Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Wie das Internet Senioren weniger einsam macht – obwohl Alexa kein Pfälzisch versteht

Die Senioren bekamen einen kostenlosen Internetanschluss und ein Alexa-Gerät – das Probleme mit dem Pfälzer Dialekt hat.
Die Senioren bekamen einen kostenlosen Internetanschluss und ein Alexa-Gerät – das Probleme mit dem Pfälzer Dialekt hat.

Wie kann das Internet helfen, dass Senioren weniger einsam sind? Damit beschäftigt sich das Projekt „Digitale Nachbarn“. Hans Prager vom DRK erläuterte dem Zweibrücker Seniorenbeirat am Freitag die Ziele und bisherigen Erfolge.

Seit 2019 forscht das Rote Kreuz in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut, wie Senioren das Gerät Alexa nutzen können. Elf Senioren aus Ixheim bekamen einen kostenlosen Internetanschluss und ein Alexa-Gerät, etwa für Videotelefonate und Erinnerungen.

Einige Leitfragen: Wie können die Senioren von der Digitalisierung profitieren, und wie kann die Einsamkeit verringert werden? Hans Prager, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Südwestpfalz, erläutere, wie sich die Situationen der Teilnehmer in zwei Jahren der Nutzung verändert haben. Gaben zunächst nur 27 Prozent der Senioren an, gut im Umgang mit der Technik zu sein, stieg diese Zahl während des Projekts auf 70 Prozent.

Die Maschinenfrau versteht kein Pfälzisch

„Womit Alexa aber immer noch Probleme hat, sind die Dialekte“, sagte Prager, doch hätten sich die Senioren gut angepasst. Alexa sei fast immer täglich verwendet worden, Gedächtnistraining und Erinnerungen wurden sogar mehrmals pro Tag genutzt. Die Senioren lobten, dass man einfach nur mit dem Gerät sprechen und nicht seine Hände verwenden müsse, dass sie durch Alexa mehr Gesprächsthemen hätten und man ganz leicht jemanden anrufen könne, wenn es einem mal nicht gut geht.

Die herausstechende Aussage sei allerdings eine andere. „Da hört man schon mal: ,Meine Freundin heißt jetzt Alexa, ohne sie kann ich nicht sein’“, zitiert Prager einen der Senioren, und er findet: „Das ist schon erschreckend.“ Viele der Senioren gaben an, dass Alexa ihnen die Einsamkeit nehme, und mehr als drei Viertel der Teilnehmer hätten durch das Projekt nun mehr soziale Kontakte und häufigere Telefonate mit der Familie.

Amazon ist schon auf das Projekt aufmerksam geworden

Das Projekt „Digitale Nachbarn“ soll bis Ende 2022 noch weiter ausgedehnt werden. „Mittlerweile ist auch Amazon auf uns aufmerksam geworden“, freut sich Prager, dessen Wunsch es ist, über Alexa die Steuerung verschiedener Geräte möglich zu machen, beispielsweise einen Haustürmonitor zum Einbruchschutz oder die Kontrolle des Nachtlichts per Sprachsteuerung.

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