Handball
VTZ Saarpfalz dreht wichtiges Heimspiel gegen Worms noch zum Sieg
Zur Halbzeit hätten am Sonntag wohl nicht allzu viele Fans in der Westpfalzhalle ihr Geld auf den Handball-Oberligisten VT Zweibrücken-Saarpfalz gesetzt. „Mit dem 11:14 waren wir noch gut bedient“, resümierte VTZ-Trainer Kai Schumann. Aber die Zweibrücker kämpften sich ins Spiel zurück und gewannen das wichtige Abstiegsduell gegen die HSG Worms noch mit 28:24 (11:14).
Am Freitag hatten Schumann und sein verletzter Trainerkollege Philip Wiese (Innenbandabriss im Fuß) ihre Verträge verlängert. Natürlich wollen sie auch kommende Runde einen Oberligisten trainieren. Danach sah es nach den ersten 30 Minuten nicht aus. Schumann nahm bereits nach acht Minuten die erste Auszeit und wurde richtig laut. Mit der Abwehrarbeit war er sehr unzufrieden. „Da war nix, keine Körperspannung, keine Körpersprache“, stellte er fest. Weil es im Angriff nur bedingt besser war – „wie die Maus vor der Katze“, beschrieb Schumann den Respekt, den seine Mannschaft an den Tag legte – führten die Wormser nach elf Minuten verdient mit 6:3 und ließen sich bis zur Pause nicht beirren.
Momentum ist erst nach der Pause auf VTZ-Seite
Spielmacher Jan Eckel und Rechtsaußen Luca Steinführer bildeten ein starkes, sehr dynamisches Duo. Immer wieder setzten sie auch Kreisläufer Jan-Phillip Werthmann ein, der mit schnellen Körperdrehungen Strafwürfe herausholte. „Unser Plan in der ersten Halbzeit ist aufgegangen, da haben wir wirklich alles reingeworfen“, sagte HSG-Trainer Marco Tremmel. Dass das noch nicht der Sieg war, war ihm aber bewusst. „Ich komme ja schon öfter her“, sagte Tremmel, der als Spieler und Trainer häufig in der Westpfalzhalle zu Gast war. Das Momentum war dann nach der Pause weg, merkte er. Es war nun auf Zweibrücker Seite.
Das hatte mehrere Gründe. Torwart Norman Dentzer wehrte zwei Strafwürfe ab (37./40.) und steckte einige Minuten später auch noch einen heftigen Kopftreffer von Steinführer weg. Daran habe sich die VTZ aufgerichtet, analysierte Tremmel. Und auch Schumann bestätigte, dass es insgesamt nicht viele gehaltene Bälle gewesen seien, „aber das waren wichtige“. Der VTZ spielte zudem in die Karten, dass Eckel nach 42 Minuten verletzt vom Platz musste und bei den Gästen die Kräfte etwas nachließen. Ganz so dynamisch, gerade im Eins-gegen-eins, waren sie jetzt nicht mehr.
VTZ hat wieder Anschluss ans Oberliga-Mittelfeld
Und dann war da noch Thomas Jung im Zweibrücker Trikot. Der spielte vom Anpfiff weg eine starke Partie. Mal wieder am gegnerischen Kreis, obwohl er gelernter Rückraumspieler ist. Der etatmäßige Kreisläufer Julian Kreis musste beruflich bedingt passen. „So langsam lerne ich das, es wird immer besser“, meinte Jung hinterher lachend. Nicht zum ersten Mal vertrat er Kreis am Kreis. „Muss ich ja auch öfter im Training machen, deshalb klappt das schon ganz gut“, sagte der 25-Jährige. Er blieb vor allem bei den Gegenstößen cool und abgezockt. Keinen Fehlwurf leistete er sich im schnellen Umschaltspiel, scheiterte insgesamt nur mit einem Wurf vom Kreis am gegnerischen Torwart und war auf der vorgezogenen Abwehrposition hellwach. Der Heilerzieher war gestern ein kleiner Heilsbringer für die VTZ, die mit dem Sieg und nun 13 Punkten als Tabellen-13. wieder den Anschluss ans Mittelfeld gefunden hat. Der TV Mülheim als Achter hat nur drei Punkte mehr auf dem Konto.
Auch die VTZ-Neuzugänge Lasse Finck und Abderrahmane Belhadi spielten wieder gut. Im zweiten Spielabschnitt machten sie im Wechsel auf der Spielmacherposition und auf der linken Außenbahn Druck. Als Finck die Mitte-Position wieder übernahm, fand auch Tomas Kraucevicius, der sich zuvor schwer getan hatte, in die Partie. In der 44. Minute traf er zum 19:18, die erste VTZ-Führung im Spiel. Finck zum 21:20 und Robin von Lauppert zum 22:20 (50.) – das war spätestens der Moment, in dem die VTZ-Fans wieder an den Erfolg glaubten.
So spielten sie
VTZ Saarpfalz: Dentzer, Klöckner (19. - 30.) - Kraucevicius (5), Finck (4), von Lauppert (4/2) - Stauch (1), Belhadi (6) - Jung (7) – Michel (1), Rifel
HSG Worms: Volk - Hochgesand (2), Eckel (4), Kimpel (3) - Steinführer (7/3), Freitag (2) - Werthmann (1) – Paul (1), Knobel (4/1), Sturm
Spielfilm: 3:7 (13.), 8:12 (23.), 11:14 (Halbzeit), 16:16 (38.), 19:18 (44.), 25:23 (54.), 28:24 (Ende) - Zeitstrafen: 4:4 - Siebenmeter: 3/2 - 6/4 - Beste Spieler: Jung, Finck, Belhadi - Steinführer, Eckel, Werthmann - Zuschauer: 150 - Schiedsrichter: Landgraf/Mayer (HV Pfalz).