Turnen RHEINPFALZ Plus Artikel Wenn die Anfeuerung der Teamkolleginnen zu neuer Bestleistung verhilft

Das läuft richtig gut für Johanna Maurer von der VT Contwig auf dem Balken. So gut wie noch nie turnte sie auf dem anspruchsvoll
Das läuft richtig gut für Johanna Maurer von der VT Contwig auf dem Balken. So gut wie noch nie turnte sie auf dem anspruchsvollen Gerät und durfte sich über 13,15 Punkte freuen.

Die SG Contwig/Zweibrücken hat eine besondere Dynamik. Damit trägt sie auch die Contwigerin Johanna Maurer mit 13,15 Punkten am Balken zu einer persönlichen Bestleistung.

„Steh, steh.“ Johanna Maurer, Turnerin der VT Contwig, hört auf ihre Teamkolleginnen von der Startgemeinschaft Contwig/Zweibrücken und steht bombensicher nach dem Sprung auf dem zehn Zentimeter breiten Schwebebalken. Leichtes Lächeln, Konzentration für die noch folgenden Elemente. Es ist der letzte noch laufende Wettbewerb bei den Pfalzmeisterschaften Spitzensport LK der Mädchenmannschaften in Contwig.

Und es ist sozusagen ein Heimkampf für Maurer, die durch den gelungenen Start sichtlich Selbstvertrauen auf dem anspruchsvollen Sportgerät gewonnen hat, auf dem sie viel Freizeit verbringt. Es gilt bei den Meisterschaften wie immer im Frauenturnen: sportliche Schwierigkeitsgrade zu meistern und das mit Anmut vorzutragen.

Startgemeinschaft harmoniert

Kurzes Sammeln vor der nächsten Übung mit Sprung auf dem schmalen Balken. Milena Carius, Trainerin bei der VT Contwig, schaut genau hin, steht bereit für den Fall, dass Maurer unfreiwillig absteigen müsste. Die Teamkolleginnen Lilly Wind, Estelle Conrad, Jule Sauter (alle VT Contwig) sowie Leni Rutz, Lea Hergert und Sheyla Oberst sitzen (alle VT Zweibrücken) an der Wand, drücken fest die Daumen und lassen wieder ihr „Steh, steh“ hören. Maurer steht, die Teamkolleginnen klatschen – noch lautlos – Carius hat gleichfalls ein Lächeln im Gesicht. Ein paar Schritte Richtung Balkenende, ein letztes Mal: „Steh, steh“. Abgang, Maurer landet auf der Matte und steht. Freude pur, Umarmung mit Carius und abklatschen mit den Teamkolleginnen.

13,15 Punkte lautet die Wertung. So viele habe sie am Balken noch nie erturnt, habe Maurer gesagt, erzählt Milena Carius. Und das ist auch sicher so, denn die Turnerin führt akribisch Buch über ihre Wettkampfleistungen.

Gute Gastgeber

Die Mädels der Startgemeinschaft freuen sich noch immer über den tollen Abschluss ihres Wettkampfes. „Das ist auf jeden Fall eine Mannschaft“, sagt Carius zu dem Team, das im zweiten Jahr als Startgemeinschaft antritt. Auch wenn nicht gemeinsam trainiert wird.

Mit dem Vortrag am Balken – das letzte der vier zu bewältigenden Geräte Sprung, Barren, Boden und Balken – gehen auch die zweitägigen Meisterschaften in der Contwiger IGS-Sporthalle zu Ende. Perfekt organisiert einmal mehr. „Die kommen gerne zu uns“, sagt Carius. Weil die engagierten Eltern und Vereinsmitglieder die Geräte nicht nur perfekt auf- und abbauen können, zwei Tage für das leibliche Wohl der Gäste sorgen, sondern auch, „weil wir hier wirklich eine sehr gute Ausstattung mit Geräten haben“, weiß die VTC-Trainerin. Und weil die begeisterten Nachwuchsturnerinnen aus Contwig helfen, wenn es zum Beispiel darum geht, die Wertung für eine geturnte Übung anzuzeigen.

Platz fünf als Lohn

Carius teilt sich die Betreuung der Startgemeinschaft Contwig/Zweibrücken mit Trainerkollegin Sonja Rayer (VTZ). An diesem Sonntag übernimmt Rayer den erforderlichen Part im Kampfgericht bei den Bodenübungen, „und ich kümmere mich um die Mannschaft“, erläutert Carius, die auch aus Zweibrücken kommt, turnerisch in Contwig groß geworden ist.

Zweimal pro Woche steht die 26-Jährige mit ihren Contwiger Trainerkollegen als Trainerin in der Halle und freut sich über engagierte Sportlerinnen. Die für dieses Engagement dann auch mit persönlichen Bestleistungen bei Meisterschaften belohnt werden.

Die Mannschafts-Anfeuerecke wird nun verlassen, Kuscheldecke und Glücksbringer werden verstaut. Landesfachwartin Kerstin Brand bittet, „zur letzten Siegerehrung der Meisterschaft“. Gewusel in der Halle, alle Teams stellen sich im Kabinengang zum Einmarsch auf. Haare richten, wärmende Socken aus, Körperspannung beim Einmarsch. Und dann gibt es Urkunden. Für die Turnerinnen der Startgemeinschaft für den fünften Platz.

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