Zweibrücken Was an der Innenstadt toll ist – und was nicht
Zwei Planungsbüros aus Offenbach und Frankfurt haben sich Zweibrücken angeschaut, die Stärken und Schwächen der Innenstadt herausgearbeitet und daraus Risiken und Chancen abgeleitet.
Das ist gut
+ Als eine Stärke der Stadt sehen die Planer das Einzelhandelszentrum entlang der Hauptstraße, der Fußgängerzone. Die hohe, seit Jahren konstante Passantenfrequenz deute auf ein funktionierendes, multifunktionales Zentrum hin. Der öffentliche Raum zwischen Alexander- und Herzogplatz sei im Zuge der Neugestaltung der Fußgängerzone ansprechend gestaltet worden.
+ Eine einzigartige Qualität attestieren die Planer den großen Grün- und Freiflächen in der Nähe des Stadtzentrums. Sie loben die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten wie Skatepark, Wasserspielplatz, Sportbereiche, Rosengarten, Landgestüt, Rennbahn, Stadion und Schwimmbad. Der Grüngürtel mit der Schwarzbachallee als Zentrum sei klimatisch bedeutsam, um im Sommer die Temperatur zu senken und den Luftaustausch zu verbessern.
+ Ein Markenzeichen der Stadt ist die historische Allee entlang des Schwarzbachs. Sie sei ein repräsentatives, charakteristisches Merkmal der Stadt und ein Tourismus-Magnet. Die Planer verweisen auf die dort entlangführenden Radrouten und die Veranstaltungen im Landgestüt, an der Rennwiese und im Rosengarten.
+ Neue Entwicklungsimpulse und Projekte um das Stadtzentrum seien wichtige Impulsgeber für weitere Veränderungen. Als Beispiele führen die Planer unter anderem an: die Pläne auf dem alten Brauereigelände, das Gewerbegebiet westlich der Kaiserstraße, die Renaturierung des Bleicherbachs, den Umbau der alten Feuerwache und den Neubau der Kita Gabelsbergerstraße.
+ Zu einem Anziehungspunkt haben sich die Hochschule und die Forschungseinrichtungen am Kreuzberg entwickelt. Der Erfolg mit über 2600 Studierenden in Zweibrücken trage auch dazu bei, dass sich die Stadtbevölkerung verjüngt.
Das ist schlecht
– Mit der Hochschule am Kreuzberg verbinden die Planer aber auch eine Schwäche: Die Hochschule ist durch die Lage auf dem Berg etwas isoliert und schlecht erreichbar. Durch Busse ist das Lernzentrum nur mäßig an die Luftlinie einen Kilometer entfernte Innenstadt angebunden. Und die fußläufige Verbindung über die Kreuzbergstraße ist in keinem guten baulichen Zustand. All dies führe zu einer geringen Identifikation zwischen Hochschule und Stadtzentrum.
– In der westlichen Kernstadt (Kaiserstraße/Wallstraße) bemängeln die Planer einen hohen Anteil an kleinteiligen Brachflächen und wenige Freiflächen sowie wenig öffentliches Grün. Flächen seien oft versiegelt, also asphaltiert oder gepflastert. Mehr Grünflächen seien hier wünschenswert. Einen Konflikt zwischen Verkehr und Versorgungsfunktion sehen die Planungsbüros in der Fruchtmarkt- und der Alten Ixheimer Straße. Das Verkehrsaufkommen erreiche dort 14.000 Fahrzeuge am Tag. Hier besteht die Gefahr eines höheren Leerstands, aber auch eine Abwertung des Gebietes.
– Im Stadtzentrum ist ebenfalls eine Tendenz zu Leerständen und sinkender Verkaufsfläche zu beobachten. Vor allem kleine Einheiten sind hier betroffen. Ein befürchteter Bedeutungsverlust des Zentrums kann sich laut den Planern dann auch auf die Wohnqualität auswirken. Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, sei es, den zentralen Versorgungsbereich zu verkleinern und die Randlagen als innerstädtische Orte neu zu erfinden. Für die Weststadt schlagen sie etwa vor, ein gemischtes Wohn- und Dienstleistungsquartier um die Kaiserstraße zu entwickeln.