Zweibrücken / Homburg
Vorschlag für neue Buslinie zwischen Zweibrücken und Homburg
Manche Leute denken: Wenn keiner mit dem Bus fährt, braucht man auch keine. Der Zweibrücker Nahverkehrsexperte Peter Schehl sieht es anders: Wenn keiner mit dem Bus fährt, stimmt das Angebot nicht. Er sagt: „Angebote schaffen Nachfrage, nicht umgekehrt. Sonst hätten wir noch keine Wasserleitung, keine Stromleitung, Kanal, Gas ...“ Eine zeitgemäße Verkehrspolitik für den Raum Zweibrücken und Homburg müsse es schaffen, dass ein Teil der Autofahrer Busse und Bahnen nutzt. Er fordert einen Mentalitätswechsel vieler Verantwortungsträger: „Es müssen neue Wege gegangen, neue Verbindungen geschaffen und vorhandene Verwaltungsgrenzen überwunden werden.“
Nur eine Buslinie zwischen beiden Städten
Peter Schehl kritisiert vor allem die Verbindungen zwischen den beiden Nachbarstädten Zweibrücken und Homburg, die nur mit einer einzigen Buslinie miteinander verknüpft sind: der R7. Und die habe noch dazu drei Funktionen. Sie diene als Regionalbus zwischen den beiden Innenstädten, sei der Stadtbus für Einöd und Schwarzenbach und ersetze die Bahn zwischen den Bahnhöfen Zweibrücken und Homburg. Dagegen gebe es keine Anbindung aus dem gesamten Stadtgebiet Zweibrücken an die Homburger Uniklinik.
Für Schehl ist das ein Unding, denn er verweist auf mehr als 2000 pfälzische Beschäftigte in der Klinik, jährlich 60.000 pfälzische Patienten und dazu viele Besucher. Es fehle zudem eine Verbindung zwischen den Stadtteilen Zweibrücken-Mörsbach und Homburg-Kirrberg, zumal Mörsbach ein bevorzugter Wohnort für Beschäftigte in Homburg sei, insbesondere für Beschäftigte in der Uniklinik. Eine umsteigefreie Verbindung der Hochschule Zweibrücken mit der Uniklinik und mit dem Homburger Hauptbahnhof fehle auch.
Ein Ringverkehr in zwei Richtungen
Schehl sieht die Lösung für all diese Probleme in einer neuen Buslinie, die quasi im Kreis fährt: vom Homburger Bahnhof über die Uniklinik nach Kirrberg und hoch nach Mörsbach, dann über die Hochschule in die Zweibrücker Innenstadt und über Ernstweiler nach Einöd, Schwarzenacker und Schwarzenbach noch einmal über die Uniklinik an den Homburger Bahnhof.
Der Clou: Die Strecke sollte gleichzeitig in beide Richtungen befahren werden, im Uhrzeiger- und im Gegenuhrzeigersinn. Dadurch könnten die Busbenutzer jeden Punkt des geschlossenen Kreises in relativ kurzen Zeiten erreichen. „Andernfalls müssten sie im Extremfall ja fast eine komplette Runde fahren, um zum gewünschten Ziel zu gelangen; das wäre im zeitlichen Aufwand unattraktiv und würde sicher von den potenziellen Buskunden nur sehr bedingt angenommen und genutzt“, erklärt Peter Schehl.
Zweibrücken könnte einige Linien einsparen
Sein Vorschlag geht noch weiter: Diese Busse sollten in Mörsbach und Ernstweiler sowie in Einöd und Schwarzenbach Abstecher in die Wohngebiete machen. In Zweibrücken könnten sie dadurch die nördlich gelegenen Teile von drei Buslinien ersetzen: der 222 (Mittelbach-Ernstweiler), der 226 (Hochschule-Outlet) und der 228 (Ixheim-Ernstweiler). Das würde zugleich Kosten sparen, ohne dass Fahrten wegfallen. Die jetzige R7 von Homburg nach Zweibrücken sollte stärker zur Regionalbuslinie werden.
Was zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz, zwischen Mainz und Wiesbaden, möglich ist, sollte auch zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz möglich sein, findet Schehl. Er nennt Ludwigshafen und Mannheim als weiteres Beispiel, wo der ÖPNV Stadt- und Ländergrenzen überwindet. Er sagt: „Wenn der politische Wille da ist, lässt sich unheimlich viel machen.“
