Zweibrücken
Weniger Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr
„Unseres Erachtens trat in diesem Jahr der Eichenprozessionsspinner weniger und vor allem später in Erscheinung als in den vergangenen Jahren“, schreibt Pressesprecher Jens John auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Lediglich 21 Eichen, an denen Gespinste des Eichenprozessionsspinners entdeckt worden sind, wurden im Juni der Stadt gemeldet. „Betroffen waren unter anderem Bereiche entlang des Radwegs in Rimschweiler, fünf Eichen in der Mühlbergstaße, vier Eichen in der Zeilbäumerstraße und weitere Bereiche am Hambacher Weg sowie Am Marienstein“, zählt John auf. Insgesamt wurden 2021 an 28 Bäumen 68 Eichenprozessionsspinner-Gespinste entfernt.
Blickt man zurück ins vergangene Jahr, so fällt die Population des Spinners laut John 2021 sehr gering aus. Als möglichen Grund nennt der Pressesprecher den langen kalten Winter sowie das darauffolgende nass-kühle Frühjahr. „Es gab keine anhaltende, trockene Wärmeperiode, wodurch die Massenpopulation gedämpft wurde“, so John. 2020 und 2019 war das anders, schon sehr früh im Jahr war es trocken und heiß, diese Wetterperioden haben gleichzeitig lange angehalten.
Einen Hinweis darauf, wie schlimm die Eichenprozessionsspinner-Population in einem Jahr war, geben die Kosten, die für die Beseitigung des Schädlings draufgingen: Während die Stadt im vergangenen Jahr rund 8000 Euro für die Beseitigung der Gespinste berappt hatte, beliefen sich die Kosten im Jahr 2019 auf rund 31.000 Euro. Was die Beseitigung der Schädlinge in diesem Jahr kosten wird, ist noch offen. Im öffentlichen Stadtgebiet trägt die Stadtverwaltung die anfallenden Kosten. Auf Privatgrundstücken muss der Eigentümer zahlen. Im vergangenen Jahr wurden die Gespinste unter anderem am Rimschweiler Spielplatz und Radweg, am Spielplatz in der Christoph-Knorr-Straße, an der Grundschule in Ernstweiler, am Mittelbacher Kindergarten, in der Mühlbergstraße, am Weg oberhalb des Hambacher Platzes und am hinteren Ende der Contwigerhangstraße entdeckt und entfernt.
Brennhaare können sogar zum Tod führen
Die Zweibrücker Revierförsterin Maria Jäger sagt im RHEINPFALZ-Telefonat, dass der Spinner für die Bäume – also die Eichen - an sich nicht so schlimm sei, allerdings für die Gesundheit der Menschen schon. Ob ein Baum durch die Gespinste und den einhergehenden Blattfraß der Eichenprozessionsspinner in Mitleidenschaft gezogen wird, hänge von mehreren Faktoren ab. „Wenn zum Beispiel der Blattfraß da ist und dann noch Aspekte hinzukommen, die den Baum weiter belasten, etwa Trockenheit, dann kann das schon mal der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt“, erklärt die Försterin. In den Wäldern um Zweibrücken habe sie jedoch noch keine Schäden durch den Spinner entdeckt, da gebe es für den Wald wesentlich schlimmere Schädlinge – allen voran der Fichtenborkenkäfer.
Wie Theodor Ringeisen, Leiter des Forstamtes Westrich, im Frühjahr 2020 gegenüber der RHEINPFALZ erklärte, geht die Gefahr des Eichenprozessionsspinners von den zahlreichen kleinen Brennhaaren aus, die über den Körper verteilt sind. Sie könnten schwere allergische Reaktionen auslösen, im schlimmsten Fall sogar zum allergischen Tod führen. Und es gibt noch eine weitere Gefahr: Die Brennhaare und die Nester bleiben jahrelang aktiv. Auch ein Nest aus den Vorjahren kann also beim Menschen weiterhin allergische Reaktionen auslösen.
Jäger rät jedem, der ein Gespinst des Eichenprozessionsspinners entdeckt, genügend Abstand zu halten. Ist es im eigenen Garten, so soll man für die Beseitigung lieber eine Spezialfirma holen. „Im Wald entfernen wir keine Nester. Und selbst sollte man da nicht rangehen“, so Jäger.