Handball RHEINPFALZ Plus Artikel VTZ Saarpfalz kann Trainer-Vorgaben nicht umsetzen

Dominik Rifel (Zweiter von links ) schnappt sich in dieser Szene den Saulheimer Darren Weber. Seine Teamkollegen Julian Kreis un
Dominik Rifel (Zweiter von links ) schnappt sich in dieser Szene den Saulheimer Darren Weber. Seine Teamkollegen Julian Kreis und Torwart Norman Dentzer schauen zu.

Neues Jahr, alte Fehler: Die VTZ Saarpfalz machte gegen Saulheim da weiter, wo sie im Dezember aufgehört hatte. Die über 60 Minuten gezeigte Leistung reicht nicht für die Oberliga. Nach der Heimniederlage übernimmt die VTZ die rote Laterne. Coach Marek Galla gab seinem Team eine besondere Hausaufgabe mit auf den Heimweg.

Neun Minuten waren gespielt, „da habe ich schon ein bisschen Sorgen gehabt“, bekannte Leonard Vuletic, Trainer des Handball-Oberligisten SG Saulheim. Die Saulheimer waren am Sonntag bei der VT Zweibrücken-Saarpfalz zu Gast. Was Vuletic Sorgen machte, hätte für die Zweibrücker Mannschaft ein Motivationsschub sein können. Denn Christopher Klee, der 2,02-Meter-Hüne im Rückraum der SG, sah nach einem Foul an Robin von Lauppert früh die Rote Karte. Aber Vuletics Sorgen waren unbegründet. Die VTZ konnte diese Schwächung des Saulheimers Teams nicht nutzen, unterlag der SG am Ende mit 19:27 (11:13).

Weil das bisherige Ligaschlusslicht Worms am Wochenende gewann, wanderte die rote Laterne aus der Nibelungenstadt nach Zweibrücken. „Ich bin sehr enttäuscht“, bekannte VTZ-Trainer Marek Galla nach dem Spiel. Es sei schon schwierig, wieder und wieder dasselbe sagen zu müssen. Die Vorgaben, die die VTZ-Spieler bekommen, setzen sie nicht um. Woche für Woche gelingt das nicht, wenn es um Punkte geht. „Wir reden vor dem Spiel, dass Saulheim mit Weber und Konrad zwei entscheidende Spieler hat, die wir nicht zum Werfen kommen lassen dürfen. Wenn Weber dann von sieben Metern Schlagwürfe abfeuern darf, ist klar, das was nicht stimmt“, skizzierte Galla ein Beispiel für das Nicht-Umsetzen-Können von taktischen Vorgaben.

VTZ vergibt zu viele Chancen

„Es war ein wichtiges Spiel, mit Brisanz“, sagte Vuletic mit Blick auf die Ausgangslage. Entsprechend nickelig ging es in der Anfangsphase zu. Auch die Nervosität war beiden Mannschaften anzumerken. Fast fünf Minuten waren gespielt, als Robin von Lauppert den Torbann brach, zum 1:0 für die VTZ einnetzte. Jan Sega, der mit 16 Paraden zu einem Matchwinner im Saulheimer Tor avancieren sollte, hatte einen Wurf von Tomas Kraucevicius abgewehrt, den Nachwurf nutzte dann von Lauppert. Der hatte kurz zuvor einen Strafwurf vergeben. Die Saulheimer zogen zunächst aber nicht weg, weil auch VTZ-Torwart Norman Dentzer Chancen der Gästespieler vereitelte.

Das 1:0 sollte aber die einzige Führung der Gastgeber in den 60 Minuten bleiben. Und es sollte eine der wenigen Szenen sein, in denen die VTZ an Abpraller kommt. „Wenn man zehn, zwölf klare Chancen liegen lässt, kann man so ein Spiel nicht gewinnen“, machte Marek Galla einen Grund für die Niederlage aus. Dass die abgewendet werden könnte, darauf durfte im ersten Spielabschnitt noch gehofft werden. 7:12 lag die VTZ nach 23 Minuten zurück. Die Gastgeber kämpften und verkürzten durch Abdu Belhadi auf 10:12. Aber ihm unterliefen einige haarsträubende Fehler, wie der, der zum 10:13 führte. Belhadi eroberte den Ball in der Abwehr. „Einer dieser Momente, die man eigentlich nutzen muss, um sich selbst zu pushen“, sagte Galla. Nichts war es mit pushen, nichts mit der Chance auf ein Tor heranzukommen. Belhadi warf den eroberten Ball direkt in die Arme von Jörn Dönsdorf, der zum 13:10 für Saulheim einnetzte.

Gäste-Abwehr steht felsenfest

Dominik Rifel, der auf nahezu allen Positionen im Angriff zum Einsatz kam, und Moritz Baumgart mühten sich, dem Zweibrücker Angriffsspiel ein bisschen Struktur zu verleihen. Aber es war unterm Strich zu wenig. Auch in der Abwehr haperte es. Das nutzte der ehemalige Drittliga-Spieler Matthias Konrad, der sich im ersten Durchgang im Angriff noch zurückgehalten hatte. Er setzte im zweiten Durchgang die Nadelstiche, die schmerzten. Sega hielt weiter auf hohem Niveau.

Wie überhaupt die Saulheimer Abwehr gut im Bilde war: Wenn der große VTZ-Kreisläufer Julian Kreis an den Ball kam, war er in der Regel von drei Saulheimern umstellt. „Im Abstiegskampf muss man so Abwehr spielen wie Saulheim. Diszipliniert. In Zweier- und Dreiergruppen“, lobte Galla und gab seiner Mannschaft als Hausaufgabe mit, sich die Abwehrarbeit der Saulheimer im Video genau anzuschauen.

So spielten sie

VTZ Saarpfalz: Dentzer, Glöckner (Siebenmeter) – Kraucevicius, Belhadi (3), von Lauppert ( 2) - Graff, Michel (1) - Rifel (2) – Baumgart (7/4), Kreis (2), Groß, Stauch (2)

SG Saulheim: Sega - Klee, Weber (8/4), Konrad (7) - Lipp (3) Schielke (2) - Sieben (2) – Fuchs (1), Berauer, Reiß, Wojtyniak, Dönsdorf (4), During

Spielfilm: 3:4 (10.), 5:9 (20.), 8:12 (25.), 10:12 (27.), 11:13 (Halbzeit), 13:18 (41.), 16:20 (41.), 16:23 (50.), 19:27 (Ende) - Zeitstrafen: 6:2 - Rote Karte: Klee (9., grobes Foul) - Siebenmeter: 5/4 - 6/4 - Beste Spieler: Dentzer, Rifel, Baumgart - Sega, Konrad, Weber - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Höger/Hehn (Haßloch/Hochdorf).

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