Zweibrücken Vorwurf: Migranten gefoltert – Kein Bezug zu Zweibrücken

Laut Polizei soll der Verdächtige in einem Lager Menschen überwacht, gefangen gehalten und gefoltert haben.
Laut Polizei soll der Verdächtige in einem Lager Menschen überwacht, gefangen gehalten und gefoltert haben.

Der Mann, der in Libyen Migranten gefoltert und einen Minderjährigen getötet haben soll, hatte – anders als von einer Presseagentur berichtet – keinen Bezug zu Zweibrücken.

Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Somalier, der in Libyen Migranten gefoltert und einen Minderjährigen getötet haben soll. Die Deutsche Presse-Agentur (DPA) hatte am Freitag berichtet, der Mann sei am 30. Juli aufgrund eines europäischen Haftbefehls in Zweibrücken festgenommen worden. Diese Meldung hatte die RHEINPFALZ am Montag übernommen.

Am Montagmorgen stellte der Zweibrücker Generalstaatsanwalt Martin Graßhoff aber klar, „dass die Festnahme des Verfolgten am 30. Juli nicht in Zweibrücken, sondern in einem Ort in der Südpfalz erfolgt ist“. Auf Nachfrage der RHEINPFALZ, ob der Verdächtige zuletzt oder früher in Zweibrücken gewohnt habe, betonte er: „Ein Bezug zu Zweibrücken besteht nicht.“ Der Irrtum der DPA „kam vermutlich dadurch zustande, dass die Generalstaatsanwaltschaft Zweibrücken, die für Auslieferungsverfahren pfalzweit zuständig ist, das Verfahren führt“. Wo in der Südpfalz der mutmaßliche Täter festgenommen wurde, wollte der Generalstaatsanwalt nicht konkreter mitteilen.

Laut Polizei soll der Verdächtige in einem Lager in der libyschen Stadt Bani Walid Menschen überwacht, gefangen gehalten und gefoltert haben, um Geld von deren Angehörigen für die Freilassung und die anschließende Überfahrt auf See zu erpressen. Dort soll er auch einen Minderjährigen getötet haben.

x