35. Zweibrücker RHEINPFALZ-Sportlerwahl
Wie der Sport manchmal den Führerschein etwas ausbremst [mit Video und Bildergalerie]
„Ja, der Führerschein ist in Arbeit“, sagte Eva Baumann, die Oma des Sportlerwahl-Siegers und Rettungsschwimmers Leo Ilias Baumann. Sie nahm den Preis für ihn entgegen, weil Baumann gerade an der Ostsee im Trainingslager war, von wo er mit einer kleinen Videobotschaft aus dem Wasser grüßte. Das mit dem Erlangen der Fahrerlaubnis sei aber eine nicht ganz so einfache Sache, berichtete die Oma, weil eben immer wieder sportliche Termine dazwischenkämen, durch die der Führerschein etwas zurückgestellt wird.
Bis zum großen Jahresereignis, den Junioren-Weltmeisterschaften der Rettungsschwimmer von November bis Mitte Dezember in Südafrika, sollte ihn der 17-Jährige aber in der Tasche haben. Nach dem Abitur im kommenden Jahr will sich Baumann erst mal ganz aufs Schwimmen konzentrieren, dann vielleicht nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) ein Studium beginnen. Rund 90 Gäste und Sportler freuten sich über die Videos der Ausgezeichneten – und die Preise in Form von Blumen, Glas-Stelen für die Gewinner, Sekt, Bier, die Getränkegutscheine der Parkbrauerei und neue, von der Gewobau gestiftete Geldpreise.
Jungs Mama-Taxi muss noch einwenig aushalten
Aus dem Trainingslager im südafrikanischen Stellenbosch grüßte auch Siegerin Sina Mayer, gratulierte allen Nominierten und wünschte eine schöne Ehrungsparty. Die hochgewachsene Slalomkanutin Britta Jung aus Höheischweiler ist auf dem Wasser viel in ihrem Boot unterwegs, wie einem der vielen tollen abgespielten Videos von Martin Seebald zu entnehmen ist. Die Zweitplatzierte der Sportlerwahl, die kommende Woche ihren 17. Geburtstag feiert, hat aber neuerdings noch andere Termine neben Schule und Sport in ihrem Kalender unterzubringen. Auch sie macht gerade den Führerschein, hat immerhin die heute durchaus gefürchtete Theorieprüfung bereits bestanden.
Mit der Praxisprüfung wird es wegen des Sports aber wohl auch noch ein wenig dauern, Mama Heike wohl weiter ein bisschen Taxi von Höheischweiler nach Zweibrücken spielen müssen. „Denn im Mai stehen viele Wettkämpfe und die erneute Qualifikation für die U18-Nationalmannschaft an“, sagte Britta Jung. In den Kader will sie unbedingt wieder, dafür nimmt sie sechsmal pro Woche die 15 Minuten Fahrt von ihrem Heimatort ans Trainingsgelände auf dem Schwarzbach in Kauf. Und schließlich stehen vom 30. Juni bis 5. Juli in Krakau/Polen wieder die U18-Weltmeisterschaften und vom 6. bis 8. August im französischen Epinal die U18-Europameisterschaften an.
Livia Könsgens Sehnsucht nach dem Sportdress
Die Treppe hoch zur Bühne im Althornbacher Bürgerhaus ging noch ganz gut, beim Gang hinunter musste Livia Könsgen mit Bedacht absteigen und sich am Geländer festhalten. Eine Beinverletzung macht der 18-jährigen Bexbacherin zu schaffen. Und dann musste ausgerechnet sie noch mehrmals den Weg zur Preisübergabe am Mittwochabend nehmen. Denn die Stabhochspringerin des LAZ Zweibrücken nahm sowohl ihren eigenen Preis für Platz fünf bei der Sportlerwahl entgegen als auch als FSJlerin des Vereins den für Gewinnerin Sina Mayer. „Mir fällt es gar nicht so leicht, vor so vielen Menschen zu reden“, gab sie zu. Das hat sie aber prima gemacht. Livias jüngerer Bruder David stand ebenfalls auf der Nominierungsliste und durfte sich über Rang vier bei den Männern freuen.
Beide tauchten in schicker Garderobe beim RHEINPFALZ-Event auf. Die Geschwister wählten Blau-Weiß als Farbkombi zwischen Oberteil und Hose. „Das war aber zufällig ausgesucht“, meinten beide dazu, dass es weniger auf die Vereinsfarben des LAZ abgestimmt wirken sollte. „Ich würde sowieso viel lieber mal wieder das Outfit zum Springen tragen“, ergänzte Livia Könsgen. David Könsgen sieht sich ebenfalls lieber in der Sportkleidung, schließlich gab der 15-Jährige als Zukunftsziel der Stabhochsprungkarriere an: „Die persönliche Bestleistung in diesem Jahr auf 4,90 Meter hochzuschrauben, es zu den deutschen Meisterschaften zu schaffen – und irgendwann mal zu Olympia.“
Nach dem Abi will Paula Legner jetzt voll angreifen
Zeitlich knapp dran war Paula Legner, die ebenfalls zu den Stabhochsprungstäben greift und Dritte wurde. Sie traf kurz nach Beginn der Veranstaltung ein, da ein Termin beim Physiotherapeuten länger dauerte. Ihren eigenen großen Moment auf der Bühne verpasste sie aber nicht. Legner hat krankheitsbedingt die Wintersaison ausgelassen, danach stand das Abitur am Helmholtz-Gymnasium an, jetzt will sie topfit im Sommer wieder angreifen. „Im Trainingslager haben wir wieder alles aufgebaut. Jetzt kann es bald losgehen, ich will in die Wettkämpfe wieder reinkommen. Die deutschen Meisterschaften und die U20-Weltmeisterschafen sind das Ziel für dieses Jahr, in dem ich mich erst mal voll auf den Sport konzentrieren möchte.“
Stolz war LAZ-Stabhochspringer Lars Urich über seinen zweiten Platz, für den er Preise und Urkunden von Redaktionsleiter Thomas Büffel, Jochen Sehn (Marketing-Leiter der Parkbrauerei) und Jörg Eschmann (Geschäftsführer Gewobau) entgegennahm. „Und das, obwohl ich ja gar nicht aus Zweibrücken komme“, sagte Urich verwundert. Papa Niels und Mama Corinne hatten auch extra die eineinhalb Stunden Fahrt aus seinem Heimatort Haßloch auf sich genommen. Der Sportstudent in Saarbrücken („Der Sport ist etwas, wofür ich viel Leidenschaft habe“) ist gerade frisch in der Altersklasse U23. „Da stehen dieses Jahr für mich keine internationalen Events an. Deshalb heißt es für mich: hier ankommen und vielleicht eine neue Bestleistung springen“, sagte Urich.
TVR-Prellballer strahlen bei Verkündung der Plätze
Als die Fußballer des SV Palatia Contwig für ihren fünften Platz ausgelobt wurden und der Großteil des Teams samt Betreuern auf die Bühne ging, blieb Co-Trainer Max Blum als einziger im Zuschauerraum zurück. „Ich bin direkt von der Arbeit hergekommen und habe deswegen als einziger den roten Palatia-Anzug nicht dabei“, sagte er entschuldigend. Dabei machte der Allianz-Angestellte in Sakko und T-Shirt einen schicken Eindruck. Die Palatia-Truppe ist zuversichtlich, dass es mit dem Klassenverbleib als Aufsteiger in die Bezirksliga am Ende klappt.
„Ehrlicherweise haben wir schon beim fünften Platz überrascht geschaut, als wir es nicht waren“, sagte Niklas Resch von den Prellballern des TV Rieschweiler. Und als der dritte Platz mit dem SVK Blieskastel/Zweibrücken verkündet wurde und das TVR-Team sicher Zweiter war, wurde das Grinsen in der Stuhlreihe der Prellballer immer breiter.
SVK-Volleyballer arbeiten sich langsam voran
Alexander Hoffmann, Spielertrainer der Volleyballer des SVK Blieskastel/Zweibrücken freute sich über Platz drei. „Wir haben vier tolle Jahre mit zwei Aufstiegen und zwei Pokalsiegen hinter uns. Jetzt sind wir in der Oberliga geblieben, das hat von den Aufsteigern in den letzten fünf, sechs Jahren auch keiner geschafft“, sagte er. Mit dem Treppchenplatz bei der Sportlerwahl war er zufrieden: „Zuletzt waren wir, glaube ich, zweimal Fünfter. Wir arbeiten uns nach vorn“, stellte er schmunzelnd fest.
Großen Jubel gab es bei der Vier-Mann-Vertretung des EHC Zweibrücken, als ihr erster Platz verkündet wurde. Da die Verträge der Spieler nach der Saison Ende März endeten, war die Gruppe so ausgedünnt. „Aber dafür sind die vier schönsten hier“, meinte Thorsten Rehfeld augenzwinkernd. „Wir sind sehr froh über den Gewinn. Vor dem größten Zweibrücker Verein wie der VTZ zu stehen, das ist schon eine besondere Sache. Normalerweise hast du gegen sie keine Chance“, freute sich der Sportliche Leiter des EHC.
Zitiert
„Schwimmen. Damit tue ich mich sehr sehr schwer. Das Wasser und ich werden keine Freunde mehr. Ich hoffe, es reicht irgendwann für die Prüfung.“
LAZ-Stabhochspringer und Sportstudent Lars Urich auf die Frage, mit welcher Sportart er im praktischen Studium die meisten Probleme hat.
„Der Initiator steht neben mir. Den müssten Sie das eigentlich fragen. Er ist der Mann, der den Prellball lebt.“
Henrik Speer, Prellballer des TV Rieschweiler, zeigt bei der Frage, warum das zarte Pflänzlein Prellball in Rieschweiler so gut gedeiht, auf seinen Nebenmann Manfred Hettrich.
„Wir haben einen sehr großen Wachstumsschub, quer durch alle Jugendklassen.“
Denis Rendgen, Abteilungsleiter der Basketballer der VT Zweibrücken, auf die Frage, ob der Basketball-Boom mit Deutschland als amtierendem Welt- und Europameister auch in Zweibrücken bemerkbar ist.
Info
Alles rund um die Zweibrücker Sportlerwahl, die Kandidaten-Videos, Fotos sowie Videos der Ehrungsparty finden Sie im Internet unter rheinpfalz.de/sportzw26 oder über den nebenstehenden QR-Code.