspringer. 2020 war das, „aber das war auch nach einem Training schon wieder behoben“, sagt er heute lachend.

Derzeit springt er aus 14 Schritten Anlauf, hat bei der Länge der Stäbe um eine Länge auf 4,90er zulegt. „Das hat mir anfangs mehr zu schaffen gehabt als der auch gestiegene Härtegrad“, berichtet Kribelbauer. Aber schon nach wenigen Trainingseinheiten hatte er sich gut darauf eingestellt.

Über die U20-EM 2025 in Finnland oder auch die U20-Weltmeisterschaften 2026 im August in Eugene/USA macht er derweil noch keine großen Gedanken. Denn jetzt am Wochenende hat er erst mal zwei neue Gelegenheiten, die begehrte 5,00-Meter Marke zu knacken: am Samstag bei der EYOF U18-Gala in Wetzlar und am Pfingstmontag beim Marktplatzspringen in Neubulach.

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