Zweibrücken Weltenbummler sind noch lange nicht am Ziel

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Seit drei Jahren reisen die beiden Zweibrücker Anika Rzepka und Florian Scharfenberger um die Welt. Mit dem Zug sind sie im März 2013 in Zweibrücken gestartet. Ihr Abenteuer hat sie inzwischen über Russland, Asien und Australien nach Südamerika geführt. Wie lange sie noch unterwegs sind, wissen die beiden selbst nicht – und finden genau das richtig gut.

„Wir sind in Zweibrücken mit dem Zug losgefahren und über Saarbrücken, Frankfurt, Wien, Budapest und die Ukraine nach Moskau. Dort sind wir mit der Transsibirischen Eisenbahn bis Wladiwostok gefahren und dann über Land in die Volksrepublik China, die wir einen Monat mit dem Zug bereist haben, um danach einen Monat lang in Tibet an einer Pilgerreise teilzunehmen“, beschreiben die beiden ihre Route. „Über Nepal sind wir nach Indien, Sri Lanka und weiter nach Südostasien. Nach eineinhalb Jahren in Asien/Südostasien sind wir weiter nach Australien, wo wir ein Jahr lang gelebt haben, gereist sind und gearbeitet haben. Nachdem wir Neuseeland bereist haben, sind wir durch den Pazifik gewandert und haben beispielsweise Tonga, Fidschi, Vanuatu und Französisch-Polynesien besucht. Seit fast zwei Monaten sind wir jetzt in Südamerika.“ Dass sich hinter diesen wenigen Zeilen Tausende Kilometer Reiseweg, etliche Begegnungen und unzählige kleine und große Abenteuer verbergen, können Außenstehende nur erahnen. „Die meisten Strecken haben wir über Land mit Bahn, Bus, Fähren und anderen öffentlichen Transportmitteln bereist. Einige Flüge zwischendrin waren unumgänglich, vor allem im Pazifik“, schreibt Scharfenberger, der bis zu seiner Reise für die FWG im Zweibrücker Stadtrat saß. Die RHEINPFALZ berichtete am 23. März 2013 unter dem Titel „Mit 26 Kilo Gepäck durch die Welt“ über das Vorhaben der damals 25-Jährigen und des 30-Jährigen. Damals sagte das Paar, es wolle zwölf bis 18 Monate weg. „Die Reise war von Anfang an weder zeitlich noch räumlich geplant“, schreibt Scharfenberger nun. Und so könnten sie auch nicht genau sagen, wo es sie als Nächstes hinverschlägt und wann sie wieder in Zweibrücken eintreffen werden. Scharfenberger und die Rimschweilerin haben lediglich eine grobe Planung. „Mittlerweile befinden wir uns in Uruguay. Wir werden die nächsten Tage im Bus verbringen und an die Iguazu-Wasserfälle fahren. Wenn wir uns die von Brasilien und Argentinien aus angeschaut haben, geht es nach Paraguay. Die Grobplanung sieht vor, nach Paraguay den Norden Chiles zu bereisen und dann nach Bolivien zu reisen.“ Danach soll es nach Peru, Ecuador, Kolumbien und Brasilien gehen. „Vielleicht schaffen wir es, Teile von Venezuela und (Französisch-)Guyana und Suriname zu bereisen. Danach soll es dann nach Mittelamerika und Mexiko gehen, was aber noch in weiter Ferne liegt“, schreiben die beiden auf ihrem Blog auf der Internetseite www.planetexplore.wordpress.com. Mit den beiden Weltenbummlern in Kontakt zu treten, ist erstaunlich einfach. Wann immer Strom und Internet verfügbar sind, lesen sie Nachrichten aus der Heimat. „Dank Internet ist es sehr einfach, Kontakte zu Menschen aufrechtzuerhalten, die körperlich auf der anderen Seite des Planeten sind“, schreibt Scharfenberger. Außerdem haben die beiden schon mehrfach Besuch von Familie und Freunden bekommen. Die Sehnsucht nach den Liebsten wurde so zumindest vorübergehend gestillt. Ansonsten vermissen die beiden nichts, schreiben sie. Über die Medien und sozialen Netzwerke verfolgen sie, was zu Hause los ist. „Aber wenn wir die momentane Stimmung in Deutschland und Europa verfolgen, dann sind wir schlichtweg froh, nicht dort sein zu müssen“, schreibt Scharfenberger. Wer das ehemalige Stadtratsmitglied kennt, der ahnt, wie sehr ihm die rechtspopulistischen Strömungen gegen den Strich gehen. Anika Rzepka und Florian Scharfenberger erleben als Gäste in anderen Ländern immer neue Kulturen und tauchen tief in diese ein. Besonderen Eindruck hat dabei Südostasien hinterlassen. „Unsere Zeit dort war fast täglich eine Besonderheit und äußerst interessant, abwechslungsreich, spannend, manchmal nervend − aber nie wirklich unangenehm, dafür aber sehr speziell. Die Herzlichkeit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Neugier der Menschen haben diesen Reiseabschnitt sehr stark geprägt“, schreibt Scharfenberger weiter. Überhaupt seien die Erfahrungen und Begegnungen überwiegend positiv. Allerdings hat die beiden einmal das Dengue-Fieber erwischt. „Eine Tropenkrankheit wie Dengue ist natürlich nicht angenehm und im Moment des Krankseins sehr schlimm. Das war das bisher einzig schlechte Erlebnis. Aber krank kann man überall und immer werden“, erklärt Scharfenberger. „Wirklich Schlimmes haben wir nie erlebt, jedenfalls nicht in dem Ausmaß, dass wir ausschließen würden, in ein Land zurückzukehren.“

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