Pferdesport
VRG-Pferdeturner räumen bei Pfalzmeisterschaft ab
Die VRG-Titel gab es für durchweg gute Leistungen. So viel vorweg. Eine richtig große Konkurrenz war die Pfalzmeisterschaft aber nicht. Das ist ein bisschen schade für eine Meisterschaft. Es ist aber eine Folge der Corona-Pandemie. Sie hat die Voltigiervereine in der Pfalz hart getroffen. In den vergangenen 18 Monaten gab es kein durchgehendes Training. Die strengen Corona-Regeln haben den Voltigierern – eine Kontaktsportart – ein Sportverbot über Winter auferlegt, das bis weit in den Frühling hinein dauerte. Einige Vereine, die es noch vor zwei Jahren gab, sind seither nicht mehr in Erscheinung getreten. „Die Pandemie hat vor allem den Breitensport hart getroffen“, sagte Leonhard Laschet, Ehrenvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Pfälzischer Voltigierer, die in diesem Jahr 40 Jahre alt geworden ist. Er sieht die Folgen mit Sorge und rechnet mit weiteren coronabedingten Einschränkungen ab dem Herbst.
Selina Schmidt mit zweiter Aufstiegsnote
Weil Voltigierturniere nach wie vor Mangelware sind und die deutschen Jugend- und Senioren-Meisterschaften unmittelbar bevorstehen, reisten nicht nur pfälzische Starter an, die den Wettkampf als letzten Härtetest vor den nationalen Titelkämpfen nutzten. Insbesondere die Saarburger mit ihren Einzelstartern, ihrem Doppel und ihrer Leistungsgruppe, Sophie Hofmann aus Bad Ems und die für den RFV Horlofftal Hungen in Hessen startende Jannika Kirchner sorgten für Höhepunkte im Zirkel, die sich auch in den Noten widerspiegelten. So fand sich Selina Schmidt von der VRG zwar als Zweite hinter Kirchner wieder, als beste pfälzische Starterin wurde sie mit der Meisterschärpe ausgezeichnet. Viel wichtiger als der Titel war der St. Ingberterin aber die gute Note: Die 7,397 war ihre zweite Aufstiegsnote, die sie benötigte, um in der nächsten Saison in der schweren Klasse starten zu können. „Nachdem es für mich ja nicht ganz so gut gelaufen war, ist das jetzt aber in Ordnung“, sagte sie zufrieden. Es war ein langer Anlauf, bis die 20-Jährige diese beiden Noten zusammenhatte, am Ende ging es aber schnell: Die erste schaffte sie Mitte Juli beim Heimturnier, die zweite jetzt, ebenfalls im Landgestüt.
Pas de Deux der VRG deutlich verbessert
Jonathan Geib war der einzige männliche Starter, ihm fiel die Meisterschärpe quasi in den Schoß. Und doch hat er hart dafür gearbeitet. Es war sein erster Start auf seinem eigenen Pferd Caru, und der gelang gut. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte der 18-jährige Mörsbacher. Am Mittwoch geht es für ihn zur deutschen Jugendmeisterschaft nach Großefehn-Timmel in Ostfriesland, wo er in der neuen U21-Klasse starten wird.
Titel drei ging an das Doppel Tamara Hofer und Selina Schmidt, für die die Pfalzmeisterschaft der zweite gemeinsame Turnierstart war. Beim Debüt bei der Sichtung des Landesverbandes Anfang Juli hatte sich Hofer leicht verletzt. Jetzt zeigte sich das Pas de Deux deutlich verbessert, verpasste knapp die erste Siebener-Note. „Wir sind im Großen und Ganzen zufrieden“, sagte Hofer. „Nach Bad Ems, als es nicht so lief, haben wir gezeigt, was wir können“, ergänzte sie. Die vierte Meisterschärpe gab es für das Team der VRG, das auf Möbel Martins In Store Girl (Longe: Melissa Habibovic) turnte. Ende September startet es erstmals bei der deutschen Meisterschaft. Die Pflicht war richtig stark, die Kür – zum ersten Mal in einem Wettkampf gezeigt – lief ordentlich. Ein schöner Erfolg und ein Mutmacher auf dem Weg nach Verden.
Melissa Habibovic von der VRG erhielt noch die Auszeichnung als beste Longenführerin der Pfalzmeisterschaft. Das war Titel Nummer fünf.
PSG-Team zufrieden
Die L-Gruppe der Pferdesportgemeinschaft Voltigieren Zweibrücken mit Longenführerin Barbara Köhler war gerade erst aus der A-Klasse aufgestiegen. Die Mädels machten ihre Sache gut, bei der Kür hatte Pferd Robin Corvara aber Probleme. „Er hatte vor kurzem Pollen in die Nase bekommen. Mit einem Nasenschutz, den wir ihm nicht anziehen konnten, hätte er sich sicherer gefühlt, so war er ein bisschen ängstlich“, sagte Köhler. Das PSG-Team landete mit minimalem Rückstand auf das Team des Zellertal-Donnersberger RFV auf Platz drei. Eine gute Leistung, mit der die Trainerin zufrieden war.
Ergebnisse
Gruppen: 1. VRG Südwestpfalz I (Pferd Möbel Martins In Store Girl, Longe: Melissa Habibovic) 7,249, ... 3. PSG Voltigieren Zweibrücken (Robin Corvara/B. Köhler) 5,441
Doppelvoltigierer: 1. Tatjana Hofer/Selina Schmidt (VRG Südwestpfalz, Fario/Isabelle Veit) 6,953
Einzel Herren: 1. Jonathan Geib (VRG Südwestpfalz, Caru/Melissa Habibovic) 6,658
Einzel Damen: 1. Selina Schmidt (VRG Südwestpfalz, Fario/Isabelle Veit) 7,397, 2. Celine Bonenberger (PSG Voltigieren Zweibrücken, Robin Corvara/Barbara Köhler) 5,635
Einzel Junioren: ... 3. Leonie Bäcker (PSG Voltigieren Zweibrücken, Robin Corvara/Barbara Köhler) 4,914.
Einzel U14: ... 2. Julietta Pauls 6,252, 3. Julia Schäfer (beide VRG Südwestpfalz, Fario/Isabelle Veit) 5,759
Longenführer: 1. Melissa Habibovic (VRG Südwestpfalz), ... 3. Barbara Köhler (PSG Zweibrücken).