Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Viele Vorgaben fürs neue Baugebiet

Dachbegrünung auf einem Haus in der Fasanerie.
Dachbegrünung auf einem Haus in der Fasanerie.

Die lange Liste von Vorgaben, die Bauherren im geplanten Baugebiet „Am Kirchberg“ in Ixheim auferlegt werden sollen, geht einigen Mitgliedern des Bauausschusses nicht weit genug. Sie fordern eine Photovoltaik-Pflicht auf den Dächern, Dachgrün auf Garagen und Häusern sowie den Einbau von Zisternen.

Hintergrund des Ganzen sind die Bedenken des Naturschutzbeirates, dass das Baugebiet dem Stadtteil eine wichtige Kaltluftschneise nimmt. Dass dem nicht so ist, erklärte Rainer Röckle vom Freiburger Büro Richter und Röckle, das das Mikroklima in der Stadt unter die Lupe nahm. Dessen Ergebnis in aller Kürze: Wichtig ist, dass es nachts abkühlt, damit die Leute schlafen können. Für die nächtliche Kaltluft sorgen in Zweibrücken vor allem die beiden großen Täler des Hornbachs und des Schwarzbachs. Das geplante Baugebiet spiele dabei keine große Rolle, da dort das Volumen der Kaltluft zu gering sei, um sich auf angrenzende Gebiete auszuwirken. Höchstens an den ersten Häusern in Tauben-/Keltenstraße könnte es geringfügig wärmer werden.

Helle Farben für die Zufahrt und Dächer begrünen

Röckles Rat lautete deshalb, darauf zu achten, dass nicht unnötig Wärme entsteht. Also die Häuser so zu planen, dass die Luft zwischen ihnen durchwehen kann und wenig Fläche versiegelt wird. Deshalb stehen für das Baugebiet eine Latte von Vorschriften im Raum. Für Fassaden, Wege, Zufahrten und Parkplätze sind helle Farben vorgeschrieben, Schottergärten sind wie vollversiegelte Flächen verboten, Dächer von Garagen und Nebengebäuden müssen begrünt sein. Vorgesehen ist auch ein Verbot von geschlossenen Mauern und Hecken oder Zäunen mit geschlossenem Sichtschutz.

Experte: Es kommt auf das rechte Maß an

Röckle sieht Hecken und Mauern eher unkritisch. Bei 1,5 Metern Höhe könne die Luft immer noch drüber. Diese bewege sich in etwa vier Metern Höhe. Ansonsten, so Röckle, könnte man auch die Bäume fällen, weil sie der Luft im Weg stehen. „Es kommt auf das rechte Maß an“, betonte der Meteorologe. Über Mauern und ihre Höhe wird deshalb noch einmal nachgedacht.

Einigen Mitgliedern des Ausschusses gingen die Vorschriften nicht weit genug. Norbert Pohlmann (Grüne) findet es nicht schlüssig, „dass Garagen begrünt werden müssen, aber die Dächer der Häuser nicht“. Er forderte, ebenso wie Dirk Schneider (Fraktion bürgernah), verpflichtendes Grün auf den Hausdächern. Thomas Eckerlein (CDU) will den Bauherren den Einbau von Zisternen im Boden und Photovoltaik auf dem Dach vorschreiben. „Wenn die Bürger nicht bereit sind, modern und ökologisch zu bauen und 6000 bis 10 000 Euro für Photovoltaik auszugeben, muss man das eben vorschreiben“, sagte Eckerlein.

Kleinere Grundstücke nicht sinnvoll

Thomas Körner (FWG) fragte, warum die Grundstücke nicht kleiner sind – um die 400 oder 450 Quadratmeter. Vorgesehen sind im Baugebiet 47 Grundstücke von 550 bis 850 Quadratmetern. Yvonne Volgger vom Planungsbüro Agsda aus Völklingen erklärte, dass kleinere Grundstücke nicht sinnvoll sind. Da nur 30 Prozent der Grundstücksfläche versiegelt werden dürfen (mit Ausnahmen 40 Prozent), sei bei kleineren Grundstücken kein vernünftiger Hausbau möglich. Bei 550 Quadratmetern blieben beispielsweise nur 165 Quadratmeter für Haus und Garage und andere versiegelte Flächen – bei 400 Quadratmetern noch 120.

Rolf Franzen (CDU) war nun doch von dem Konzept für das Baugebiet überzeugt, wenn auch nicht so ganz. „Im Sinne junger Menschen mache ich aber mit“, sagte Franzen. Allerdings frage er sich, wie das Bauamt alle Vorgaben kontrollieren will. Die Pläne für das Baugebiet wollen die einzelnen Fraktionen nun für sich besprechen. Die Entscheidung wird im Stadtrat fallen.

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