Was Leser ärgert
Wenn Fußballtore im Zweibrücker Westpfalzstadion plötzlich in Ketten liegen
Anfang September wollte Fritz Koster aus Ixheim mit seinem Sohn am Wochenende ins Westpfalzstadion gehen und zusammen ein bisschen Fußball spielen. Das klappte aber auf einmal nicht mehr so wie früher. Was war passiert?
Früher hatte das Vater-Sohn-Duo schon öfter dort zusammen gekickt, der 16-jährige Filius spielt in der B-Jugend des FK Pirmasens und absolvierte auf dem Kunstrasen im Stadion an der Hofenfelsstraße gerne das ein oder andere zusätzliche Schuss- oder auch Athletiktraining. Auch diesmal waren wieder einige Erwachsene und Kinder da. Anders war jetzt aber, dass alle elf Tore (in verschiedenen Größen) rund um den Kunstrasenplatz mit der offenen Seite zum Zaun oder hinter der Bande einzeln angekettet waren. Dazu waren an den großen Toren die Netze hochgeklappt und ebenfalls mit einer Eisenkette befestigt.
Leser fragt, ob nicht bessere Beschilderung reicht
Fritz Koster wollte daher von der Stadt wissen, warum das so ist und ob die Maßnahme mit dem Anketten nicht rückgängig gemacht werden kann. Er bedauerte in seiner Mail an die Stadt die Einschränkung, weil es die einzige Möglichkeit in Zweibrücken sei, auf einem Fußballplatz zu spielen, ohne einem Verein anzugehören.
Koster beteuerte, sich auf dem Platz immer korrekt verhalten zu haben auch mal fremden Müll entfernt und den Platz geräumt zu haben, wenn Vereine zu Trainings- oder Spielzwecken da waren. Und ob man nicht mit einer besseren Beschilderung Nutzer zur Zusammenarbeit aufrufen und bitten könne, das Spielfeld sauber zu halten und die Tore nach dem Spielen wieder auf den Platz zu räumen, wo sie vorher standen?!
Stadt: Maßnahme wegen Vandalismus notwendig
Inzwischen erhielt der 56-jährige zweifache Familienvater eine schriftliche Antwort seitens der Stadt. Die für das Schulverwaltungs- und Sportamt zuständige Beigeordnete Christina Rauch erläuterte ihm die Gründe für die Maßnahme am vergangenen Mittwoch zudem noch mal in einem eineinhalbstündigen Gespräch im Rathaus. „Das Anketten der Tore ist der Stadtverwaltung keineswegs leichtgefallen“, heißt es in der schriftlichen Antwort. Da Anordnung habe man aber Anfang des Jahres treffen müssen, weil es wiederholt zu Problemen im Stadion gekommen sei. Die Tornetze seien durch Hochklettern, Zerschneiden oder andere mutwillige Beschädigungen stark in Mitleidenschaft gezogen worden und mussten fast wöchentlich ersetzt werden. Zudem seien die Tore mehrfach quer durchs Stadion verteilt gewesen, was Pflegearbeiten erschwerte und zu Schäden am Rasen führte. Der Stadtverwaltung sei bewusst, dass das Anketten den Spielspaß schmälere. Die Tore seien aber nicht vollständig außer Betrieb, könnten vielmehr weiter zum Schusstraining benutzt werden.
„Kleiner Exe“ als neuer Spielbereich in Zukunft
Im persönlichen Gespräch mit Koster deutete die Beigeordnete Christina Rauch an, dass man gegebenenfalls Tore mit anderen, festen Netzen auf der Wiese hinter dem Kunstrasenplatz aufstellen könne. Sie wolle das Thema in den Gremien noch mal ansprechen. Zudem verwies sie auf die neue öffentliche Freisportanlage auf dem „Kleinen Exe“, die in etwa zwei Monaten eröffnet werden soll. Dort entstünden verschiedene Flächen, die dann allen sportinteressierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen offenstehen und etliche Möglichkeiten zum Fußballspielen und für andere Ballsportarten bieten.
Fritz Koster gesteht der Stadt zu, bemüht zu sein. In Hinsicht des „Kleinen Exe“ ist er allerdings skeptisch: Er habe früher schlechte Erfahrungen gemacht, sei dort sowohl von Erwachsenen als auch von Jugendlichen schon angepöbelt worden und habe sich dabei unwohl gefühlt. Seine zehnjährige Tochter und seinen Sohn würde er jedenfalls nicht allein dorthin lassen zum Spielen.