Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Von Polizei bewacht: Ausgebüxte Bullen machen es sich am Kino bequem

Frühe Autofahrer und Spaziergänger trauten am Sonntagmorgen am Zweibrücker Kino ihren Augen kaum: Acht von einer Weide in Einöd
Frühe Autofahrer und Spaziergänger trauten am Sonntagmorgen am Zweibrücker Kino ihren Augen kaum: Acht von einer Weide in Einöd ausgebüxte Jungbullen hatten es sich auf einer kleinen Rasenfläche direkt neben dem Verkehrskreisel bequem gemacht.

Eine ausgebüxte Bullenherde hat am Sonntagmorgen die Zweibrücker Polizei auf Trab gehalten. Die Tiere hatten am Kino Station gemacht. Es handelte sich um Grenzgänger.

Ein ungewöhnlicher Anblick bot sich jungen Polizeibeamten, die am Sonntagmorgen gegen 7 Uhr zum Zweibrücker Kinokreisel nach Bubenhausen gerufen wurden. Denn dort hatten es sich acht stramme Jungbullen auf einer kleinen Grünfläche vor dem Kino Cinema Europa und direkt neben dem Verkehrskreisel gemütlich gemacht. Laut einem Polizisten, der vor Ort dabei war, stammen die Rinder von einer Weidefläche im benachbarten Einöd. Auch die Ohrmarken weisen sie eindeutig als Saarländer aus. Bei ihrer vermutlich nächtlichen Tour haben die acht Jungrinder somit die Landesgrenze überschritten.

Bis der Besitzer die Tiere wieder abholte, wurden diese von fünf Polizisten bewacht.
Bis der Besitzer die Tiere wieder abholte, wurden diese von fünf Polizisten bewacht.

Was genau die Tiere geritten hat, nach Zweibrücken zu marschieren, konnten die fünf Polizistinnen und Polizisten trotz mehrfacher Vernehmung der Grenzverletzer nicht herausfinden. Mehr als zwei Stunden lang bewachten die Beamten die friedlich im Gras liegenden Tiere, die sich neben einer Ladesäule für Elektroautos niedergelassen hatten und zahlreiche Schaulustige anzogen. Zufällig vorbeikommende Autofahrer trauten ihren Augen kaum – einige fuhren sogar eine Extrarunde über den Kinoparkplatz, um weitere Blicke zu erhaschen. Aber auch frühe Spaziergänger und Radfahrer betrachteten das tierische Spektakel im sich erst langsam auflösenden Nebel. Dank der guten Betreuung durch die Polizei gab es aber keinerlei Verkehrsbehinderungen.

Bullen lassen sich von Polizisten streicheln

„Sie lassen sich sogar streicheln“, sagte ein Polizist, während er und seine Kollegen auf den Besitzer aus Einöd warteten. Der hat seine Tiere gegen 9 Uhr wieder abgeholt. Nach seinen Angaben waren sie wohl durch ein Loch im Zaun von der Weide abgehauen. „Wir verstehen nicht, dass die Tiere auf ihrem Weg hierher niemand gesehen hat“, sagte ein Polizist. Allerdings waren die Einöder Jungbullen wohl mitten in der Nacht oder zumindest sehr früh am Tag unterwegs, der zunächst noch dichte Nebel tat bestimmt sein Übriges.

Die Ohrmarken weisen die geflüchteten Bullen eindeutig als Saarländer aus.
Die Ohrmarken weisen die geflüchteten Bullen eindeutig als Saarländer aus.

Möglicherweise wurden sie aber auch von Verkehrsteilnehmern versehentlich für verkleidete Narren auf ihrem späten Heimweg gehalten – schließlich gab es am Abend zuvor etliche Faschingsveranstaltungen in der Gegend. „Wir vermuten, die Tiere sind übers Wolfsloch hierhergekommen“, skizzierte ein Beamter die mögliche Fluchtroute. Ob tatsächlich das Kino in Zweibrücken Ziel der Bullenwanderung war, ist ebenfalls noch unklar. Immerhin laufen derzeit dort neben Captain America und einer Disney-Kinderschmonzette zwei Filme mit Tierbezug: „Paddington Bear in Peru“ sowie „Die drei Fragezeichen und der Karpatenhund“. Vielleicht ist den Tieren aber auch zu Ohren gekommen, dass im Zweibrücker Schlachthof nicht mehr geschlachtet wird und sie wähnten sich deshalb in der Südwestpfalz sicherer als im Saarland...

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