Kolumne Abseits RHEINPFALZ Plus Artikel Von Frierenden und Nicht-Frierenden

Hier wurde gespielt: Niklas Huber (rechts, Maßweiler-Höhmühlbach) blockt den Schuss von Samuel Knecht (Rieschweiler II).
Hier wurde gespielt: Niklas Huber (rechts, Maßweiler-Höhmühlbach) blockt den Schuss von Samuel Knecht (Rieschweiler II).

In der neusten Kolumne „Abseits“ dreht sich alles um das winterliche Wetter, seine Folgen und um Hartgesottene, denen es wohl egal ist.

Schnee und Frost à la Franz: Ja, ist denn heut scho Winter?

Da haben die Zweibrücker Sportfans am Wochenende mal richtig in die Röhre geguckt. Also bestenfalls. Denn der Schnellfall gegen Ende der Woche und die durchaus grimmigen Temperaturen dann am Wochenende sorgten dafür, dass der Fußball kaum eine Chance hatte. Rasen und Hartplätze waren unbespielbar, 35 Spiele waren in den fünf Klassen des Kreises angesetzt, 30-mal wurde abgesagt.

Und da die „Hornets“ mit ihren Kufen in Mannheim auf dem Eis standen, die Zweibrücker Handball-„Löwen“ spielfrei waren und sowohl die Basketballer der VT Zweibrücken als auch die Volleyballer des SVK Blieskastel/Zweibrücken auswärts im Einsatz waren, blieb fast nur das lange erste Wintersportwochenende in der ARD, wo an zwei Tagen Bob gefahren, Ski gesprungen und Ski gefahren wurde. Also Couch-Potato und den ganzen Tag Sport im Fernsehen. Doch halt, es gab Ausnahmen.

Der ganze Fußballkreis war vom Winter besetzt. Der ganze Kreis? Nein! Drei von hartgesottenen, unbeugsamen Kickern bevölkerte Dörfer hörten nicht auf, dem winterlichen Eindringling Widerstand zu leisten. In Ruhbank, Rieschweiler und Contwig wurde Fußball gespielt– bei letzteren jeweils sogar mit erster und zweiter Mannschaft auf Kunstrasen. Mal sehen, ob’s nächste Woche witterungsbedingt mit dem geplanten letzten vollen Spieltag vor der Winterpause klappt.

SG Rieschweiler: Nur dem Trainer frieren die Füße ab

Das Wetter war auch Thema bei der SG Rieschweiler, die ihren Gegner TuS Bedesbach-Patersbach vermeintlich klar mit 7:2 in die Schranken wies. „So deutlich war das Spiel gar nicht. Wenn wir nach der ersten Halbzeit mit 2:3 oder 2:4 hinten liegen, dürfen wir uns nicht beschweren“, sagte aber SGR-Trainer Björn Hüther, der mit seiner Mannschaft nach etwas mehr als der Hälfte der Landesliga-Partien auf Rang fünf liegt. Das 2:1 zur Pause sei etwas schmeichelhaft gewesen, danach lief es aber richtig rund; auch weil Top-Torjäger Simon Hauk insgesamt dreimal traf, Finn Kettering doppelt und Luis Neumüller und Benjamin Selgrad noch nachlegten. „Insgesamt ist das Ergebnis aber schon zu hoch ausgefallen.“

„Ich hätte angesichts der Wettermeldungen einen Tag zuvor nicht gedacht, dass wir spielen. Unsere Zweite hat zuvor auch gekickt. Wir sind morgens noch mal mit dem Bulldog drübergefahren, haben den Frost runtergeholt, und dann war der Rasen auch gut. Außer ein Meter an der Seitenauslinie war alles prima bespielbar“, sagt Hüther, der auch die frostigen Temperaturen als unproblematisch für die Spieler ansah. „Die merken das während der Partie gar nicht. Ich an der Seitenlinie habe natürlich schon kalte Füße, aber es war echt in Ordnung“, sagte der Übungsleiter.

Trotz des fünften Platzes ist der SGR-Trainer zwar nicht ganz zufrieden mit der bisherigen Saison, will sich aber nicht beschweren. „Wir wollen nicht vermessen sein, aber ein paar Punkte mehr könnten es schon sein. Die Entwicklung gegenüber den Vorjahren ist aber schon sehr gut“, bekräftigte Hüther.

Allee-Jogger: Zwischen Eskimo-Look und Muskelshirt

Zwischen Eskimo-Look und Muskel-Shirt war alles zu sehen am Sonntagmittag in der Zweibrücker Allee. Die Jogger, die sich am ersten TV-Skisportwochenende, wohl auch wegen des mangelnden Angebots an Sportereignissen vor Ort, joggenderweise selbst vor die Tür trauten, war anzusehen, dass das Temperaturempfinden doch unterschiedlich ist. Da war der Kurzhosenträger mit Basketball-Shorts, langen hochgezogenen Socken und eben T-Shirt. Während der Schneefall bereits so langsam einsetzte, zitterte der beobachtende Spaziergänger schon beim Anblick des Kurzhosenträgers. „Hartgesotten, was?“, entglitt es dem Spaziergänger dennoch, was der Jogger mit einem Lächeln beantwortete – oder doch eher mit einem Zähneklappern?

Hätte der Spaziergänger noch die weiteren Jogger gesehen, er wäre wohl in Ohnmacht gefallen. Denn neben wetterangepassten Läufern gab es da auch noch weniger Wetterfühlige: kurze Hose, Tennissocken und Muskelshirt. Die Haut dieses ganz harten Läufers war von der Kälte stark rot eingefärbt. Bleibt zu hoffen, dass sich das Training gelohnt hat und für den Fan der Sommermode keine Erkältung im Anmarsch ist.

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