Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel VTZ Saarpfalz kommt nach Stotterstart zurück

VTZ-Kreisläufer Patrick Bach ackerte schwer im Mittelblock der Abwehr, vorne kam er auf drei Treffer.
VTZ-Kreisläufer Patrick Bach ackerte schwer im Mittelblock der Abwehr, vorne kam er auf drei Treffer. Foto: Moschel

Handball: Zum Feiern war am Sonntag nach Abpfiff des Oberliga-Spiels zwischen der VT Zweibrücken-Saarpfalz und der HSG Rhein-Nahe Bingen niemand zumute – obwohl die VTZ mit 28:14 (15:16) gewonnen hatte.

„Diesen Sieg widmet die Mannschaft ihrem langjährigen Betreuer Hans-Jürgen Wiese, der heute leider verstorben ist. Er hätte sich gefreut, dass seine VTZ gewonnen hat“, überbrachte VTZ-Vorstand Winfried Tänzer als Hallensprecher am Sonntagabend nach Abpfiff der Partie die Nachricht, die das Spielgeschehen in den Hintergrund rücken ließ.

Ja, Hans-Jürgen Wiese hätte sich gefreut über die zwei hart erkämpften Punkte seiner VTZ. Und er hätte während der Partie leidenschaftlich geschimpft. Über die Abwehrarbeit der Zweibrücker, die gestern lange nicht funktionierte. „Wir haben sehr lange schlecht verteidigt. Inklusive der Torhüter haben wir keine gute Leistung in der Defensive gebracht“, fand VTZ-Co-Trainer Kai Schumann.

Offensive VTZ-Abwehr stellt Bingen vor Probleme

Dass es dennoch die Abwehr war, die die Wende im Spiel zugunsten der VTZ einleitete, stand aber außer Frage. „Entscheidend war, dass wir auf offensive Deckung umgestellt haben“, resümierte Schumann. Das sah sein Pendant auf Binger Seite, Markus Herberg, genauso. „Mit dieser Abwehrformation sind wir nicht zurechtgekommen. Die VTZ hat einseitig offensiv gedeckt, ein bisschen unkonventionell“, analysierte er. Das bereitete den HSG-Angreifern große Probleme. Vor allen Dingen ein Problem, wie Herberg unterstrich: „Wir haben einfach keine Tore mehr geworfen“. Man habe es noch mit dem siebten Feldspieler versucht, „das hat aber auch nichts gebracht“, meinte Herberg zum schnellen Ende dieses Experiments.

Bingen in Hälfte eins optisch besser

Dass Bingen in Zweibrücken gewinnen würde, „hatten wir im Vorfeld nicht erwartet. Aber im Nachgang muss man sagen, die Chance war da“, resümierte Bingens Trainer. In den ersten 30 Spielminuten war Bingen optisch das etwas überlegene Team und lag ab der elften Minute immer in Führung. Weil Moritz Klapdohr das Spiel lenken und Max Grethen nach Belieben treffen durfte. Dass die Abstimmung in der VTZ-Defensive nicht funktionierte und auch die Torhüter nicht ihren besten Tag erwischten, nutzte Grethen weidlich aus: Er traf auch schon mal locker aus zwölf Metern.

In der 23. Minute erzielte Klapdohr das 14:10 für die Gäste. Danach habe es seine Mannschaft versäumt, frühzeitig den Vorsprung auszubauen, stellte Herberg fest. Tom Paetow, der mit seinen Würfen aus dem Rückraum im Angriff ein Teil der Zweibrücker Überlebensversicherung war, deckte Klapdohr jetzt enger. Das behagte Bingen nicht. Jacob Brauns per Gegenstoß zum 11:14, Richard Wilga, der eine gute Partie spielte von links zum 12:15 und gleich darauf zum 13:15. Jetzt parierte auch Alexander Dörr im VTZ-Gehäuse einige Würfe der HSG, und so ging es für die Zweibrücker mit einem leicht schmeichelhaften 15:16 in die Pause.

Erst Mitte der zweiten Hälfte dreht die VTZ auf

„Im Moment starten wir immer schwer“, sagte Schumann. Aber dank individueller Stärke und Spielern, die ein Spiel entscheiden können, kam die VTZ nach Stotterstart auch gestern wieder zurück. Mitte der zweiten Halbzeit drehte sich die Partie. Tomas Kraucevicius per Strafwurf zum 20:20, wiederum Wilga zum 21:20 und per Gegenstoß, den er aus zehn Metern abschloss, traf Patrick Bach zum 22:20. Diesen Rückstand konnte Bingen in der Folge nicht mehr egalisieren. Endgültig entschieden schien es in der 54. Minute: Mit 24:22 führten die Gastgeber. Eine schöne Kombination endete mit einem Zuspiel auf Bach, der sich am Kreis fein drehte, aber an Bingens Keeper Martin Scherschlicht scheiterte. Noch mal tief Luft holen auf VTZ-Fan-Seite, beruhigt ausatmen, als Grethen am VTZ-Tor vorbeiwarf und Paetow im Gegenzug das entscheidende 25:22 markierte.

So spielten sie

VTZ Saarpfalz: Klöckner Dörr (11. bis 43.) - Kraucevicius (5/3), Mokris, Paetow (8) - Schweitzer, Wilga (8) - Zilinczik (2) - Bach (3), Rifel (1), Brauns (1)

HSG Rhein-Nahe Bingen: Weißbrod, Scherschlicht (ab 42.) - Grethen (12/3), Klapdohr (1), Münz (6) – Julius Michel, Tim Michel (2) - Schieke (1) – Schubert (1), Süngü, Eichholtz, Trierweiler (1), Hochstetter

Spielfilm: 6:6 (9.), 9:10 (14.), 9:12 (19.), 13:16 (27.), 15:16 (Halbzeit), 18:19 (40.), 22:20 (45.), 24:21 (50.), 26:23 (56.), 28:24 (Ende) - Zeitstrafen: 2:2 - Siebenmeter: 3/3 - 3/3 - Beste Spieler: Wilga, Paetow - Grethen, Klapdohr - Zuschauer: 180 - Schiedsrichter: Balagny/Frank (Bad Ems/Vallendar).

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