Zweibrücken
Wie der Feuerwehr-Dienst an Weihnachten abläuft
Wie im Vorjahr schiebt der junge Feuerwehrmann Jason Steininger an Heiligabend einen 24-Stunden-Dienst in der Zweibrücker Feuerwache. Der übrigens täglich zu leistende Dienst beginnt jeweils um 7 Uhr und wird unter 21 Berufsfeuerwehrkollegen aufgeteilt. Eigentlich hätte der 22-Jährige in diesem Jahr sogar frei gehabt. Aber ein Kamerad, der einen kleinen Sohn hat, hat ihn gebeten, den Dienst an seiner Stelle anzutreten. Steininger trat vor fast zehn Jahren in die Freiwillige Feuerwehr ein und ist bald vier Jahre Berufsfeuerwehrmann. Diesmal begleitet ihn Jan Leicher am Heiligabend. Der ist schon seit 17 Jahren Freiwilliger und geht 2026 in sein sechstes Berufsjahr.
„Es fällt immer was an“
In einer 24-Stunden-Schicht muss jeweils ein Kamerad die Funkeinsatzzentrale besetzen. Der zweite Diensthabende sollte mindestens Gruppenführer sein. Das ist der, „der quasi den Hut aufhat“, erzählt der 28-jährige Leicher. Bevor er und Steininger den Abend ein wenig weihnachtlich gestalten können, wird erst mal Dienst wie an normalen Werktagen geleistet. Steininger und Leicher, die beide in der Atemschutzwerkstatt tätig sind, prüfen zum Beispiel, ob Atemschutzmaterial verbraucht wurde oder Bekleidung gereinigt werden muss. „Es gibt immer was, das anfällt. Zum Nachmittag lassen wir den Arbeitstag natürlich ausklingen und gehen in den Bereitschaftszeit über“, erzählt Leicher.
Der Plan für den Abend ist, gemeinsam etwas zu kochen. „Das kann er besser als ich“, lobt Leicher den jungen Kollegen. Was gekocht werden soll, das müssen die beiden noch ausmachen. Im Vorjahr gab es Ente und Miesmuscheln als Vorspeise, erinnert sich Steininger. Besuch für die Diensthabenden sei auch nicht ausgeschlossen. Leicher ist in einer Beziehung, seine Herzensdame darf theoretisch vorbeikommen.
Schlaf ist nur bedingt möglich
Was passiert in der Bereitschaftszeit? „Wir gucken vielleicht einen Film oder es bringt einer von uns eine Nintendo-Switch-Konsole mit und wir spielen ein wenig“, fährt Steininger fort. „Oder wir unterhalten uns und machen Sport. Wir haben hier einen Fitnessraum. Es findet sich immer was“, ergänzt Leicher. Schlaf sei nur bedingt möglich. „Ich habe leider immer das Los gezogen, dass ich nachts aufstehen darf, weil ein Einsatz ansteht. Dann ist man direkt wieder aus der Bereitschaftsphase rausgerissen und voll im Geschäft“, wundert sich Steininger.
Was passiert denn in der Regel so in der Heiligen Nacht? Laut Statistik habe es in den vergangenen zehn Jahren einmal einen brennenden Tannenbaum gegeben, der aber vom Hausbewohner selbst gelöscht worden sei. Die Feuerwehr sei dann nur noch zum Entlüften gekommen. „Was es häufiger gab, sind klassische Kaminbrände“, weiß Steininger. Leicher erinnert sich dazu an einen brennenden Adventskranz. Das passiere in der Regel aus Unachtsamkeit. Dazu musste immer mal wieder die Rettungshundestaffel auf der Suche nach Vermissten ausrücken. „Weil wir leider das Phänomen haben, dass einsame Menschen zu Weihnachten weglaufen und dann ein Rettungshund zum Einsatz kommt“, erklärt Steininger.
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