Schwimmen RHEINPFALZ Plus Artikel Wie der neue Saar-Landestrainer das Zweibrücker Trio bei der DM einschätzt

Michael Raje aus Mittelbach (hier bei den Swim Open eine Woche zuvor) schwamm im A-Finale über 100 Meter Delfin bei den deutsche
Michael Raje aus Mittelbach (hier bei den Swim Open eine Woche zuvor) schwamm im A-Finale über 100 Meter Delfin bei den deutschen Meisterschaften in Berlin als Sechster in 53,13 Sekunden eine neue Bestzeit.

Nur Lukas Fritzke schaffte über 400 Meter Freistil eine erhoffte Norm für einen internationalen Einsatz im Sommer. Warum Coach Tobias Müller trotzdem zufrieden war.

Es waren ganz sicher nicht seine ersten deutschen Meisterschaften als Trainer, aber doch sein Debüt als Coach mit der SSG Saar Max Ritter: Mit zehn Sportlerinnen und Sportlern war Tobias Müller am Wochenende zu den deutschen Meisterschaften nach Berlin gefahren. Seit 1. März ist der 35-Jährige beim Saarländischen Schwimmerbund als Landestrainer unbefristet angestellt und ist für die Elitegruppe zuständig. Zuvor war er zehn Jahre lang als Trainer am Bundesstützpunkt in Hamburg tätig.

Nach einem Abstecher nach Hamburg, wo seine Lebenspartnerin noch wohnt, saß Müller am Montag wieder im Zug und pendelte zurück in seine neue Heimat Saarbrücken. „Der Qualifikationszeitraum für alle internationalen Events ist jetzt vorbei“, sagte Müller. Außer Lukas Fritzke über 400 Meter Freistil als Sechster im top-besetzten A-Finale mit Sieger Lukas Märtens, Oliver Klemet und Florian Wellbrock auf dem Treppchen knackte keiner der drei Zweibrücker eine Normzeit. Fritzke schlug hier in 3:52,36 Minuten an und schaffte damit die geforderte Zeit für die U23-Europameisterschaft vom 23. bis 29. Juni in der Slowakei.

Müller: Raje und Fritzke sind Jüngste in der U23

Befragt nach den drei Zweibrücker Schwimmern – Michael Raje, Lukas Fritzke und Leo Ilias Baumann – äußerte Tobias Müller sich zufrieden über deren Leistungen. „Das war vollkommen in Ordnung“, sagte er zu den Zeiten von Michael Raje. Die persönliche Entwicklung des Abiturienten aus Mittelbach stimme, den er eher punktuell in seiner Trainingsgruppe sieht, weil Raje viel mit Heimtrainer Thomas Schappe trainiert. Der 19-Jährige überzeugte in Berlin mit der Bestzeit über 100 Meter Delfin (53,13 sec) als Sechster im A-Finale und mit den Zeiten über 100 Meter Freistil (Vorlauf 49,97) und als Gesamtzehnter im B-Finale (49,99). „Man darf auch nicht vergessen: Die Normen für die U23-EM sind relativ ambitioniert, und Michael und Lukas gehören mit ihrem Jahrgang 2006 da noch zu den Jüngsten“, führte Müller weiter aus. Und Raje habe seine Kadernorm und seinen Status als Perspektivkader-Athlet bestätigt.

Gleiches gelang auch Lukas Fritzke. Der habe eine sehr, sehr gute Entwicklung genommen; über 400, 200 und 100 Meter Freistil überall Bestzeiten angeboten, „und das, obwohl er mitten im Abitur steckt und gerade auch noch seinen Führerschein macht“, lobte Müller. Den Trainerwechsel zum 1. März inklusive, „hätte ja auch in die Hose gehen können“, sagt Müller schmunzelnd. Vergangene Woche stand für Fritzke die schriftliche Deutsch-Prüfung an, diese Woche sind es die Leistungsfächer Englisch und Sport. „Er hat seine Hausaufgaben gemacht und alles dafür getan, um sich für seinen angestrebten Sportförderplatz bei der Bundeswehr ins Gespräch zu bringen“, findet Müller. Besonders habe man zuletzt daran gearbeitet, auch vormittags in den Vorläufen schnell zu schwimmen, „das geht auf dem Niveau nicht anders“.

Mit Baumann auf einzelne Strecken konzentrieren

Für Leo Ilias Baumann (Jahrgang 2008), der Normen für die Junioren-Europameisterschaft schaffen wollte, lief es Berlin nicht ganz so gut. Müller weiß aber auch, warum: „Wir hatten eine gute Vorbereitung. Aber dann war Leo eine Woche krank, und wir hatten nur noch eine Woche vor der DM zum Training.“ Am dritten DM-Tag über 200 Meter Kraul sei daher der Ofen aus gewesen.

Vielseitigkeit sei gut, er strebt aber mit dem jungen Zweibrücker Vielstarter künftig eine Konzentration auf die Strecken 200 und 400 Meter Freistil sowie 200 Meter Lagen an. „Das muss schon sein, sonst sieht er kein Finale“, findet Müller. Für Baumann sei es nun wichtig, bei der Jahrgangs-DM vom 11. bis 15. Juni in Berlin weit vorne zu landen und seinen Status als Nachwuchskader 1 zu halten oder in den Perspektivkader aufzurücken. Seine Ambitionen als Rettungsschwimmer könne man jetzt ruhig noch parallel laufen lassen. Am Wochenende steigen bei der DLRG die deutschen Einzelstrecken-Meisterschaften in Mönchengladbach.

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