Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Was Zweibrücker Trainer vom Kleingruppentraining draußen ab 18. Mai halten

Wann der Handball wieder richtig fliegt und im Tor einschlägt, ist unklar. Der Deutsche Handball-Bund will in acht Stufen zurück
Wann der Handball wieder richtig fliegt und im Tor einschlägt, ist unklar. Der Deutsche Handball-Bund will in acht Stufen zurück ins Spiel.

Handball: Die ersten Lockerungen in Corona-Zeiten sind da, auch im Sport. Mannschaftssportarten müssen sich aber immer noch gedulden. Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hat Anfang Mai die achtstufige Strategie „Return to play“ veröffentlicht und damit klar gemacht, wie er sich deutschlandweit die Rückkehr zum geregelten Handballsport vorstellt. Wie sehen das die Zweibrücker Trainer?

Grob zusammengefasst lautet die Handlungsempfehlung des DHB, die der Verband auch dem Deutschen Olympischen Sport-Bund übermittelt hat, an Landesverbände und Vereine: erst allein, dann zusammen und zum hoffentlich guten Schluss wieder als Mannschaft vor Zuschauern. So weit, so vorhersehbar in Corona-Zeiten mit den diversen Einschränkungen. „Return to play“ heißt das Papier in bestem Neudeutsch, das auch auf der Internetseite des Verbandes (www.dhb.de) als PDF-Datei abrufbar ist.

Zuschauer erst bei Stufe 8

Die Stufen 1 (autonomes Training der Athletik und/oder Technik mit Empfehlungen) und 2 (individuelles Training mit Partner und Anleitung durch den Trainer) laufen zumindest bei den meisten Aktiven-Teams in höheren Klassen ja schon seit Beginn der Krise. In den Stufen 3 und 4 steht dann Kleingruppentraining (erst draußen, dann in der Halle, handballspezifisch, jeweils ohne Zweikämpfe) auf dem Programm. Mannschaftstraining in der Halle gibt es erst wieder bei den Stufen 5 und 6 (immer noch ohne Zweikämpfe). Stufe 7 sieht in Richtung neue Spielzeit – wann auch immer die beginnen mag – Testspiel- und Wettkampfbetrieb ohne Publikum vor, und erst bei der letzten Stufe 8 kommen auch die Zuschauer wieder ins Spiel.

„Der Handball lebt vom Kontakt, aber Abstand ist weiter das aktuelle Gebot. Angesichts der Corona-Pandemie müssen wir deshalb kreative und verantwortungsvolle Möglichkeiten finden, wie wir das Training auch in Sporthallen wieder aufnehmen und zum Spiel zurückkehren können“, sagt Mark Schober als Vorstandsvorsitzender des Deutschen Handball-Bundes zum Stufenplan. Der DHB will auf seiner Internetseite weitere Materialien zur Kommunikation und zur praktischen Gestaltung des Wiedereinstiegs zur Verfügung stellen.

Ambitioniert war von Anfang an aber die Tatsache, dass der DHB für Stufe 3 den 7. Mai als Startdatum vorgesehen hatte. In vielen Bundesländern und Städten – auch in Zweibrücken – sind Sportstätten immer noch nicht wieder freigegeben. Und am 18. Mai soll laut DHB schon Stufe 4 mit Kleingruppentraining draußen zünden. In Zweibrücken stellt sich die Frage wo, wenn zum Beispiel das Westpfalzstadion weiter geschlossen bleibt.

Handballpause beim SV 64

Die RHEINPFALZ hat in Zweibrücken die beiden Trainer Stefan Bullacher und Kai Schumann nach ihrer Meinung zum DHB-Plan befragt. Eigentlich begänne nach dem Ende der regulären Saison jetzt sowieso die handballfreie Zeit. „Wir trainieren noch bis Ende des Monats nach unseren individuellen Plänen weiter, dann machen wir vier Wochen Pause“, sagt Stefan Bullacher, Trainer des Oberliga-Meisters und Drittliga-Aufsteigers SV 64 Zweibrücken dazu. Oberligist VTZ Saarpfalz trainiert dagegen laut Kai Schumann, der zusammen mit Philip Wiese das Trainergespann bildet, weiter. „Wir bekommen ja ziemlich viele neue Spieler. Diese Woche haben wir eine Videokonferenz, da bekommen sie individuelle Aufgaben – ein bisschen Laufen, ein bisschen Krafttraining. Einfach, um ein gewisses Level zu halten, bevor wir irgendwann die Präsenzphase im Training starten können.“

Auch Schumann hält den Plan des DHB für zeitlich sehr ambitioniert und glaubt, dass es bis zum Mannschaftstraining September werden wird. „Was wir so gehört haben, sind vor den Sommerferien laut Stadt keine Hallen mehr auf.“ Und der Handball-Verband Saar habe inzwischen angedeutet, dass er mit einem Saisonbeginn Ende Oktober rechnet. „Seriös ist da derzeit wenig planbar“, findet Schumann, der hofft, irgendwann in Richtung Juli mal in Kleingruppen mit seinen Spielern trainieren zu dürfen.

Saisonstart Ende Oktober?

Stefan Bullacher findet, dass sich der DHB-Plan zwar „schön anhört“, aber nur für eine bestimmte Klientel der Handballer tatsächlich umsetzbar ist. Aus seiner Sicht sind die Stufen nicht kindgerecht; ihm fehlt eine klare Aussage, für welches Alter das gedacht ist. Allerhöchstens ist das aus seiner Sicht so „in der Kontaksportart Handball vielleicht ab der B-Jugend durchführbar“.

Auch Stefan Bullacher ist indes felsenfest davon überzeugt, dass die Sporthallen noch lange geschlossen bleiben. „Und zwar so lange, dass wenn sie dann wieder öffnen, auch das Kontaktverbot aufgehoben ist und wir wieder ganz normal trainieren können.“

Stefan Bullacher, Trainer des Drittligisten SV 64 Zweibrücken.
Stefan Bullacher, Trainer des Drittligisten SV 64 Zweibrücken.
Kai Schumann, Trainer des Oberligisten VTZ Saarpfalz
Kai Schumann, Trainer des Oberligisten VTZ Saarpfalz
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