Zweibrücken Wer schwingt sich zur Gala-Form auf?

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«ZWEIBRÜCKEN.» Die Spielfreude und die Konsequenz im Abschluss, die Handball-Oberligist SV 64 Zweibrücken am vergangenen Samstag gegen Bingen an den Tag legte, braucht es auch heute, wenn die Zweibrücker ab 18 Uhr beim TV Mülheim antreten. Die Konsequenz im Abschluss ist schon allein deshalb nötig, weil für Mülheim der gefährlichste Angreifer der Liga wirft und trifft: Max Zerwas.

„Er trifft und trifft und trifft“, sagt auch SV-Trainer Stefan Bullacher über die Qualitäten des Mülheimer Rückraumspielers, die der Mannschaft aus dem Norden des Landes ein ausgeglichenes Punktekonto beschert haben. Kein Wunder also, dass es Zerwas in die Dritte Liga zieht, in Richtung Köln zum Longericher SC. Im Hinspiel in Zweibrücken war Zerwas zwölfmal erfolgreich. „Er ist einer der entscheidenden Spieler bei Mülheim, die wir in den Griff kriegen müssen“, sagt Bullacher. Da muss die 3:2:1-Abwehr der Zweibrücker, die gegen Bingen ein spielentscheidender Faktor war, wieder ähnlich aufmerksam agieren. Zuletzt gegen Friesenheim II traf Zerwas, der nach 60 Minuten oft mit einer zweistelligen Trefferzahl vom Feld geht, zehnmal. Da fehlte allerdings sein kongenialer Partner, Mülheims Spielmacher Julian Vogt, der verletzt war. Ob Vogt heute gegen den SV auflaufen kann, „müssen wir mal abwarten“, sagt der SV-Trainer, der sein Team aber auf die stärkste Mülheimer Formation einstellt. Verletzungsprobleme gehören gerade im Schlussdrittel einer kräftezehrenden Saison zum Handball. Sie treffen auch die Zweibrücker, „was uns diese Woche eine schwierige Trainingswoche beschert hat“, sagt Bullacher mit Blick auf seinen dezimierten Kader. Das Hinspiel, das Zweibrücken mit 31:23 gewann, hatte einen kuriosen Verlauf genommen. Dass am Ende ein so deutlicher – sicher zu hoch ausgefallener Sieg – stand, war lange nicht zu erwarten. In der ersten Viertelstunde hatte Mülheims Torwart Tobi Zelter den SV-Angreifern mächtige Probleme bereitet. Nach dem 15-minütigen Duell Zelter gegen die SV-Werfer, das der Keeper für sich entschied, brach bei beiden Teams zwischen der 16. und 30. Minute ein Fehlerfestival aus. Fehlabspiel reihte sich an Fehlabspiel, Fehlwurf an Fehlwurf. Die Wende zugunsten Zweibrückens leitete dann ein Spieler ein, der die Truppe zum Saisonende in Richtung TV Homburg verlässt: Lukas Majbik. „Es war sicher sein bestes Spiel im SV-Trikot“, bestätigt Bullacher rückblickend. Zehnmal traf Majbik, der sich auch in schwierigen Situationen ein Herz fasste und mit seinen Treffern Zweibrücken auf die Siegerstraße brachte. Eine ähnlich gute Leistung wäre ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum erhofften Sieg in Mülheim und im Rennen um Platz zwei. In Gala-Form war gegen Bingen zuletzt SV-Spielmacher Tim Schaller. „So darf er auch gerne in Mülheim wieder spielen“, meint Bullacher lachend und freut sich, dass sein Spielmacher wieder zu der Stärke gefunden hat, die ihn in der Vorrunde ausgezeichnet hatte.

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