Kolumne Abseits
Von Vielbeschäftigten und einer Vielspielerin
Kofers Ass im Ärmel
Julian Kofer, Fußballer der SG Rieschweiler II, hatte einen ganz schön stressigen Sonntag. Um 11 Uhr stand er noch im Trikot eines Tischtennisspielers für seinen Heimatverein TTA Kasch Vinningen an der Platte in Mörsbach. Bezirksoberliga-Tischtennis war angesagt. Gegen die frühere Regionalliga-Spielerin Jasmin Veith und Holger Seib gewann er erst im Doppel an der Seite von Dominic Höller. Der frühere Pfalzliga-Spieler Kofer kam dann auch im Einzel mit dem Abwehrspiel von Veith zurecht und besiegte sie. Anschließend setzte es für ihn noch eine Niederlage gegen Oliver Scheffe, Spielende 13.30 Uhr.
Schnell ging es in Richtung Martinshöhe, dort war er allerdings als Fußballer der SG Rieschweiler II in der A-Klasse beim SV Martinshöhe im Einsatz. Gott sei Dank liegt zwischen Mörsbach und Martinshöhe nicht die ganz große Entfernung. Anpfiff 14.45 Uhr, Kofer saß erstmal auf der Bank, konnte sich anschauen, wie das runde Leder über den Platz getreten wird, während er noch die 4:9-Niederlage seines TTA Kasch Vinningen verdaute. Nach der Pausen wurde er eingewechselt und konnte im nächsten Atemzug die Führung seiner SG Rieschweiler II bejubeln kann. Es folgte ein zähes Ringen, das fast in einer 1:2-Niederlage für sein Team endete. Doch Kofer hatte noch ein Ass im Ärmel am Ende seines total sportlichen Tages. Er traf in der Schlussminute zum 2:2. Ausdauer hat Julian Kofer also, ein dritter sportlichen Einsatz am Abend wäre aber wohl selbst für ihn zu viel des Guten gewesen.
Einschnitt droht
In der Saison 2024/25 droht erstmals seit Jahren eine Saison ohne Team aus dem Ausgabegebiet in der Fußball-Bezirksliga. Contwig und Battweiler liefern sich am Tabellenende ein Fernduell, weil der Abstand zu den Nichtabstiegsrängen doch nicht geringer werden will. Auch die VB Zweibrücken sind bei weitem nicht in sicheren Gefilden. Obendrüber in der Landesliga, droht wenigstens der SG Rieschweiler und dem TSC Zweibrücken derzeit wenig Ungemach. Zumindest sollten beide Teams nicht absteigen. In der A-Klasse haben die SG Maßweiler-Höhmühlbach und der SVN Zweibrücken noch am ehesten Kontakt zur Tabellenspitze. Auch hier ist jedoch nur der Weg über die Relegation in die Bezirksliga möglich, weil der FC Rodalben souverän die Tabellenspitze anführt.
Ein schwerer Einschnitt droht hier, denn ohne Mannschaft in der Bezirksliga wird es nicht einfach für die Zweibrücker Fußballlandschaft, weil der Abstand zwischen der Landesliga und der A-Klasse dann sehr groß ist. Talentierte Spieler werden dann vielleicht zu wenig oder möglicherweise eben überfordert werden. Bleibt zu hoffen, dass sich Battweiler und Contwig noch mal erholen und auch die VB Zweibrücken sich doch noch ein wenig mehr ins gesicherte Tabellenmittelfeld nach oben pirscht.
Die Ergebnisse am Wochenende ließen in dieser Hinsicht aber doch zum Teil zu wünschen übrig. Denn die VB Zweibrücken unterlag mit 0:5 bei Tabellenführer TSG Wolfstein-Roßbach, Ligaschlusslicht Contwig hingegen tritt nach dem 0:0 gegen Fehrbach auf der Stelle. Der SV Battweiler verschaffte sich mit einem 4:0-Sieg gegen die SG Rockenhausen/Dörnbach zumindest ein wenig Luft.
Jetzt in Richtung 100
24 Jahre ist Amelie Berger erst alt. In ihrer handballerischen Karriere ist die aus Zweibrücken stammende Handball-Bundesliga-Spielerin vielen einen Schritt voraus. Mit 16 Jahren der Wechsel nach Leverkusen, mit gerade einmal 17 Jahren das Debüt in der Ersten Bundesliga. In diesem Alter nahm sie 2016 auch an der U20-Weltmeisterschaft teil, mit 19 gab die Rechtsaußenspielerin bereits ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft gegen Russland. Unlängst feierte die Spielerin der HSG Bensheim/Auerbach ein kleines Jubiläum: Sie absolvierte ihr 50. Länderspiel, hat dabei schon 102 Tore erzielt.
Demnächst kommen für die Linkshänderin, die handballerisch beim SV 64 Zweibrücken groß geworden ist, noch weitere Länderspiele hinzu. Bundestrainer Markus Gaugisch nominierte Berger am Donnerstag für das 16 Spielerinnen umfassende Aufgebot für die Endrunde der Weltmeisterschaft in Schweden, Dänemark und Norwegen (29. November bis 17. Dezember). Ab jetzt kann Berger also langsam getrost die Zahl „100“ bei den Länderspielen anpeilen.
Kleidungswechsel
Der eine musste sich ganz schnell umziehen, der andere hatte etwas mehr Zeit, und der dritte behielt seinen Sportdress gleich an: Die Rede ist von den Basketballern Dennis Rendgen, Kamal Midani und Ben Zwezich. Rendgen und Midani hatten am Sonntagmittag das Spiel der U18-Korbjäger der VT Zweibrücken gegen die TSG Maxdorf gepfiffen (Endstand 59:87). „Denn unsere Nachwuchsschiedsrichter Luca Kirch und Ben Zwezich haben da ja mitgespielt“, erläuterte der 30-jährige Rendgen. Die jungen Referees hatten allerdings zuvor schon einen Einsatz an der Pfeife bei einem U16-Spiel gehabt.
Rendgen, Teamleiter bei der Bundesagentur für Arbeit (bald wieder in Pirmasens) musste flugs die Arbeitskleidung wechseln, weil er im Oberliga-Spiel der Herren gleich danach mitspielte. Der 24-jährige Midani pausierte dagegen, die Fachkraft für Lagerlogistik, kürzlich an seinen Arbeitsort Saarbrücken umgezogen, war unter der Woche umgeknickt. Er hatte also Zeit beim Umziehen. Und Ben Zwezich half beim Herren-Spiel in Sportklamotten am Zeitnehmertisch und bestätigte die 24-Sekunden-Anzeige.