Fussballspiel der Woche
Warum Trainer mit goldenen Kühen so ihre Probleme haben ...
Mit einem 1:1 (0:0)-Unentschieden trennten sich am Sonntagnachmittag die Kunstrasenspezialisten des SV Palatia Contwig und des SVN Zweibrücken. Vor 80 Zuschauern gab es keinen Sieger in einer nur in der ersten Halbzeit guten Spitzenpartie der A-Klasse. Marcel Hoffmann (Palatia) flog mit Gelb-Rot vom Platz, ein SVN-Mannschaftsbetreuer und ein Zuschauer mussten das Gelände verlassen.
Zum Jubeln war nach dem Spiel niemand auf dem Sportplatz in Contwig zumute. Die Auswechselspieler und der Gästetrainer des SVN Zweibrücken stürmten auf den Platz zu Schiedsrichter Jürgen Schäfer (FC Queidersbach), um ihm lautstark mitzuteilen, dass er zu früh abgepfiffen hat. „Ehrlich“, begann SVN-Coach Andreas Hergert seine Analyse, „man soll eigentlich nichts über Schiedsrichter sagen, aber heute müsste man es eigentlich tun.“ Dabei war es nicht nur die weggelassene Nachspielzeit, die es ehrlicherweise schon alleine wegen der mehrminütigen Verletzungspause von Palatia-Torwart Moritz Betz hätte geben müssen, die seinen Blutdruck steigen ließ.
Trainer stoßen beim Beurteilen der Schiri-Leistung ins gleiche Horn
Auch sonst war er wenig zufrieden mit der Leistung des Unparteiischen, der seiner Meinung nach sehr vieles unverständlich abpfiff, was keinen Spielfluss zuließ und Hektik reinbrachte. „Ehrlich“, stieß auch ein emotionaler Palatia-Trainer Max Blum ins gleiche Horn, „man soll nichts über Schiedsrichter sagen, da es die goldenen Kühe sind, aber heute müsste man es eigentlich tun.“
Durch die unglückliche Spielleitung sei seine Mannschaft in Halbzeit zwei ins Hintertreffen geraten. „Wenn man merkt, es läuft viel gegen einen und gefühlt wird jede kleine Aktion gegen dich gepfiffen, dann geht man gehemmter in die Zweikämpfe“, fand Blum. Die Auerbacher hätten das clever ausgenutzt und eine starke zweite Halbzeit gespielt, in der sie verdient zum Ausgleich kamen.
Bärenstark: Contwig in Hälfte eins, SVN in Hälfte zwei
Zwar traf der ligastärkste Angriff nicht selbst, zwang dafür nach einem umstrittenen Eckball Palatia-Spieler Mesout Moutous (75.) zu einem Eigentor. Das Spiel habe die Heimmannschaft in Halbzeit eins verloren, erklärte Max Blum. „Wenn man drei hundertprozentige Chancen gegen den Tabellenführer liegen lässt, dann wird das meistens irgendwann bestraft.“ Zurück bleibe ein gebrauchter Sonntag, da der Palatia mit dem einen Punkt wenig geholfen sei.
Andreas Hergert hatte das ähnlich gesehen. „Contwig war in Halbzeit eins bärenstark“, lobte er die Rot-Weißen. „Wir gehen zum Glück ohne Gegentor in die Pause. Nach dem 1:0 haben wir uns kurz geschüttelt, und dann ging es nur noch in eine Richtung.“ Einer erfolgreicheren SVN-Drangphase ab der 60. Minute stand aber Heimtorhüter Moritz Betz im Weg.
Hüther freut sich über das Glück bei seinem Sonntagsschuss
Die Hausherren hatten dagegen mit breiter Brust begonnen. Durch die Feldvorteile kam die Palatia zur ersten Großchance durch Tim Krieger. Dieser hatte bereits SVN-Torwart Robin Koch umkurvt, sein Kullerball wurde aber vor der Linie geklärt. Es entwickelte sich ein rasantes Spiel, dass das Prädikat „Spitzenspiel“ verdient hatte. Die Gäste bekamen ihre Nerven zusehends in den Griff, und Torjäger Stephan Grauer (21.) testete die Standfestigkeit des Pfostens. Nur vier Minuten danach wackelte das von Robin Koch gehütete Gästetor, nachdem Johannes Heubeck die Latte getroffen hatte.
Einer, der die Herzen der Contwiger Fans wenigstens einmal in den zweiten 45 Minuten höher springen ließ, war Mittelfeldspieler Tim Hüther. Er lief in Richtung SVN-Strafraum, fasste sich ein Herz und knallte den Ball unhaltbar aus 22 Metern in den Winkel (56.). „Den hab ich schon gut getroffen, da gehört Glück dazu“, meinte Hüther zu seinem Sonntagsschuss. „Eigentlich komme ich von der Außenbahn, darf seit dieser Runde aber Achter oder Zehner spielen, was meinen Fähigkeiten mehr entspricht. So kann ich meiner Mannschaft besser helfen.“
Übrigens: Schiri Schäfer verwies noch einen SVN-Betreuer des Feldes, der ihn als „Heimschiedsrichter“ tituliert hatte, ein Contwiger Zuschauer musste bereits ein paar Minuten zuvor das Spiel von außerhalb des Geländes weiterverfolgen, weil er meinte, der Unparteiische sei eine „Schlafkappe“.
So spielten sie
SV Palatia Contwig: Moritz Betz - Brünesholz, Niclas Betz, Semar - Sefrin, Füßgus, Hüther, Moutous, Heubeck - Krieger, Utzinger (58. Hoffmann)
SVN Zweibrücken: Koch - Clemens, Teuscher, Seibert - Mayer, Schmidt (63. Litzenberger), Eudenbach, Boudjemai, Schmitt - Mohammad, Grauer
Tore: 1:0 Hüther (56.), 1:1 Moutous (75., Eigentor) - Gelbe Karten: Blum, Nikolaus, Hüther, Moutous - Grauer, Clemens, Schmidt, Litzenberger - Gelb-Rote-Karte: Hoffmann (81.) - Beste Spieler: Moritz Betz, Hüther, Nikolaus - Grauer, Schmitt, Mohammad, Boudjemai, Litzenberger - Zuschauer: 80 - Schiedsrichter: Schäfer (Queidersbach).