Saisonbilanz RHEINPFALZ Plus Artikel Wechsel auf den Naturrasen hilft Fußball-Landesligist SG Rieschweiler

Riesenjubeltraube mit ausgelassenem Tänzchen: Die Spieler und Trainer der SG Rieschweiler freuten sich nach dem entscheidenden 4
Riesenjubeltraube mit ausgelassenem Tänzchen: Die Spieler und Trainer der SG Rieschweiler freuten sich nach dem entscheidenden 4:0-Heimsieg gegen die starken Hermersberger riesig darüber, den Klassenverbleib auf den letzten Drücker noch geschafft zu haben.

Auswärts insgesamt zu schwach, zu Hause stabil – das Trainerduo Tobias Weis und Jürgen Jubileum rettet die SG Rieschweiler im Endspurt aber noch.

Die SG Rieschweiler hat den Klassenverbleib in der Landesliga West geschafft. Zwar auf den letzten Drücker und mit tüchtiger Mithilfe des künftigen Trainers Sebastian Reinert, aber im Ergebnis stimmt es dann doch. Weil die SGR Ende Mai am letzten Saisonspieltag mit 4:0 gegen Aufstiegsaspirant SV Hermersberg gewann und die bisher von Reinert trainierten Bundenthaler den direkten Konkurrenten aus Schmittweiler-Callbach niederrangen, war die Aufgabe von Jürgen Jubileum und Tobias Weis, die da seit etwa einem Monat an der Seitenlinie standen, erfolgreich bestanden.

„Es war ein Auf und Ab in dieser Saison. Wir hatten eine gute Hinrunde gespielt und waren nach der Hälfte der Saison noch weiter vorne“, erzählt Tobias Weis, eigentlich Kassenwart bei der SGR, der dann noch mal als Feuerwehrmann zur Verfügung stand. Der vorherige Trainer Björn Hüther hatte bis dahin alles im Griff, in der zweiten Saisonhälfte ging es dann aber steil bergab. „Auch nachdem wir es übernommen hatten, war es ein stetiger Wechsel. Bei den Auswärtsspielen waren wir nicht gut. Die letzten Wochen waren richtig nervenaufreibend“, sagt Weis, der auch ausdrücklich darauf hinweist, wie wichtig die Funktion von Spieler Christian Ohlinger als verbindendes Element zwischen Mannschaft und Trainer gewesen sei. Die Idee zum Engagement des Trainerduos Weis und Jubileum hatte im Übrigen Florian Opitz.

Weltmeister war Gold wert

„Spiele, von denen wir dachten, wir gewinnen sie, haben wir dann verloren und die Leistung nicht auf den Platz gebracht. Gerade gegen Bundenthal, Hinterweidenthal oder Winterbach haben wir es nicht geschafft zu gewinnen. Das sind eben die Siege, die du dann brauchst“, sagt Weis, der mit seinem Team am Ende mit 32 Punkten gerade einen Zähler mehr auf dem Konto hatte als die abgestiegene Mannschaft aus Schmittweiler.

Negativ, so sieht es Weis, ist für seine Mannschaft insbesondere der Kunstrasenplatz gewesen. „Wir haben dort regelmäßig das Spiel gemacht und die Gegner zum Kontern eingeladen“, erzählt Weis, weshalb er den Wechsel auf den Naturrasenplatz „An der dicken Eiche“ für notwendig gehalten habe, um seine Mannschaft besser ins Spiel zu bringen. Ein wichtiger Faktor, weshalb es sportlich nicht rund lief, war auch das zur Verfügung stehende Personal, weil häufig zu viele Verletzte fehlten.

Aber auch positiv fielen einige Spieler auf. „Erik Durm war ein ganz wichtiger Faktor für uns. Er als Weltmeister ist für so eine junge Mannschaft Gold wert“, sagt Weis, der insbesondere das Geleit, das Durm den jungen Spielern im Abstiegskampf gegeben habe, hervorhebt. „Er hat der Mannschaft viel Stabilität gegeben. Ich habe ihn als Abwehrspieler gesehen, da wir viele Gegentore bekommen haben. Er ist vorneweg gegangen als Weltmeister. Er hat auch viel geackert, hat sich in die Zweikämpfe geworfen, das war auch ein wichtiges Zeichen für die jungen Spieler“, stellt der bisherige SGR-Trainer fest.

Superintensive fünf Wochen

Gut geklappt hat es in der Offensive. Simon Hauck war mit 35 Treffern der Top-Torjäger der gesamten Landesliga West. „Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass ein Spieler die Tore nicht allein macht. Natürlich macht Simon auch Tore aus Situationen, in denen das eigentlich nicht geht. Aber wir haben im Angriff eine gute Mannschaft. Ein Stürmer lebt auch von den Vorlagen“, sieht Ex-Profi Weis die Offensive als Gesamtpaket.

„Mir haben die fünf Wochen mit der Mannschaft sehr viel Spaß gemacht“, meint Weis rückblickend. Das will er auch nicht missen, kann sich jedoch nicht mehr vorstellen, das Traineramt noch mal länger zu bekleiden. „Das war eine superintensive Zeit. Rieschweiler ist mein Herzensverein“, stellt der 54-Jährige aber unumwunden fest.

Neben Neu-Trainer Sebastian Reinert wird die ganze Mannschaft nun ein neues Gesicht bekommen. „Wir werden Abgänge haben, aber auch einige Zugänge. Hinzu kommen viele Talente aus der A-Jugend. Deshalb, das sehe ich positiv, werden wir in Rieschweiler etwas Neues aufbauen können“, blickt Weis zuversichtlich in die Zukunft.

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