Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Wie eine Kleinigkeit Stabhochspringer Lars Urich weiterhilft

Lars Urich, Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken (hier im Jahr 2024), möchte am Wochenende bei den deutschen Meisterschaften der
Lars Urich, Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken (hier im Jahr 2024), möchte am Wochenende bei den deutschen Meisterschaften der U23-Altersklasse in Ulm gerne wieder was zu jubeln haben.

Der Haßlocher Lars Urich überwindet seine Verletzung und greift bei der U23-DM am Wochenende in Ulm wieder an. Für einen seiner Kumpel wird die DM ein Hoffen und Bangen.

Manchmal hilft einem eine Kleinigkeit richtig vorwärts. Wie Lars Urich, dem 18-jährigen Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken. Der hatte sich Anfang Juni nach einem Wettkampf in Gräfelfing die zweite äußere Zehe im linken Fuß gestoßen – und tatsächlich auch gebrochen. Danach mussten der Haßlocher und sein Zweibrücker Trainer Alexander Gakstädter das Training notgedrungen erst mal runterfahren.

Urich tat aber alles, um schnell wieder fit zu werden. Er nahm viel Calcium, Vitamin D und Bromelain und benutzte intensiv eine Magnetfeldplatte seines Opas, die die Knochenheilung anregen soll. „Keine Ahnung, ob das wirklich geholfen hat oder nur einen Placebo-Effekt hatte, aber es hat geklappt“, sagt Urich lachend. Was ihm auf dem Weg wieder zu den ersten richtigen Sprüngen aber dann wirklich weitergeholfen hat, waren Einlagen in seinen Spikes, die den verletzten Fuß stabilisieren. Damit steigerte er sich im Training nach und nach von sechs auf zehn Schritte Anlauf. Die ganze Zeit begleitet von der Frage seines Coachs, wie der Schmerz sich gerade auf einer Skala von 1 bis 10 anfühlt.

Urich: Schmerzskala zeigt jetzt „Null“ an

Am heißen Montagnachmittag konnte er beim Training im Westpfalzstadion antworten: „Null“. Da hatte er sich, wie immer mit Sonnenbrille, bei den Sprüngen von sechs über zehn auf erstmals wieder 16 Schritte Anlauf gesteigert. „Acht sehr gute Sprünge waren es am Schluss aus 16 Schritten. Und ich hatte auch am Tag danach keine Schmerzen“, stellt Urich zufrieden fest. Wobei das Laufen mit den Einlagen in den ersten Momenten immer etwas ungewohnt ist, wie er zugibt. Die Spikes rollen nämlich damit etwas anders ab.

Urich fährt also zuversichtlich zu den deutschen Meisterschaften der Altersklassen U23 und U16 von Freitag bis Sonntag in Ulm. Er ist als drittbester Springer hinter dem Führenden Hendrik Müller (Leverkusen/5,30 m) gemeldet. Auch Vereinskamerad Jakob Legner (zuletzt süddeutscher Meister mit 5,00 Metern in Kandel) greift hier am Samstag um 11 Uhr in den Wettkampf ein. Urichs eigentliche U20-DM (samt U18) steigt dann ja auch erst eine Woche später in Wattenscheid. Und die Norm für U20-Europameisterschaften im finnischen Tampere (7. bis 10. August) hat der künftige Student der Sportwissenschaften in Saarbrücken schon seit dem 22. Mai in Bad Bergzabern in der Tasche, als er seine Bestmarke um zwei Zentimeter auf 5,12 Meter steigerte.

Kribelbauer schaut von Tag zu Tag

Sein guter Kumpel und Disziplinkollege Ben Silas Kribelbauer konnte die Frage nach der Schmerz-Skala am Montag noch nicht mit „Null“ beantworten. Bei ihm hieß es eher „zwei bis drei“. Der 17-jährige Mörsbacher hatte sich beim Gewinn der Silbermedaille bei den süddeutschen U23-Meisterschaften Mitte Juni in Kandel nach einem Absturz übel die rechte Ferse geprellt. Am Montag saß er erst auf dem Fahrrad, joggte dann ein wenig über den Stadionrasen. Glücklich sah er danach nicht aus.

Am Wochenende bei der Bauhaus-Junioren-Gala wollte er es, dick getapt, mit einem Start versuchen – aber es ging nicht. „Wir schauen jetzt von Tag zu Tag, dass es besser wird. Ben wird am Wochenende mit nach Um fahren, und dann schauen wir, was da geht“, sagt Gakstädter.

Steinmeyer peilt 4,25 an, Könsgen ist U16-Favorit

Während es für den 18-jährigen LAZ-Dreispringer Malik Harrell trotz der neuen Bestmarke 13,49 Meter und Männer-Bronze bei den süddeutschen Meisterschaften am Wochenende in St. Wendel nicht ganz für die U23-DM gereicht hat (Norm: 13,70 m), hat das LAZ Zweibrücken in Ulm noch drei weitere Stabhochsprung-Eisen im Feuer. Die frisch gebackene süddeutsche Meisterin Tamineh Steinmeyer, die im Saarland zuletzt 4,10 Meter überquerte, möchte endlich in dieser Saison höher hinaus. Dazu will die 20-jährige Sportstudentin in Saarbrücken am Samstag ab 15.30 Uhr unbedingt ihre Bestmarke von 4,25 Meter knacken – zugleich die Qualifikationsnorm für die U23-Europameisterschaften in Norwegen (17. bis 20. Juli). Kontrahentin Chiara Sistermann (21), die im US-amerikanischen Virginia studiert, ist in diesem Jahr in den USA schon 4,35 Meter gesprungen.

Für die jüngere LAZ-Springerin Paula Legner geht es wieder um die 4,05 Meter, die Norm für die U20-EM in Finnland. Zuletzt in St. Wendel fehlten der 18-Jährigen dazu gerade mal fünf Zentimeter. Als Favorit geht dagegen David Könsgen in den U16-Wettbewerb: Keiner in Deutschland sprang in diesem Jahr höher als seine 4,32 Meter. Da heißt es am Sonntag ab 14.20 Uhr: Nerven behalten und klar das Podium anpeilen.

x