Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die Polizei ein Auge auf E-Roller-Fahrer hat

„Unter Drogenfluss E-Scooter gefahren“. – das liest man seit einiger Zeit immer wieder im Polizeibericht.
»Unter Drogenfluss E-Scooter gefahren«. – das liest man seit einiger Zeit immer wieder im Polizeibericht.

Wenn man dem Polizeibericht glaubt, sind kleine Elektro-Tretroller – sogenannte E-Scooter – bei Drogenabhängigen beliebt. Der Zweibrücker Polizeichef weiß, warum das so ist.

„Unter Drogenfluss E-Scooter gefahren“, „Trunkenheitsfahrt mit E-Scooter“, „Alkoholisierter und drogenbeeinflusster E-Scooter-Fahrer“ – solche Überschriften sind seit einiger Zeit immer wieder in den Pressemeldungen zu lesen, die die Zweibrücker Polizei regelmäßig verschickt. Der Eindruck, dass solche Meldungen häufig vorkommen, täuscht nicht, sagt Zweibrückens Polizeichef Matthias Mahl im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Und er kennt auch den Grund.

Es fängt an mit etwas, was der Polizei Sorgen bereitet: Drogen seien für die Zweibrücker offenbar leicht zu bekommen, auch harte Drogen wie Amphetamin oder Kokain, sagt Mahl. Wobei es nicht so ist, als stünden die Drogendealer an den Straßenecken: „Die lassen es sich per Post schicken“, erklärt der Leiter der Polizeiinspektion. Die Drogen werden im Darknet bestellt und per Paketdienst geliefert. Oder von etwas weiter her besorgt: „Viele fahren nach Saarbrücken oder ins Rhein-Main-Gebiet.“ Die Polizei stelle immer wieder Drogen sicher, halte oft Fahrer an, in deren Autos sie dann Drogen fänden. Dass man in der Stadt eher wenig davon mitbekommt, liege daran, dass die Drogen, wenn sie im öffentlichen Raum genommen werden, oft nachts konsumiert würden und an entlegeneren Stellen.

Corona hat den Konsum verändert

Früher habe die Polizei in etwa so viele Alkohol- wie Drogenkonsumenten erwischt, sagt Mahl. Seit den Corona-Beschränkungen sei das „deutlich gekippt“ in Richtung Drogen. Eine Erklärung: Da hätten viele ihren Konsum in den eigenen vier Wänden ausgeweitet, etwa weil es der Arbeitgeber weniger mitbekam. Gleichzeitig hatten die Kneipen zu, und es gab weniger soziale Kontakte. Auch das dürfte ein Grund dafür sein, dass sich das Verhältnis verschoben hat, da man Alkohol häufiger in Gesellschaft trinkt. Es gibt aber auch einen Grund fernab von Corona, wie Mahl bereits im September im Gespräch mit der RHEINPFALZ gesagt hatte: Die Polizei kontrolliere viel, und die jüngeren Polizisten seien gut ausgebildet, was das Erkennen von Drogenkonsum betrifft. Zudem seien Drogen viel länger im Blut nachweisbar als Alkohol.

Dass die Polizei nun immer wieder E-Scooter-Fahrer erwischt, die unter Drogen mit den kleinen elektrischen Tretrollern unterwegs sind, hat einen einfachen Grund: „Wir haben viele Konsumenten, von denen auch viele am Straßenverkehr teilnehmen. Und viele fahren E-Roller, weil die meisten keinen Führerschein haben.“ Mit den kleinen Rollern kann man relativ mühelos, schnell und günstig Strecken in der Stadt zurücklegen. Man darf sie ohne Führerschein fahren. Deshalb nutzen viele Drogenabhängige, von denen einige wegen ihrer Sucht gar keinen Führerschein machen dürfen, die E-Scooter.

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