Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Weiterer Schritt zum Baugebiet Kirchberg

Der Ixheimer Kirchberg, in der Mitte die Kaltluftschneise.
Der Ixheimer Kirchberg, in der Mitte die Kaltluftschneise.

Das entstehende Neubaugebiet auf dem Ixheimer Kirchberg wird vergleichsweise grün. So sieht es der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz in seiner Stellungnahme zum Planentwurf.

Am Dienstag, 29. März, empfahl der Bauausschuss dem Stadtrat, die Planung mit einigen Änderungen voranzutreiben. Der Rat tagt nächste Woche.

Im Zweibrücker Baugebiet „Wohnen am Kirchberg“ sollen 51 Bauplätze für Einzelhäuser, mit ein oder maximal zwei Wohneinheiten, entstehen. Vorgesehen ist, dass alle Flachdächer begrünt werden. Es sollen Solaranlagen drauf, grüne Gärten darum, niedrige Mauern und Zäune, und die Neubauten sollen locker Abstand halten, damit ein kühlender Wind an ihnen entlangstreichen kann. Letzteres, damit das Kaltluft-Entstehungsgebiet Kirchberg nicht völlig verbaut wird und weiter zur Beherrschung des Klimawandels im Stadtgebiet beitragen kann.

„Neubau auf grüner Wiese mit zwei Autos trägt nicht mehr“

Ende 2019 wurde es konkret mit dem Kirchberg-Vorhaben. Seit der Stadtrat beschlossen hat, mit der Planung zu beginnen, reißt die Kritik nicht ab. Und schlägt sich in den Stellungnahmen nieder, die im Verfahren einzuholen sind. Mit ihnen beschäftigte sich der Bauausschuss am Dienstag. Noch geht es nur um eine weitere Öffentlichmachung der Pläne. Immerhin der vorletzte Schritt, bevor die Grundlage für Bauanträge geschaffen wird. Noch in diesem Jahr soll es soweit sein.

Bevor der Ausschuss ohne Gegenstimme den Entwürfen zustimmte, skizzierte Norbert Pohlmann (Grüne) die Position seiner Partei. Die Grünen hätten Nachforderungen zum ursprünglichen Entwurf gestellt, diese seien nun berücksichtigt. Man könne nun zustimmen, auch wenn das Bauen auf der grünen Wiese nicht Ziel der Zweibrücker Stadtentwicklung sein könne. „Das Konzept von Familiengründung, Neubau auf der grünen Wiese, zwei Autos in der Garage, trägt nicht mehr.“ Gleichwohl sei es noch immer der Wunsch vieler. Was sich am Kirchberg zeigt. 147 Bauwillige hatten sich in eine Liste der Stadt eingetragen, fast dreimal so viele wie Bauplätze zur Verfügung stehen. Ähnlich das Interesse am kleinen Neubaugebiet „Im Hirtengarten“ Rimschweiler: Angeboten werden zehn Parzellen, nachgefragt 42.

Kurt Rücker will noch einmal Korn ernten

Unter anderem durch die Umweltverbände BUND und Nabu wurde der Bedarf an Neubaugebieten in Zweibrücken infrage gestellt. Eine Reaktion auf den kritisierten Flächenverbrauch gibt es: Die Stadt nimmt Abstand von Plänen, südlich des Beckerswäldchens neue Wohnbebauung zu ermöglichen. 4,2 Hektar im Flächennutzungsplan der Stadt ausgewiesener Grund wird ausgenommen, im Tausch gegen 2,9 Hektar am Kirchberg – Folge einer Umplanung.

Nicht alle, aber weitaus die meisten der vorgesehenen Baugrundstücke am Kirchberg gehören der Familie des Unternehmers Kurt Rücker. Oberhalb liegt sein Landschaftspark „Garten Rücker“, der öffentlich zugänglich ist und durch eine Stiftung auch in ferner Zukunft sein soll. Kurt Rücker hat den Acker, der Bauland werden soll, noch einmal einsäen lassen. Und will noch einmal Korn ernten. „Bis zur Ernte im Spätsommer wird sicher keiner bauen können. Aber bald danach hoffe ich doch, dass es losgeht“, sagt Kurt Rücker.

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