Golf
Verkrampfter Start kostet EG Westpfalz-Damen die Bundesliga
„Wenn wir nur einen Vierer gewonnen hätten.“ Um den Start in die Aufstiegsspiele drehten sich bei den Damen des Ersten Golfclubs Westpfalz (EGW) auch auf der Heimfahrt die meisten Gespräche. Durch den Verlust aller drei Vierer am Vormittag waren die Chancen auf den Aufstieg in die Golf-Bundesliga auf ein Minimum gesunken. Der 1. GC Fürth ließ sich denn auch auf der Anlage des GC München nicht mehr die Butter vom Brot nehmen, nutzte die 3:0-Führung, um die Partie vorzeitig zu entscheiden. Der Endstand von 5:4 wirkt knapper, als es wirklich war.
„Schade, aber man muss anerkennen, dass der Sieg von Fürth absolut in Ordnung geht“, resümierte die EGW-Teamkapitänin, die Pirmasenserin Andrea Pfersdorf. In den Vierern – hier bilden je zwei Spielerinnen, die abwechselnd an den Ball schlagen, ein Team – konnten die Golferinnen vom Hitscherhof nie ihr Leistungsvermögen abrufen. „Es begann irgendwie verkrampft, löste sich nicht und irgendwann klappt fast nichts mehr“, beschrieb Pfersdorf den Auftakt.
Weltmeisterin geschlagen
Fürth, von 2019 bis 2021 bereits Erstligist, kehrt nach dem Abstieg direkt in die Bundesliga zurück. Das Team um die amtierende bayerische Meisterin bei den Amateuren, Eva-Lucia Lindner, und die bayrische Meisterin von 2022, Franziska Bremm, ließ sich diese gute Ausgangsposition nicht mehr nehmen. Lisa Marie Schumacher gewann gegen Inga Nahtz und Jordan Fischer vollendete mit ihrem Erfolg gegen Sophie-Charlott Hempel die Mission Aufstieg für das Team aus Mittelfranken.
Hempel war zu dem Aufstiegsspiel aus Paris angereist, wo sie in der vergangenen Woche den Titel als Amateur-Weltmeisterin bei den Linkshänder-Golfern gewonnen hat. Auf vier Golfplätzen in Paris hatte die Pirmasenserin an vier Tagen gespielt und den Titel gewonnen. Als einzige Spielerin mit einem Minus-Handicap war sie ihrer Favoritenrolle vollauf gerecht geworden, siegte mit 21 Schlägen Vorsprung.
Im Einzel besser
In München, wo das Aufstiegsspiel wieder als Lochspiel ausgetragen wurde, lief es für sie und ihre Teamkolleginnen nicht ganz so gut. Die noch laufenden vier Einzel wurden nicht mehr zu Ende gespielt, nachdem der Fürther Mannschaft der Gesamterfolg nicht mehr zu nehmen war. Die EGW-Golferinnen wurden in diesen Partien als Siegerinnen gewertet. 5:4 lautete folglich der Endstand. „Aber wir haben in den Einzeln deutlich besser gespielt als in den Vierern, haben wieder das gezeigt, was wir eigentlich können“, bilanzierte Pfersdorf.
Maxime Holletschek und Patrizia Schäfer, für die es nun in die USA an die Colleges geht, sowie Marie Martin und Marie Baertz lagen zu dem Zeitpunkt, als die Partien beendet wurden, entweder gleichauf oder sogar in Führung. Vor allem Marie Martin, die zunächst verhalten gegen Lindner gestartet war, steigerte sich enorm, setzte die bayerische Meisterin zunehmend unter Druck. „Die Chance, dass wir diese vier Einzel auch gewinnen, wenn zu Ende gespielt worden wäre, war absolut da“, resümierte Pfersdorf.
Aller guten Dinge sind drei?
In den Einzeln bewiesen die EGW-Golferinnen mit ihrer Leistung, dass sie zu Recht Meister der Mitte-Staffel geworden sind und sich den Einzug ins Aufstiegsspiel verdient hatten. Wirklich spannend hätte es nur werden können, „wenn wir einen Vierer gewonnen hätten“, lautete das Resümee des Tages.
Die Bedingungen auf der Münchener Anlage seien „wieder hervorragend gewesen“, stellte EGW-Vizepräsident Klaus Veith fest. Zum zweiten Mal in Folge hatten die EGW-Golferinnen in München um den Aufstieg in die Bundesliga gespielt. Dass es in der bayrischen Landeshauptstadt in den vergangenen Wochen deutlich mehr geregnet hat als in der Südwestpfalz, „war der Anlage deutlich anzusehen“, bestätigte Veith. Sattes Grün auf der gesamten Anlage. „Vielleicht sind ja aller guten Dinge drei“, sagte Pfersdorf mit Blick auf die kommende Saison.