Basketball RHEINPFALZ Plus Artikel VT Zweibrücken: Ein guter Einstand des neues Mannes an der Seitenlinie

Sehr engagiert an der Seitenlinie: Der neue VTZ-Trainer Igor Gjorgjievski ist ganz schön kommunikativ. Hier dirigiert er Leon Gi
Sehr engagiert an der Seitenlinie: Der neue VTZ-Trainer Igor Gjorgjievski ist ganz schön kommunikativ. Hier dirigiert er Leon Gilles und Tim Burkholder (von links in Rot-Grau) in der Abwehr übers Spielfeld.

„Neue Besen kehren gut“, sagt das Sprichwort. Ist das wirklich so? Igor Gjorgjievski, der neue Trainer der Oberliga-Basketballer der VT Zweibrücken, tritt den Beweis an.

„Er kann einfach mehr auf das Spiel reagieren als Aykut Bozdemir vorher in seiner Rolle als Spielertrainer. Das ist das, was wir im Moment brauchen“, sagt ein erleichterter Denis Rendgen nach dem 73:68 (15:16, 37:26, 53:49)-Heimsieg seiner abstiegsbedrohten Mannschaft gegen den Oberliga-Tabellendritten TVG Baskets Trier. Der Spieler und VTZ-Abteilungsleiter hatte nach der 66:82-Niederlage in Illingen zuvor das Gefühl, dass das VTZ-Team einen neuen Impuls brauchte und den Wechsel auf der Trainerposition zu Igor Gjorgjievski veranlasst.

Während Rendgens Analyse sangen im Hintergrund die VTZ-Fans unter den rund 50 Zuschauern, unterstützt durch zwei Bongos und eine große Trommel, ausgelassen „Oh, wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen“. Sie waren am Sonntag in die Ignaz-Roth-Halle gekommen; gespannt, ob die VTZ wieder, wie zuletzt häufig, nach der Pause einbricht und im Spiel zwei Gesichter zeigt, oder ob es mit dem neuen Trainer Igor Gjorgjievski eine Trendwende gibt.

Nur zwei Trainingseinheiten mit dem neuen Team

Vor dem Spiel sitzt der VTZ-Coach im schwarzen Trainingsanzug noch entspannt auf der Bank, wippt während des Aufwärmens seiner Truppe mit den Füßen zur Rap-Musik. 20 Minuten vor Spielbeginn ruft er seine Jungs zur letzten Besprechung in die Kabine. Nur zwei Trainingseinheiten hatte er vor dem Spiel gegen die Trierer zusammen mit seiner neuen Mannschaft, „da ist es schwierig, viel von seinem Input umzusetzen“, weiß Rendgen. Gjorgjievski schickt dann Luca Höchst, Tim Burkholder, Nils Selinger, Niklas Geßner und Johannes Meenken als seine fünf Starter aufs Feld und nimmt auf der Bank Platz.

Da sitzt der 41-Jährige, der mit seiner schwangeren Frau und seiner Tochter in Pirmasens lebt, höchstens ein paar Sekunden. Danach steht er für den Rest des Spiels, beobachtet und dirigiert seine Mannschaft mit Gesten und lauten Worten. Die zehn Zweibrücker finden gegen die acht Trierer zunächst aber nicht ins Spiel. Hinten verpassen sie zu viele Rebounds, vorne fallen zu viele Würfe nicht in den Korb.

Für jeden immer eine Aufmunterung parat

Gjorgjievski reagiert schnell, schon in der fünften Minute nimmt er beim 4:7-Spielstand eine erste Auszeit. Er kniet an der Bank, gibt seine Anweisungen auf Englisch. Auf der Taktiktafel zeigt der frühere Spieler und Profitrainer in Nordmazedonien sowie Coach der College Wizards aus Karlsruhe (1. Regionalliga), was er von seinen Spielern sehen will. Er schickt Leon Gilles rein, nimmt Nils Selinger runter. Nicht aber ohne Letzterem noch eine aufmunternde Erklärung mitzugeben. Bis zur Viertelpause findet die VTZ – auch dank Johannes Meenkens Dreier, Korbleger und einem Tip-in – aber ins Spiel – und dreht im zweiten Viertel auf.

Gjorgjievski will, dass sein Team aggressiver verteidigt und dann schneller umschaltet. Das klappt im zweiten Viertel, und das Selbstvertrauen der VTZ-Spieler beim Werfen kommt langsam zurück, der Ball landet bis zum 37:26-Pausenstand immer häufiger im Korb.

Ein gutes Händchen, wann es eine Auszeit braucht

„Wir haben besprochen, was wir machen, wenn die Trierer auf Zonenverteidigung umstellen. Und dass wir weiter aggressiv Abwehr spielen müssen“, berichtet Denis Rendgen von Gjorgjievskis Halbzeitansprache. Der VTZ gelingt – tatsächlich gegen die Zonendeckung – ein guter Start, sie setzt sich durch Luca Höchsts schönes „Give and Go“ auf 45:37 ab (25.). Das Spiel gegen den Tabellendritten bleibt aber eine enge Kiste; auch, weil bei Trier Finn Jöchel vier Minuten nach der Pause hinzukommt und eingreift.

Das 53:49 nach dem dritten Viertel lässt schon erahnen, dass es spannend bis zum Schluss bleibt. Gjorgjievski hat aber ein gutes Händchen dafür, wann er die Trierer, wenn sie einen kleinen Lauf haben, bremsen und eine Auszeit nehmen muss. 67:58, 68:63,70:67 dann 17 Sekunden vor dem Ende. „Good Job, good Job“, applaudiert Gjorgjievski bei einem VTZ-Foul an Daniel Henke. Denn der hatte zuvor schon einige Freiwürfe vergeben. Die Nummer 15 der TVG lässt auch hier einen der beiden liegen. Aykut Bozdemir macht dann mit zwei erfolgreichen Freiwürfen acht Sekunden vor dem Ende den Sack zu – der Jubel im Team bricht los, während der neue Coach still seine Sachen zusammenpackt, danach seine Spieler ruhig beglückwünscht.

Coach: harte Abwehr und gutes Umschaltverhalten

„Wir hatten eine gute Teamchemie, sind viel gerannt und haben viel von dem umgesetzt, was wir im Training besprochen haben. Wir haben hart Abwehr gespielt und ein gutes Umschaltverhalten gezeigt“, analysierte Gjorgjievski zufrieden. Beste Punktesammler der VTZ waren Tim Burkholder (19), Luca Höchst (15) und Johannes Meenken (13); beim Trierer Team von Trainer Jan-Niklas Freudenreich trafen der starke Torsten Laudor (21), Henke (17) und Ben Müllers (9) am häufigsten.

Die Zweibrücker als Zehnter haben mit dem Sieg nun nach Punkten (10) mit dem BBV Saarbrücken gleichgezogen, Lambsheim (Mitkonkurrent im Abstiegskampf) hat beim MJC Trier verloren. Am Sonntag (16 Uhr, Ignaz-Roth-Halle) ist der Sechste TSG Heidesheim in der Westpfalz zu Gast, dort hatte die VTZ das Hinspiel mit 86:94 verloren. Eine gute Gelegenheit, mit dem neuen Besen gleich noch mal ordentlich durchzukehren.

Igor Gjorgjievski
Igor Gjorgjievski
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