Zweibrücken
Von Patzern der Konkurrenz profitiert
PFERDESPORT: Jule-Maria Feld vom Reitsportverein Käshofen ist Rheinland-Pfalz-Meisterin im Springreiten der LM-Klasse. Bei der Landesmeisterschaft in Pirmasens-Winzeln sicherte sich die 22-jährige Medizinstudentin aus dem Saarland ihren ersten Titel. Charlotte Stuppi (RSV Käshofen) gewann Bronze.
PIRMASENS. Schon am Freitag zum Auftakt der Landesmeisterschaft ließ Jule-Maria Feld aufhorchen, als sie mit ihrem zwölf Jahre alten Schimmelwallach Chacomo die zweitschnellste Zeit hinlegte und die zweite Abteilung des L-Zeitspringens gewann. Im L-Springen am Samstag leistete sie sich einen Abwurf. Das warf sie auf Rang fünf zurück. „Ich hatte mir vorgenommen, drei ordentliche Runden zu zeigen“, erzählte Feld, „am Samstag hatte ich dann einen blöden Fehler gleich am ersten Sprung.“
Der war am Sonntag vergessen, als sie mit Chacomo zum Finale auf M*-Niveau einritt. Hochkonzentriert ging es durch den Parcours, das Tempo stimmte, am Ende stoppte die Uhr bei fehlerfreien 53,75 Sekunden. Es war die schnellste Zeit, sie sollte nicht unterboten werden. Und weil die vor ihr liegende Konkurrenz nicht fehlerfrei blieb, spülte es Feld im Klassement ganz nach vorne. Am Ende gewann sie nicht nur ihr erstes M*-Springen, sondern auch die Meisterschärpe.
Zwei Pferde im Käshofer Stall
Feld stammt aus Heusweiler-Eiweiler, seit sie in Homburg Medizin studiert, stehen ihre beiden Pferde in Käshofen im Stall der Familie Schäfer. „Seit diesem Jahr starte ich für dem RSV Käshofen“, erzählte sie, zuvor war sie für den Reiterverein Illingen unterwegs. Ihr Meisterschaftspferd Chacomo hat sie seit drei Jahren, „er hatte vorher noch nicht viel gemacht und ist nicht leicht zu handeln“. Felds Vereinskameradin Meike Kau wurde mit ihrer selbst gezogenen Stute Levissima Achte, Michael Rubly (RFV Bundenbacherhöhe) belegte mit Qui Bono Rang 17.
Abwürfe kosten Oberle den Titel
Kurios verlief die Amazonenkonkurrenz, bei der eine Serie von Abwürfen das Klassement im abschließenden schweren Springen auf den Kopf stellte. Die Mittelbacherin Anne Oberle vom RFV Zweibrücken lag mit Crunchip auf Medaillenkurs. Doch am Sonntag unterliefen ihr gleich zwei Fehler. Am Ende war sie Fünfte. Ein Abwurf weniger hätte ihr den Titel gebracht.
Ähnlich erging es ihrer 13-jährigen Tochter Marika Oberle, Titelverteidigerin in der Children-Klasse der Springreiter. Am Freitag lag sie nach einem fehlerfreien Zeitspringen auf Platz vier, am Samstag kassierte sie mit Locarno einen Abwurf. Im abschließenden Springen blieb sie fehlerfrei, weil aber auch die Konkurrenz ohne Abwurf blieb, musste sich die junge Mittelbacherin mit Rang vier begnügen.
Stuppi hat das richtige Pferd
Einen Rang besser war die Homburgerin Charlotte Stuppi (RSV Käshofen), die in der Children-Konkurrenz mit Asterix Bronze gewann. „Charlotte hat sich innerhalb eines Jahres gewaltig entwickelt. Das hat natürlich auch mit dem richtigen Pferd zu tun“, sagte Landes-Springtrainer Sepp Gemein mit Blick auf die Leistung der Zwölfjährigen. „Das Ganze muss sich jetzt festigen auf dem Niveau“, ergänzte er. Da Stuppi mittlerweile in den Bundeskader berufen wurde, hat sie ihren Startplatz bei den deutschen Jugendmeisterschaften am zweiten September-Wochenende im südpfälzischen Zeiskam sicher. Im Ponyspringen, wo sie 2018 noch Landesmeisterin geworden war, belegte sie nun mit ihrem Pony Mirrio den vierten Platz.