Motorsport
Viel internationale Klasse beim Grasbahnrennen in Zweibrücken
„Am 14. Juli 1950“, weiß der Rennleiter und zweite Vorsitzender des Motorsportclubs, Andreas Rauch, sogar noch das genaue Datum des ersten Zweibrücker Grasbahnrennens. Der Grund zum Feiern schlägt sich auch in den Fahrerfeldern 2025 nieder. „Wir haben 14 Fahrer in der internationalen Soloklasse am Start. So viele hatten wir zuletzt irgendwann in den 90er-Jahren“, sagte Rauch. Zugute kam dem Veranstalter auch die diesjährige Terminierung: „Am Sonntag ist in ganz Europa kein Langbahnrennen. Das hat es natürlich einfacher gemacht, denn insgesamt werden es immer weniger Fahrer.“
Einige Fahrer nutzen das Rennen so zur Vorbereitung auf den ersten Lauf zur Langbahn-Weltmeisterschaft, der eine Woche später im bayrischen Mühldorf am Inn stattfindet. Mit dem Engländer Andrew Appleton, dem Franzosen Mathias Trésarrieu, dem Niederländer Dave Meijerink und den beiden Deutschen Stephan Katt und Daniel Spiller sind es gleich fünf Fahrer, die sowohl in Zweibrücken als auch in der vier Rennen umfassenden Grand-Prix-Serie mit Rennen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden dabei sind.
Anspruchsvolle Bahn
Hinzu kommt als Top-Favorit sicher auch der Niederländer Romano Hummel (der sich wegen einer schweren Verletzung nicht für den Grand Prix qualifizieren konnte). „Gerade Hummel und Meijerink fühlen sich auf der Grasbahn besonders wohl“, erklärt Rauch. „Das hängt wohl auch damit zusammen, dass es in unserem Nachbarland viele Grasbahnen gibt.“ Die sind um einiges schwerer zu fahren als die in der Regel ebenen Sandbahnen wie im südpfälzischen Herxheim.
Gerade auch die Zweibrücker Bahn auf der Rennwiese hat doch einige Schläge, was für die Zuschauer spektakulär, für die Fahrer aber sehr anspruchsvoll ist. Im Vorjahr gewann der Neuwittenbeker Stephan Katt, seit vielen Jahren Stammgast und immer noch WM-Teilnehmer. Hummel überzeugte 2022 sowohl mit dem Sieg in der Gesamtwertung als auch mit dem Gewinn der Silbernen Rose der Stadt Zweibrücken im Sonderlauf. Auch der letztjährige Gewinner der Silbernen Rose, der Finne Henri Ahlbom, startet wieder, genauso wie der Däne Jacob Bukhave, der Sieger des Jahres 2023.
ADAC vergibt „Silberhelm“
Wie hochwertig das Zweibrücker Rennen im deutschen Bahnsportkalender angesehen wird, zeigt eine weitere Auszeichnung: Der ADAC vergibt in diesem Jahr wieder den „Silberhelm von Deutschland“ an den Zweibrücken-Sieger. Eine Trophäe, die nur einmal im Jahr auf einer deutschen Grasbahn ausgefahren wird. „Darauf sind wir schon stolz“, sagte Andreas Rauch.
Auch die Besetzung der internationale Seitenwagenklasse kann sich mehr als sehen lassen: Mit dem Europameister Markus Venus mit Beifahrer Markus Eibl sowie den Briten Mitch Godden und Paul Smith sind die aktuell stärksten Gespanne Europas am Startband. Herausforderer hier sind unter anderem die deutschen Meister und „Fast-Zweibrücker“ (mit einem Zweibrücker Mechaniker) Manuel Maier und Lena Siebert sowie Immanuel Schramm mit Melanie Meier-Zengin, die Sieger von 2023.
Erstmals zwei eigene Clubfahrer
In der nationalen Soloklasse sind mit dem Blieskasteler Jeremias Ramus sowie Marvyn Katt erstmals zwei eigene Clubfahrer am Start. Weitere ausgefahrene Klassen sind die nationale Seitenwagenklasse und wie im Vorjahr Rennen mit Motocross-Motorrädern. Insgesamt gibt es 27 Rennläufe in fünf Klassen.
Viel Spektakel also beim 61. Zweibrücker ADAC Grasbahnrennen. Aber wieso eigentlich „erst“ 61 Rennen in 75 Jahren? Rennleiter Rauch kennt den Grund: „Die ersten neun Rennen fanden von 1950 bis 1958 statt. Danach hat sich der alte Verein aufgelöst, und der neue Verein ist nach einer Rennpause von vier Jahren 1963 erst wieder gestartet. Die restlichen Rennen fielen einem zwischenzeitlichem Zwei-Jahres-Rhythmus sowie der Corona-Pandemie zum Opfer.“
Trainingsbeginn ist am Sonntag um 9.30 Uhr, Die ersten Vorläufe starten um 11.30 Uhr. Die Hauptrennen beginnen um 13.30 Uhr, um 13 Uhr ist Fahrervorstellung.
Info
- Eintrittspreise: Erwachsene 17 Euro, Rentner 15 Euro, Jugendliche von 13 bis 17 Jahren, Schwerbehinderte (mit Ausweis) 10 Euro, Kinder bis zwölf Jahre nur 3 Euro
- Die Tribünen-Zusatzkarte kostet 10 Euro. Im Eintrittspreis enthalten ist der Eintritt ins Fahrerlager.