Handball RHEINPFALZ Plus Artikel VTZ kann Baumgart gegen Illtal nachträgliches Geburtstagsgeschenk machen

Verbringt auch sein 35. Lebensjahr in einem Zweibrücker Team. Moritz Baumgart (rotes Trikot).
Verbringt auch sein 35. Lebensjahr in einem Zweibrücker Team. Moritz Baumgart (rotes Trikot).

Ein Ständchen können die Zweibrücker Handball-Fans am Sonntag für Moritz Baumgart singen. Der Allrounder des Handball-Oberligisten VT Zweibrücken-Saarpfalz feierte dieser Tage Geburtstag. Zwei Punkte gegen Illtal als nachträgliches Geschenk würden ihn freuen. Den nun 34 Jahre alten Baumgart reizt das neue Zweibrücker Spielgemeinschaftskonzept.

Der Mann, der auf allen Rückraumpositionen zu Hause ist, gallig in der Abwehr zupacken kann, hat ein großes Ziel: „Auch wenn wir nicht absteigen, weil es kommende Runde die Spielgemeinschaft mit dem SV gibt, will ich diese Runde sportlich als Nicht-Absteiger beenden“, verdeutlicht Moritz Baumgart, dass es für ihn und das VTZ-Team gegen die HF Illtal am Sonntag um viel geht (Anwurf: 17 Uhr, Westpfalzhalle). Zumal die Illtaler durch die zuletzt erlittene Heimniederlage gegen Worms den Zweibrückern keine Schützenhilfe geleistet haben.

Im heimischen Garten in Pirmasens, wo die Töchter Ida (5 Jahre) und Elodie (3) spielen, Vierbeiner Hachi, ein Akita, sein Revier hat, hat Moritz Baumgart Zeit, um die bisherige Saison und seine Handballpläne zu reflektieren. Viele hatten spekuliert, ob er zum Pfalzliga-Aufsteiger TS Rodalben zurückkehrt. „Die Baumgart-Brüder noch mal vereint auf dem Spielfeld, das war schon eine Überlegung“, sagt Moritz Baumgart. Seine Brüder Jonas und Lukas spielen bei der TSR. Aber Baumgart, der nach überstandenem Fingerbruch wieder top-fit und ein Leistungsträger bei der VTZ ist, sucht weiter die sportliche Herausforderung in der Oberliga, hängt in der neuen Spielgemeinschaft eine Saison dran. „Ich habe noch viel Spaß am Handball“, sagt Baumgart, der eine Eigenschaft mitbringt, die Trainer freut: Er trainiert sehr gerne.

Neue Spielgemeinschaft eine Art Rückkehr

Für ihn bedeutet die neue Spielgemeinschaft ein Stück weit eine Rückkehr. Moritz verbrachte, wie seine Brüder, einen Großteil der Jugendzeit und die ersten Jahre bei den Aktiven beim SV 64 Zweibrücken. Dort wurden sie handballerisch ausgebildet und mitgeprägt. „Natürlich habe ich noch gute Erinnerungen an die Zeit“, sagt Moritz Baumgart. In der SV-Jugend war er im linken Rückraum gesetzt. „Damals war ich der klassische Shooter. Das kann ich heute nicht mehr“, sagt er lachend. Er bringt andere Qualitäten mit. Er wirft, wenn sich die Chance bietet, immer noch aus dem Rückraum, sucht oft erfolgreich Eins-gegen-eins-Situationen und behält vom Siebenmeterpunkt meist die Nerven.

Bei der unglücklichen Niederlage in Vallendar war er mit acht Toren erfolgreichster VTZ-Angreifer. Das will er gar nicht hören. „Ich alleine kann nicht gewinnen. Wir lösen das immer als Mannschaft. Dass wir in Vallendar als klarer Außenseiter fast die Überraschung geschafft hätten, dafür war die unfassbar gute Abwehrleistung der Mannschaft der Grund“, unterstreicht Baumgart die Mannschaftsleistung. Den Teamgeist will er in die neue Spielgemeinschaft einbringen.

VTZ spielt nun befreiter auf

Baumgart, der sehr viel Erfahrung im Coaching mitbringt, schaut sich Mannschaften, Entwicklungen auf der psychologischen Ebene genau an. Das aktuelle VTZ-Team sei eines, „das Schwierigkeiten damit hat, wenn es unter Druck steht“, hat er schon früh analysiert. So ließen sich unerwartete Niederlagen nach guten Leistungen erklären. An der Erwartungshaltung, auch an der eigenen, sei die Mannschaft einige Male gescheitert.

Seit klar sei, dass es eine Spielgemeinschaft geben wird, der Nicht-Abstieg der VTZ einfach eine Frage der Ehre ist, spiele die Mannschaft befreiter auf, stellt er fest.

Am Leistungsaufschwung habe auch Trainer Marek Galla, der die Mannschaft während der Runde übernahm, großen Anteil. Die bisherige Saison, „würde ich als zerfahren einordnen“, sagt Baumgart. Trainerwechsel, Fingerbruch, Operation, Verletzungen von Leistungsträgern – „da musste sich vieles sortieren“, sagt Baumgart. Dazu komme, wie in Vallendar, dass Teams im Tabellenkeller oft nicht das notwendige Quäntchen Glück hätten.

Wiedersehen mit ehemaligen Spielern

Gegen Illtal sollen am Sonntag zwei Punkte geholt werden. „Alles ohne Druck“, fügt Baumgart schmunzelnd an. Im Hinspiel hatte gewann VTZ 31:28. Ohne Baumgart, der damals noch Gips trug. Es war das erste Spiel mit Trainer Marek Galla. Die Erfolgsgeschichte soll sich wiederholen, mit dem gesunden Baumgart.

Die Partie gegen Illtal beschert den Zweibrückern ein Wiedersehen mit Ex-Torwart Yannic Klöckner, der der VTZ im Jugendbereich als Trainer verbunden ist, und Thomas Jung. Beide waren zu Saisonbeginn nach Illtal gewechselt.

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