Abseits
Von seltsamen Spielansetzungen und genagelten Fußballschuhen
Seltsam angesetzt
Ganz nachzuvollziehen ist es nicht, was die Verbandsoberen sich bei der Ansetzung des letzten Spieltages gedacht haben. Neben der Verbandsliga West wurden auch etliche Partien der Landesliga West, in der auch die SG Rieschweiler-Mühlbach nochmals um Punkte kämpfte am Samstagmittag um 16 Uhr angepfiffen. Das erscheint schon deshalb unglücklich, weil parallel in der Bundesliga Borussia Dortmund und der FC Bayern München um die Meisterschaft kämpften und viele Zuschauer vor den Fernseher zogen. Auch am Sonntagnachmittag wurde eifrig gespielt, während der 1. FC Kaiserslautern im bedeutungslosen Spiel gegen Fortuna Düsseldorf eine schallende 0:3-Pleite zum Abschluss der Zweiten Bundesliga hinnehmen musste.
Das kostete den Amateursport einige Zuschauer, die sicherlich auch gerne ihren Klub vor der eigenen Haustür angefeuert hätten, jedoch dem Bundesliga-Fußball ebenso wohlgesonnen sind.
Die Idee könnte hier auch sein die Spiele um 18 Uhr anzupfeifen, sodass zumindest die, die zu Hause den Profis zuschauen wollen, auch noch die Möglichkeit haben, die Amateure in Verbands- und Landesliga, sowie den darunterliegenden Spielklassen anzufeuern. Wegen der wohlig warmen Jahreszeit ist es für die Fußballer sicher auch zuträglich am späteren Abend zu spielen, und auch das mancherorts fehlende Flutlicht ist kein Problem, weil es mittlerweile auch ohne Kunstlicht bis 20.30 Uhr kein Problem ist auf den Leuchtmittelosen-Fußballplätzen der Umgebung zu spielen.
Festgenagelt
Er hat es wirklich getan! Jochen Brunner hat mit einem beherzten Schlag auf den Nagel am Sonntagmittag seine Fußballerkarriere offiziell beendet. Nicht nur dem Sprichwort entsprechend hat der 41-Jährige die „Copa“-Treter nur an den Nagel gehängt, sondern denselben durch die beiden Stollenschuhe hindurchgehämmert. Viele seiner früheren Weggefährten riefen Jochen Brunner seit seiner Bekanntgabe an, um ihn zu fragen, ob er das Spielerende wirklich ernst meine? Der zweifache Papa aus Reifenberg hat sogar ein Foto davon aufgenommen und es mit seiner allerersten Whatsapp-Status-Meldung allen Freunden und Bekannten mitgeteilt. Auch wenn das letzte Spiel mit der SG Thaleischweiler-Fröschen am Samstag mit 0:2 bei der SG TuS Rimschweiler/VB Zweibrücken II verloren ging, so hat er es nochmal genossen.
Offiziell verabschiedet mit einem Gutschein und Abschieds-Shirt wurde er vom Verein bereits eine Woche zuvor beim letzten Heimspiel. Dort trug er sich auch nochmal in die Torschützenliste ein. Jetzt genießt er erstmal die gewonnene Zeit mit seiner Familie.
Immerhin Vorletzter
„Es kann viel passieren im Fußball. Wir schauen aktuell nicht auf die Tabelle. Aktuell sind wir Tabellenletzter – wir müssen von Woche zu Woche denken“, meinte David Schwartz Anfang Mai. Der Landesligist vom VB Zweibrücken kann nun dennoch mit einem etwas positiverem Gefühl den Blick auf die Tabelle wagen. Denn durch einen 5:0-Sieg gegen den SC Idar-Oberstein II am letzten Spieltag wurde die rote Laterne an die Mannschaft aus der Edelsteinregion abgegeben. Wohl ein Muster ohne Wert, denn nur der drittletzte Platz, hätte wohl noch Grund zur Hoffnung gegeben, beim Rückzug eines anderen Teams noch in der Klasse zu bleiben.
Stadtkonkurrent TSC Zweibrücken indes verprügelte den Absteiger vom VfL Simmertal beim 8:0 gehörig – auch weil TSC-Offensivakteur Sebastian Meil gleich viermal einschoss. Der dritte Platz sprang am Ende für die Mannschaft von Trainer Florian Optiz heraus, die um drei Punkte die Aufstiegsspiele verpasste, die sie nun den Sportfreunden Bundenthal mit Spielertrainer Sebastian Reinert, dem Ex-Profi des 1. FC Kaiserslautern an der Seitenlinie, überlassen muss. Zu viele Punkte hatte der TSC, wie Co-Trainer Dennis Hirt immer wieder erklärte, im Laufe der Saison unnötig liegen lassen – und Opitz wollte sogar schon gar nicht mehr vom Aufstieg reden. Fünf Siege zum Saisonende lassen dennoch optimistisch auf die kommende Runde blicken.
Ungewohnt
Der vierte oder fünfte Platz sprang für den TV Althornbach seit Jahren immer und immer wieder in der B-Klasse West heraus. Regelmäßig verspielten die Althornbacher beste Ausgangspositionen.
Auch vor dem letzten Spieltag stand noch nicht sicher fest, dass der Platz an der Sonne, den sich der TVA erkämpft hatte, inne gehalten wird. Die Verfolger vom SV Hermersberg, mit einem 7:2 gegen den SV Bottenbach, und der SV Großsteinhausen mit einem 7:0 beim SV Palatia Contwig II gaben alles, um die Mannschaft von Trainer Janik Greinert noch abzufangen, die ihrerseits die schwierige Aufgabe hatte, Aufsteiger SV Ixheim zu besiegen. Doch was seit Jahren nicht gelang, sollte nun Wirklichkeit werden. Sebastian Legrums Treffer aus der 35. Minute reichte aus, um auswärts mit 1:0 zu siegen und den Meistersekt zu köpfen, während Großsteinhausen nun in die Relegation gegen den TuS Erfweiler um den Aufstieg in die A-Klasse kämpft.