Handball
VTZ Saarpfalz verliert gegen konzentrierten Tabellendritten Offenbach
Ein verdienter Sieg, da waren sich Zweibrückens Trainer Philip Wiese und sein Offenbacher Trainerkollege Michael Übel in der Analyse einig. Wie gut Offenbach spielte, verdeutlichte Übel: „Ich war grundsätzlich überrascht von unserer Leistung. Wir haben 60 Minuten ein gutes Niveau gehabt.“ Der Schlüssel zum Erfolg sei gewesen, dass die Offenbacher die Fehler der Zweibrücker über ihr schnelles Spiel ausnutzen konnten. Gerade in der ersten Halbzeit, resümierte Übel. Da spielte zum Beispiel der schnelle Offenbacher Rechtsaußen Tino Gläßgen (sieben Tore) die VTZ-Abwehr fast schwindlig.
Im schnellen Offenbacher Spiel sah auch Wiese einen Faktor für den Gästesieg. „Wir haben es nicht geschafft, die erste und zweite Welle zu stoppen“, sagte er und war mit dem Umschaltspiel der Zweibrücker nicht zufrieden. Die VTZ, das war vom Anpfiff weg zu spüren, hätte einen mannschaftlich geschlossen sehr guten Tag gebraucht, um dieses eingespielte Offenbacher Team, das Lukas Klein dirigierte, ernsthaft in Verlegenheit bringen zu können.
VTZ gegen schnelles TVO-Team einfach zu langsam
Diesen Tag erwischte die VTZ nicht. An manchen Stellschrauben fehlten ein paar Prozent. Die Hundert-Prozent-Trefferquote, wie sie Thomas Jung verbuchte, hatte sonst keiner. Zu langsam im Kopf, zu langsam auf den Beinen, resümierte Wiese, und folglich schaffte es die Zweibrücker Abwehr nicht, die Offenbacher Kreuzbewegungen zu unterbinden. Bereits nach zehn Minuten schimpfte Wieses Trainerkollege Kai Schumann lautstark: „Ohne Körperkontakt kann man keine Abwehr spielen.“ Es war insgesamt aber ein gutes Oberliga-Spiel. Die Fehlerbeschreibung des Zweibrücker Spiels verdeutlicht, wie durch die zuletzt guten Leistungen und Erfolge die Ansprüche ans Team gestiegen sind.
VTZ-Keeper Dentzer ärgert Ex-Kollegen ein bisschen
Offenbach hatte immer eine Lösung, traf oft einfach aus dem Rückraum, brachte die Außen und Kreisläufer Fabian Graap immer wieder gut in Wurfposition. „Nur vor mir hatten sie ein bisschen Angst“, sagte schmunzelnd VTZ-Torwart Norman Dentzer, der lange das Offenbacher Trikot getragen hat. „Da kennt jeder jeden schon lange, weiß jeder genau, was der andere macht“, sagte er. Bei drei von vier Siebenmetern zitterte das Offenbacher Schützenhändchen gegen den früheren Teamkollegen, blieb Dentzer Sieger. Sein Offenbacher Pendant Florian Pfaffmann war aber ebenfalls stark im Spiel. 16 Paraden in 60 Minuten Spielzeit verzeichnete der TVO-Keeper; 14 Dentzer in 50 Minuten zwischen den Zweibrücker Pfosten.
In der Anfangsphase hielt er einige Bälle, hatte Anteil daran, dass die VTZ bis zum 8:8 das Ergebnis offen hielt. Dann traf Gläßgen dreimal in Serie, auch aus schwierigeren Winkeln. Diese Drei-Tore-Führung ließ sich Offenbach nicht mehr nehmen, baute sie aus und nutzte seine Chancen eben konsequenter als die VTZ.
So spielten sie
VTZ Saarpfalz: Dentzer, Serr (43. - 52) - Kraucevicius (5), Belhadi, von Lauppert (5/3) - Stauch, Rolshausen - Jung (4) – Finck (6), Michel, Rifel (3), Baumgart (2)
TV Offenbach: Pfaffmann - Niklas Klein (3/1), Lukas Klein (4), Mohra (6) - Gläßgen (7), Kunz (4) - Graap (5) – Gensheimer, Hilzendegen (1), Fuchs
Spielfilm: 3:3 (5.), 5:7 (11.), 8:8 (19.), 8:11 (21.), 12:16 (Halbzeit), 15:18 (36.), 19:24 (44.), 25:30 (Ende) - Zeitstrafen: 2:1 - Siebenmeter: 4/3 - 4/1 - Beste Spieler: Dentzer, Kraucevicius – Pfaffmann, Lukas Klein, Mohra, Gläßgen - Zuschauer: 150 - Schiedsrichter: Antosch/Stadelmann (HV Rheinhessen).