Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Wie die Funker-Lizenz (fast) kostenfrei zu bekommen ist

Wollen Menschen fürs Funken begeistern und bieten jetzt Kurse für die Einsteigerlizenz an: die Amateurfunker aus der Region. Auf
Wollen Menschen fürs Funken begeistern und bieten jetzt Kurse für die Einsteigerlizenz an: die Amateurfunker aus der Region. Auf dem Foto von links: Christiane Rester, Thomas Wieland, Susi Schäffner, Hartmut Schäffner und David Valence-López.

Die Zweibrücker Amateurfunker suchen Nachwuchs. Jetzt veranstalten sie Kurse, in denen die Funker-Lizenz erlangt werden kann. Wie diese (fast) kostenfrei zu bekommen ist.

Es war eine Gesetzesänderung, die den Amateurfunkern aus der Region in die Karten spielte, sagt David Valence-López vom Ortsverband Zweibrücken des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC): „Früher gab es nur zwei Lizenzklassen – die Einsteigerlizenz und die Voll-Lizenz. Jetzt sind es drei.“ Damit werde der Einstieg ins Funker-Metier für viele deutlich attraktiver und niederschwelliger.

Die Lizenzklassen im Amateurfunk sind ähnlich aufgebaut wie Führerscheinklassen: Je nach Stufe darf man bestimmte Geräte nutzen und auf bestimmten Frequenzbändern senden. Die neue Einsteigerlizenz, deren Grundlagen Valence-López gemeinsam mit anderen Funkfreunden derzeit in Zweibrücken unterrichtet, berechtigt dazu, auf drei ausgewählten Frequenzbereichen zu funken – mit einer maximalen Sendeleistung von zehn Watt.

Drei Monate bis zur Prüfung

„Wie weit man damit funken kann, hängt von vielen Faktoren ab“, erklärt Valence-López. Neben der geografischen Lage – also ob man sich etwa auf einer Anhöhe oder in einem Tal befindet – spielt das sogenannte Funkwetter eine große Rolle. Dieses beschreibt atmosphärische Bedingungen, die Reichweite und Qualität der Funkverbindung beeinflussen. Sogar Sonnenstürme und Sonnenfleckenaktivitäten könnten Auswirkungen haben. „Grob gesagt reicht die kleine Lizenz, um etwa 30 bis 50 Kilometer weit zu funken. Mit etwas Glück sind aber auch Verbindungen über 100 Kilometer möglich“, sagt er.

Einsteigergeräte, sogenannte Handfunkgeräte, sind bereits ab etwa 50 Euro zu haben. Wer etwas mehr Reichweite und Flexibilität möchte, kann auch auf stationäre Geräte oder Antennenanlagen zurückgreifen. Dann wird aber schnell wieder die nächsthöhere Lizenz benötigt. Wer sich für die neue Einstiegslizenz interessiert, muss zunächst Theorie pauken. Der Kurs vermittelt grundlegende Kenntnisse in (Betriebs-)Technik und Vorschriften. Diese sind Voraussetzung für das Bestehen der Prüfung bei der Bundesnetzagentur, die in Form eines Ankreuztests abzulegen ist. Der nächstgelegene Prüfungsstandort befindet sich in Eschborn bei Frankfurt/Main. Organisiert werden die Kurse von den DARC-Ortsverbänden Zweibrücken, Pirmasens, Blieskastel und Westpfalz. Die Treffen finden wöchentlich in den Räumen der ehemaligen Hauptschule Nord in Zweibrücken statt. Ergänzt wird das Angebot durch spezielle Technikkurse für Kinder und Jugendliche, die bereits seit vergangenem Jahr erfolgreich laufen.

Bei Eintritt in DARC ist Kurs kostenfrei

„Im Durchschnitt braucht es etwa zweieinhalb bis drei Monate mit wöchentlichen Treffen, bis man gut vorbereitet zur Prüfung gehen kann“, sagt Thomas Wieland vom Ortsverband Pirmasens. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Die Kursgebühr beträgt für erwachsene Nicht-DARC-Mitglieder 50 Euro, für Kinder 25 Euro. Spartipp: Wer in den DARC eintritt, darf den Kurs kostenfrei machen. Und das erste halbe Jahr im DARC gibt’s ebenfalls „für umme“.

Begeistert vom Funken sind viele nicht nur wegen der Technik, sondern auch wegen der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Manche Funkamateure haben tägliche Funkzeiten und pflegen weltweite Kontakte, andere schalten sich nur gelegentlich ein und sehen einfach nach, wer gerade erreichbar ist. Wettbewerb und Sport kommen ebenfalls nicht zu kurz, etwa bei der sogenannten Peilfunksuche – eine Art Schnitzeljagd mit Funktechnik. Dabei müssen versteckte Sender aufgespürt und deren Standorte markiert werden. Die Zeit spielt dabei eine wichtige Rolle: Wer schnell alle Stationen findet, hat gute Chancen zu gewinnen. Dabei geht es ebenfalls nicht nur um Technik, sondern auch um Orientierung, Bewegung und Teamarbeit.

Funker als Rückgrat im Katastrophenfall

Ein weiteres Ziel etlicher Funkamateure ist es, möglichst viele besondere Stationen zu erreichen. Für erfolgreiche Kontakte mit entfernten oder selten erreichbaren Stationen gibt es Urkunden und Diplome. Besonders bekannt ist das Funken zur Internationalen Raumstation ISS – ein Höhepunkt für viele Funker. Aber auch Verbindungen zur Neumayer-Station in der Antarktis oder zu Expeditionen in abgelegene Regionen sind möglich und begehrt.

Amateurfunk ist aber nicht nur ein Hobby – er übernimmt auch eine wichtige gesellschaftliche Funktion. In Katastrophenfällen, wenn Stromausfälle oder zerstörte Infrastruktur Mobilfunk und Internet lahmlegen, können Amateurfunker über unabhängige Geräte weiterhin kommunizieren. In der Vergangenheit war das bei großen Naturkatastrophen oder Stromausfällen oft die einzige Möglichkeit, Informationen weiterzugeben und Hilfe anzufordern. Weltweit leisten Funkamateure in solchen Situationen wertvolle Unterstützung.

Mentoren und Gemeinschaftsgefühl

Natürlich komme man um die Theorie nicht herum, sagt Wieland. „Aber uns ist wichtig, dass die Kurse praxisnah gestaltet sind.“ Deshalb setzen die DARC-Ortsverbände bewusst auf viele anschauliche Beispiele und gemeinsame Bastelprojekte. Außerdem stehen erfahrene Funker als Mentoren bereit, um beim Einstieg ins aktive Funken zu helfen. Der DARC spielt dabei eine zentrale Rolle: Der Club unterstützt Neulinge nicht nur mit Lehrmaterial und Wissen, sondern auch mit Infrastruktur, Beratung und dem Gemeinschaftsgefühl. Wieland: „Ganz wie beim Autoführerschein: Das Fahren lernt man nicht in der Fahrschule, sondern richtig erst danach – auf der Straße. So ist es beim Funken auch.“

Info

Der Funker-Kurs findet jeden Donnerstagabend in der ehemaligen Hauptschule Nord statt. Eine Anmeldung ist möglich per Mail an lmt@darc.de.

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