Kolumne Abseits
Warum für Trainer beim SV Palatia Contwig jetzt Schluss ist ...
Coach Höh hört auf
Keine Frage, es war ein gebrauchter Tag für den SV Palatia Contwig: Das Schlusslicht der Fußball-Bezirksliga musste am Samstag eine krachende 1:9-Niederlage beim Tabellensechsten TuS Bedesbach-Patersbach hinnehmen. „Wir haben zwei A-Jugendspieler eingesetzt. Die ersten vier Torschüsse waren allesamt drin“, sagte Palatia-Trainer Stefan Höh hinterher. Wobei eben diese Bezeichnung, die des Trainers nämlich, seit Sonntagabend hinfällig ist. Höh trat nämlich nach zehn Spieltagen, fünf Punkten und 12:34-Toren von seinem Amt zurück, wie er selbst berichtet. „Mir bringt es nichts und der Mannschaft auch nicht. Ich musste zu oft direkt nach dem Training weg, oder eben auch nach den Spielen. Es ist dann extrem schwierig, für eine Mannschaft da zu sein. Deshalb habe ich gesagt, dass ich nicht mehr zur Verfügung stehe“, erklärt Höh. Er sei auch frustriert gewesen, weil die Top-Spieler der vergangenen starken Aufstiegssaison nur selten, und dann nicht als Gesamtpaket zusammenspielten. „Für mich ist nun Schluss. Vielleicht werde ich mit 39 Jahren noch irgendwo in der AH rumkicken“, sagt Höh.
Dass es am Samstag gegen die „Be-Pas“ beim 1:9 so richtig rappelte, war für Höh naheliegend. „Wir sind nicht eingespielt, weil wir ständig stark ersatzgeschwächt sind. Und Bedesbach hat eine eingespielte starke Mannschaft“, sagt Höh, dessen Team bereits nach zwölf Minuten mit 0:4 hinten lag. Der Ehrentreffer vor der Halbzeit durch den früheren Akteur des TSC Zweibrücken, Steven Mathieu, war da nur ein kleines Trostpflaster. Denn nach der Pause rappelte es noch fünfmal. Schade das es nun für Höh in Contwig zu Ende ging.
Laut dem Palatia-Vorsitzenden Peter Ehrmantraut übernimmt der bisherige Co-Trainer Tim Hüther, seit kurzem im Besitz der B-Lizenz, den Job von Höh. Für Hüther, der die Palatia am „Tag der deutschen Einheit“ im Heimderby gegen die VB Zweibrücken erstmals eigenverantwortlich coachte, suche man aber noch jemanden zur Unterstützung.
Mehr freier Eintritt?
Die Idee nahm bereits in der Vorsaison Formen an. Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf plante Aktionsspieltage, bei denen Fans kostenlos ins Stadion dürfen. Die Maßnahme „Fortuna für alle“, die von Sponsoren gestützt wird, war in aller Munde. Dreimal wird nun in der Saison 2023/24 freier Eintritt gewährt.
Auch die SG SV 64/VT Zweibrücken ließ am Samstag, bei der Oberliga-Heimpremiere der Spielgemeinschaft, die Kassen zu und die Handballfans kostenlos in Richtung Tribüne passieren. Kann das in Zweibrücken Schule machen?
Für die Handballer oder auch die kleinen Fußballclubs sind die Zuschauereinnahmen eine Stütze für die tägliche Arbeit im Verein. Sicher könnten dies auch mal Sponsoren stemmen, weil die Einnahmen vielleicht nicht in astronomischen Höhen liegen. Eine Gefahr ist auch, dass eine Freikarten-Aktion irgendwann ihren Reiz verlieren würde, weil es schlichtweg immer möglich wäre, Spiele einer Mannschaft zu sehen.
Wäre da aber nicht ein Dreh zu finden, der alle glücklich macht? Möglicherweise hätten die Klubs – bei freiem Eintritt – dennoch Einnahmen in gleicher Höhe, weil Familien mit Kids mehr an den vereinseigenen Imbissbuden oder bei Fanartikeln investieren. Oder die Einnahmen steigen sogar, weil die Fans in größeren Mengen zu den Heimspielen kommen und dadurch mehr Geld an den Essens- und Getränkeständen lassen.
Ein guter Mittelweg wäre vielleicht auch ein Kombi-Ticket für den Sport bei Zweibrücker Vereinen, der es Fans ermöglicht, zwei Klubs – zum Beispiel die SG-Handballer, aber auch die Basketballer der VT Zweibrücken – zu unterstützen.