Zweibrücken Was die Gemeindeschwestern für ältere Menschen tun wollen
Den Begriff „Gemeindeschwester“ kenne man noch aus der Nachkriegszeit oder aus der DDR, und manche stellten sich darunter noch die „Schwester mit dem Häubchen auf dem Fahrrad“ vor, begrüßte Claus Wilhelm die Mitglieder des Sozialausschusses. Dass er als Mann unter dem Begriff Gemeindeschwester arbeitet, damit kokettiert er selbst ein wenig: „Mir glaubt keiner, dass ich die Schwester bin.“ Deshalb gingen die Gemeindeschwestern – mit ihm begann seine Kollegin Claudia Hoffmann – auch nicht von Haustür zu Haustür.
Montagmorgens in der Fußgängerzone
„Die Leute müssen zu uns kommen“ – zum Beispiel montagmorgens in den Pop-up-Store in der Fußgängerzone. Der Andrang bei diesen Beratungsstunden sei allerdings überschaubar, räumte Claus Wilhelm ein. „Von selbst kommt keiner von den Älteren, nur andere Anliegen: Wo ist das nächste Toilettenhäuschen, warum gibt es in Zweibrücken noch keinen Zumba-Marathon, warum sind die Krähen in der Stadt?“, nannte er Beispiele, was er schon gefragt wurde. Wenn er im Sommer vor die Tür trete, ergebe sich aber immer ein Gespräch, versicherte er.
Die Gemeindeschwestern beraten „in allem, was den Alltag erleichtert“. Das reicht von der Hilfe bei Anträgen bis zum Versuch, die Leute in Gesellschaft zu bringen. Um über das Angebot zu informieren, wurden vor einem Jahr 1000 Handzettel gedruckt und in Apotheken, bei Ärzten und in den Pfarrgemeinden ausgelegt. Fast alle seien mittlerweile weg. Gleichzeitig stellten sich die Gemeindeschwestern auf Altennachmittagen und anderen Veranstaltungen vor. Mittlerweile bieten sie auch Sitzgymnastik für Senioren an – die älteste Teilnehmerin sei 92 –, außerdem einen neuen Gesprächskreis im Mehrgenerationenhaus, immer am ersten Montag im Monat, 10 bis 11 Uhr. Sehr gut angekommen sei die Rollator-Schulung beim Gesundheitstag 2023.
Theaterstück über Trickbetrüger
Am Gesundheitstag möchten die Gemeindeschwestern auch dieses Jahr wieder mitmachen. Geplant ist „Zweibrücken gesund“ für den 28. April. Für 2. September ist ein Theaterstück über Trickbetrüger in der Multifunktionshalle beim Helmholtz-Gymnasium geplant. „Schutz vor falschen Enkeln und anderen Betrügern“, heißt das Stück, in dem es darum geht, Betrugsmaschen zu erkennen und nicht darauf reinzufallen.
Dass die Idee der Gemeindeschwester gut ankomme, sehe man auch an den Nachfragen aus anderen Bundesländern, etwa Saarland und Nordrhein-Westfalen: „Die hätten das auch gern.“