Pferdesport
Walshauser Turnierchefin Müller-Schwender hat sich mehr Nennungen erhofft
Denn nach einem eher seltenen Stechen in der Führzügelklasse hat sich ihr Sohn Mats Tressel den Sieg vor Magdalena Hennchen vom RFV Brücken gesichert. Der Sechsjährige war selbst ganz begeistert, denn sein Preis war nicht von schlechten Eltern. Den Ehrenpreis stiftete zum zweiten Mal nach dem Turnier im Mai, wo es ebenfalls zum Stechen kam, Rosi Gendinger, und zwar ein hochwertiges Pony-Halfter. Seit er drei Jahre alt ist, reitet Mats Tressel. „Er ist schon geritten, da konnte er nicht laufen“, erinnert sich seine Mutter, die Profireiterin ist und auf ihrem Hof in Klodenbach zehn Pferde im Ausbildungsstall für Dressurpferde stehen hat. Mats’ Reitpferd Nic ist mit 14 Jahren mehr als doppelt so alt wie er selbst. Sein Bruder Till ist zehn Jahre alt, reitet ebenfalls schon lange; meist fährt die ganze Familie zu Turnieren.
Gefragt nach seinen Hobbys sagt der Turniersieger, ohne lange zu überlegen: „Am liebsten tu’ ich reiten.“ In diesem Jahr darf er zum letzten Mal in der Führzügelklasse starten, dann kommt die nächsthöhere Einstufung namens Schritt-Trab. Laut seiner Mutter hat Mats am Wochenende zum siebten Mal hintereinander gewonnen, wobei die Familie bei ihren Turnierausflügen innerhalb der Landesgrenzen von Rheinland-Pfalz bleibt. Um diese vielen Turniersiege zu schaffen, hat Mats ein Geheimnis, das er aber gerne teilt. „Man muss immer konzentriert sein“, erklärt er.
Müller-Schwender: Heiligenwald hat reingegrätscht
„Durch meine früheren Teilnahmen kennen wir das Turnier hier, das sehr schön und familiär ist. Deswegen haben wir die weite Reise auf uns genommen“, erzählte Mats’ Mutter Elisa Tressel. Auch sein Vater und die Oma sind mitgekommen nach Walshausen und freuten sich riesig über seinen Sieg. Dass es in der Führzügelklasse zum Stechen kommt, hat Richterin Uta Rosenau nach eigenen Worten selbst noch nie erlebt. Laut der Vorsitzenden des RSC Walshausen, Kerstin Müller-Schwender, war das aber im Mai schon mal der Fall gewesen.
Nicht ganz so begeistert wie Mats Tressel und dessen Familie war Müller-Schwender selbst am Tag nach dem Turnier. Denn nur 250 Nennungen waren für das dreitägige Messen in Dressur und Springen eingegangen. Bei 40 Helfern und tagelanger Vorbereitung aus ihrer Sicht zu wenig. „Heiligenwald im Saarland ist uns reingegrätscht in letzter Minute. Wir haben extra geschaut, wann kein Konkurrenzturnier in der Gegend ist. Aber Heiligenwald hat ein geplantes Turnier ausgerechnet auf dieses Wochenende verlegt, das war schade. Das hat uns die Leute weggenommen“, zog sie Bilanz.
Das Turnier selbst sei aber schön gewesen. Einer, der auf beiden Hochzeiten tanzte, war Steffen Hauter vom RV Großsteinhauserhof. Morgens ist er in Walshausen geritten und hat laut Müller-Schwender extra einen Fehler gemacht, um sie gewinnen zu lassen und schnell weiterzuziehen in den Rosengarten. Und nachmittags sattelte er in Heiligenwald und gewann dort das Youngster-S-Springen.