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5. September: Die Goldfarb-Zwillinge.
5. September: Die Goldfarb-Zwillinge.

Ob scharfer Humor, bissige Satire oder Lachmuskel reizendes Kabarett – in die „St. Ingberter Pfanne“ passt eine Menge hinein. Zur 34. Ausgabe des Kleinkunstpreises lädt die Stadt St. Ingbert vom 1. bis 7. September in die Stadthalle ein. Vom bösen Zwilling zu kabarettistischen Einblicken eines Rollstuhlfahrers – die Zuschauer erwartet ein vielschichtiges Programm.

In gar keine Schublade passt Rosemie Warth, die den Wettbewerb eröffnet. Sie präsentiert sich mal als verklemmte Schwäbin, mal als abenteuerlustige Weltenbummlerin, über deren Missgeschicke gelacht werden darf. Die 1965 in Bad Waldsee (Württemberg) geborene Künstlerin hat in New York, Philadelphia und Köln Tanz und Gesang studiert. Ende der 80er entdeckte sie die Clownerie für sich und zog als Tuba spielende Clownin mit dem Clowns-Trio „Extra Nix“ durch die Lande. Seit 1990 ist die quirlige Frau mit ihrem Solo-Programm unterwegs. Salim Samatou, Stand-up-Comedian, wuchs in Mumbai auf und kam als Elfjähriger nach Bad Kreuznach. Er studierte in Frankfurt Internationale Wirtschaftsinformatik, derzeit studiert er Geschichte in Mainz. Nach seinem Sieg beim „RTL Comedy Grand Prix“ trat er mit seinem Solo-Programm „Voll tight“ auf und war in neun Folgen mit dem „Rebell-Comedy Ensemble“ zu sehen. Dass fast niemand seinen Namen aussprechen kann, trägt Nektarios Vlachopoulos mit Fassung. Er benutzt diesen Umstand für Gags und Wortspiele bei seinem schwarz-humorigem Poetry-Slam. Ursprünglich hatte der Deutsche mit griechischen Wurzeln in Heidelberg Germanistik und Anglistik studiert, als sein Talent für Wortwitz entdeckt wurden. 2011 gewann er den Meistertitel im Einzel der Poetry-Slam-Meisterschaften in Hamburg. Nachdenklich stimmen die Lieder des Songpoeten Michael Feindler. Er eröffnet den zweiten Wettbewerbstag. Angeregt durch die gesellschaftskritische Lyrik Erich Kästners begann Feindler, der in Berlin Politikwissenschaften, Philosophie und Publizistik studierte, selbst zu texten. Den kritiklosen Konformismus vieler prangert er an. Feindler ist Preisträger zahlreicher Preise aus dem Slam- und Kabarett-Bereich, darunter des Karl-Marx-Poesie-Preises (2008, 2009). Die Sicht Tan Calgars ist anders: Der Deutsche mit türkischen Wurzeln sitzt im Rollstuhl. Wenn man hört, mit welcher Energie er sein Leben meistert, kann man nur staunen. Mit einer Fehlbildung des Rückenmarks geboren, setzte er sich dennoch als Model durch und spielt in der Ersten Bundesliga Basketball. Beobachtungen im Alltag inspirierten Caglar zu seinen humoristischen Betrachtungen. Einem breiteren Publikum wurde er im Sommer 2017 bei „Nuhr ab 18“ in der ARD bekannt. Mit Charme und russischem Akzent erzählt und singt Liza Kos. Als „Kontingent-Flüchtling“ kam sie 1996 aus Moskau nach Deutschland. 2011 begann die Deutsch-Russin, als Singer-Songwriterin unter dem Namen Lizusha aufzutreten und merkte, wie gut ihre Komik ankam. Die Frage nach der eigenen Identität machte sie zum selbstkritischen Inhalt ihres Programms, „Was glaub’ ich, wer ich bin“. Kos hat seit 2016 ihre monatliche Comedy-Show „Kurart“ in Aachen. Blözinger, ein Duo aus Österreich, eröffnet den dritten Wettbewerbstag. Mit Schmäh und Wortwitz werden das Leben und die Liebe zerpflückt. Robert Blöchl und Roland Penzinger fanden 2004 zueinander. Blöchl ist Lehrer für Englisch, Musik und Religion. Von 2000 an trat er als „Dr. Sommersprossi“ bei den „Cliniclowns“ auf und war Teil des Ensembles „Meet the Monster“ in Wien. Penzinger gründete 1996 den „Circus Sobini“ und arbeitete bis 2002 als Zirkusdirektor. Er trat als Straßenkünstler auf und kam 2003 zu „Meet the Monster“. Wie man (oder besser Frau) richtig eskaliert, zeigen Ariane Müller und Julia Gaméz Martin unter dem Namen Suchtpotenzial. Das Liedermacher-Duo aus Ulm (Müller) und Berlin lernte sich 2011 am Theater in Ulm kennen, wo Müller als musikalische Leiterin mit ihrer Band die Musicals „Rocky Horror Show“ und „Hair“ gestaltete. Sie spürten schnell, dass die Chemie stimmt, und so entstanden 2013 die ersten Songs. Seit diesem Jahr ist Suchtpotenzial mit ihrem Programm „100 Prozent Alko-Pop“ in Konzerten und Fernsehshows zu sehen. Freuen darf man sich auf Rhythmisch-Melödioses mit kraftvollen Stimmen. Schwäbischer Dialekt geht einem nicht mehr so schnell aus dem Ohr, wenn man ihn erst einmal gehört hat. Seine Mundart mit einer dicken Portion Humor und Situationskomik bringt Stand-Up-Comedian Thomas Schreckenberger ein, der den dritten Abend beschließt. Dabei durchleuchtet er politische Ansichten unter dem Motto „Ene Mene Muh – wem traust du?“ Er hinterfragt, wie viel Glauben man der Werbung, der Politik und den Medien schenken kann. Dass man nicht nur einen bösen Zwilling haben kann, beweisen die Goldfarb-Zwillinge, die sich selbst als „doppelt gemein“ schildern. Sie sind Vorreiter des Programms am vierten Abend. Die eineiigen Zwillinge Laura und Lisa stammen aus Essen, haben eine Ausbildung für Schauspiel und Tanz an der Folkwang Hochschule in Essen absolviert, woran sich ein Engagement am Tanztheater „Meekers“ in Rotterdam anschloss. Es folgten Gastspiele am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und den Hersfelder Festspielen (Hersfeld-Preis 2015). Heute wohnen sie Tür an Tür am Prenzlauer Berg in Berlin. Ein Heimspiel erlebt Jochen Prang, der Saarländer, bekannt als Stand-Up-Comedian „Der Prangster“. Er nimmt die Gesellschaft mit ihrem Zeitgeist auseinander. Wieso streicheln Menschen in Berlin Bushaltestellen? Was hätte Jesus mit Youtube erreicht? Ist Tinder gut für den Weltfrieden? Auch, wenn die Fragen wohl nicht abschließend beantwortet werden können – amüsant sind sie allemal. Prang ist gelernter Buchbinder und kam über den Umweg Moderation/DJ zur Comedy. Der Wettbewerb endet mit Gankino Circus, einer Folkband aus Dietenhofen. Die Musiker kennen sich zum größten Teil aus der Schulzeit. Der Name stammt von dem bulgarischen Tanz Gankino. Die Klänge dieser Band dürften schnell ins Blut und damit auch ins Bein gehen. Gankino Circus hat zwei Alben veröffentlicht und war als Support für die finnische Band Eläkeläiset unterwegs. Karten —Einzelkarten 12 bis 16 Euro, ermäßigt 11 bis 14 Euro, Abos: 25 bis 55 Euro, ermäßigt 27 bis 47 Euro. Es gibt sie bei reservix.de, Telefon 0180/6700733. —Infos: www.st-ingbert.de

4. September: Suchtpotenzial.
4. September: Suchtpotenzial.
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