Kolumne Abseits
Wenn nach drei Minuten bereits die Luft raus ist
SG Rieschweiler II: Keine Lust mehr auf Spektakel
Drei Minuten waren gespielt, da hätte die SG Rieschweiler II die Spieluhr zu gerne wieder zurückgedreht. Denn bis dahin hatte die Spielgemeinschaft gegen Lemberg die Partie schon fast verkorkst. 0:2 stand es zu diesem frühen Zeitpunkt in der Partie gegen den SV Lemberg in der A-Klasse. Alexander Bäcker und Julian Koch hatten Rieschweilers Torhüter Luan Redling da bereits eingeschenkt. Das seit Jahren gepflegte Spektakel bei der Mannschaft von Spielertrainer Daniel Preuß, der die SGR nach Ende der Saison in Richtung Thaleischweiler-Fröschen verlässt, nahm schon mit Beginn des ersten Spiels des Jahres 2026 seinen Lauf. Beide Teams der SGR sind dafür bekannt, dass es vorne wie hinten gehörig rappelt. Doch zum Glück blieb es bis zur 30. Spielminute bei dem Rückstand, den SGR-Akteur Elija Wohlgemuth dann sogar auf 1:2 verkürzte. Doch wieder war es ein Doppelschlag vor der Pause, der dem SGR den Knockout verpasste. Es gab dann sogar noch einen dritten Doppelschlag, den es zum 3:6 und 3:7 setzte.
Preuß meinte in der Vergangenheit immer wieder, dass er als Trainer gerne auf ein Spektakel verzichte könne. Diesmal wohl insbesondere, weil der Tabellennachbar aus Lemberg so sehr einschenkte, dass die Spektakel-Gier bei Preuß wohl unter Erdboden-Niveau sank. Da kann auch ein langweiliges 0:0 mal zum Ziel werden. Allerdings erscheint dies bei einem Treffer- und Gegentrefferschnitt der SG Rieschweiler II von nahezu drei Toren ein fast schon romantischer Wunsch. Die Zuschauer wird's freuen.
SG Bechhofen/Lambsborn: Ein Team rollt die Liga auf
Es nimmt schon fast groteske Züge an, welch eine furiose Saison die SG Bechhofen/Lambsborn in der A-Klasse Kusel-Kaiserslautern spielt. Nach dem 4:3-Sieg im Kreispokal-Halbfinale eine Woche zuvor beim FV Ramstein II läuft es auch in der Liga einfach so weiter, wie es sich in weiten Teilen der Hinrunde bereits andeutete. Von dem verkorksten Saisonstart mit vielen Niederlagen in Serie weiß schon fast keiner mehr etwas. Bechhofen ballert sich einfach durch die Liga und kommt immer näher an die Topteams heran. Zwar gab es beim Auswärtssieg beim SSC Landstuhl einen holprigen Start samt eines 0:1-Rückstands. Doch vier Treffer später war auch das ausgemerzt. Zweimal Luca Becker, einmal Tim Feß und zum Abschluss Sascha Ranker sorgten für das x-te Spiel ohne Niederlage für die SG Bechhofen/Lambsborn, die nur noch vier Zähler hinter dem Aufstiegs-Relegationsrang zur Bezirksliga liegt.
Am kommenden Sonntag jedoch wird sich zeigen, wie gut die Bechhofer tatsächlich drauf sind. Dann geht es nämlich auf dem eigenen Rasen gegen Tabellenführer TuS Schönenberg. Es erscheint dennoch fast schon unwahrscheinlich, dass die SG überhaupt noch verlieren kann. Die Erinnerungen an die letzte Niederlage zumindest sind sehr grau eingefärbt.
SV Mörsbach: Eine Familie im Sport vereint
Eigentlich sind es Moritz und Linus Jung gewohnt, mit Mutter Jasmin Veith oder ihrem Opa Klaus Veith zusammen in einer Mannschaft zu spielen. Das kam in den vergangenen Jahren recht häufig vor. Dann ist das mannschaftliche Bündnis ohnehin gegeben. Diesmal jedoch gab es für die beiden Jungs einen Konkurrenten mit familiärer Bande. Denn Moritz und Linus Jung wurden als Ersatzspieler in der 2. Pfalzliga West beim SV Mörsbach gegen den ungeschlagenen Tabellenführer TTC Nünschweiler II eingesetzt. Bei diesem TTC Nünschweiler spielt seit Jahren Angriffsspieler Thomas Veith, der auch über langjährige Oberligaerfahrung verfügt. „Es war schön, mal in der ersten Mannschaft mitzuspielen. Gegen den Onkel zu spielen, war ganz lustig, aber auch nicht super besonders, weil ich ja auch nicht direkt gegen ihn gespielt habe und er ja auch so viel besser ist“, meint Linus Jung. Beim 9:2-Erfolg durfte Moritz Jung an der Seite seines Doppelpartners Jörg Krauss dann aber doch gegen seinen Onkel ran. Einen Satz nahmen sie dem Nünschweiler-Duo Thomas Veith/Tobias Mayer dann tatsächlich ab. Linus Jung hingegen holte sogar einen Zähler. Mit Thomas Krenn gewann er im Doppel gegen den oberligaerfahrenen Rouven Niklas und Gabriel Sikora. Der Premiereneinsatz in der Ersten mit der kleinen Anekdote, dass es gegen den Onkel ging, bleibt jedoch mindestens eine Notiz in der Familienchronik.