Zweibrücken
Verkehrsunfälle: Deutlich weniger Verletzte
Ein Verkehrsunfall endete vergangenes Jahr in Zweibrücken tödlich: Auf der A8 zwischen Ixheim und Niederauerbach kam im September ein 82-Jähriger aus dem Kreis Südwestpfalz ums Leben. Laut Polizei ist die Anzahl an tödlichen Verkehrsunfällen seit Jahren konstant niedrig.
Die Polizei registrierte 2023 in Zweibrücken sechs Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten. Viermal wurde hier die Vorfahrt missachtet, zweimal zu schnell gefahren. 2021 und 2022 hatte es jeweils 15 Unfälle mit Schwerverletzten gegeben. Zurück ging vergangenes Jahr auch die Anzahl der Unfälle mit Leichtverletzten: Mit 97 sank sie im Vergleich zum Vorjahr um 13 Fälle. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik der Polizei hervor.
Zweibrücken verzeichnet somit wie auch der Rest des Landes einen deutlichen Rückgang an Verkehrsunfällen mit Verletzten. Und das, obwohl die Gesamtzahl an Verkehrsunfällen leicht gestiegen ist, um 66 Fälle auf 1195. Bei den allermeisten gab es allerdings nur Blechschaden zu verzeichnen. Und: Nach dem Corona-bedingten Rückgang der Vorjahre mit anschließender Normalisierung des Verkehrsaufkommens war laut Polizei ein solch moderater Anstieg zu erwarten.
Risikogruppen: Senioren und Junge
Zu den Hauptrisikogruppen – Gruppen, die im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Bevölkerung und ihrer Verkehrsteilnahme überdurchschnittlich oft an Verkehrsunfällen beteiligt sind – zählt die Polizei weiterhin Fahrerinnen und Fahrer ab 65 Jahren. 2023 gab es in Zweibrücken 291 Unfälle, an denen über 65-Jährige beteiligt waren. In 210 der 291 Fälle haben die älteren Verkehrsteilnehmer den Unfall verursacht. Dieser Anteil steigt laut Polizei seit Jahren leicht an, 2023 stelle einen neuen Höchststand dar – eine Entwicklung, die damit zu tun hat, dass die Bevölkerung generell immer älter wird.
Überproportional viele Unfälle verursachen ebenfalls seit Jahren junge Fahrerinnen und Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren: In Zweibrücken waren sie 2023 in 170 Fällen als Hauptverursacher beteiligt – eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr (143 Fälle). Die Hauptunfallursachen in dieser Gruppe waren zu geringer Sicherheitsabstand, zu schnelles Fahren und Fehler beim Ein- und Ausparken.
Fünf Kinder leicht verletzt
Bei acht Verkehrsunfällen waren 2023 Kinder beteiligt, fünf davon wurden leicht verletzt. Von ihnen waren drei mit dem Fahrrad und zwei zu Fuß unterwegs. Einer dieser Unfälle geschah auf dem Schulweg.
Minimal steigt laut Polizei die Anzahl der Unfälle, bei denen Alkohol, Drogen oder Medikamente im Spiel sind. 2023 waren es in Zweibrücken 25. Der Anteil solcher Unfälle am Gesamtunfallaufkommen liegt bei zwei Prozent. Bei den Unfällen unter Alkoholeinfluss erkenne man eine über Jahre weitgehend konstante Zahl, so die Polizei. Die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Drogen- beziehungsweise Medikamenteneinfluss stieg bis 2021 deutlich an. Seitdem fällt diese Zahl wieder und erreicht 2023 mit nur drei Verkehrsunfällen dieser Art einen neuen Tiefststand.
E-Scooter an zwei Unfällen beteiligt
Aufgrund der Diskussionen über E-Scooter hat die Polizei diese Sparte 2022 erstmals näher betrachtet. In der Stadt Zweibrücken kam es 2023 zu zwei E-Scooter-Unfällen, im Jahr davor waren es vier gewesen. In 22 Fällen wurden E-Scooter-Fahrer unter Alkohol, Drogen oder Medikamenten erwischt. Zudem gab es 22 Strafanzeigen wegen Führens eines E-Scooters ohne gültigen Versicherungsschutz.
Die Zahl der Unfallfluchten in der Stadt stieg 2023 im Vergleich zum Vorjahr leicht an: Mit 290 Fällen ereigneten sich 15 Fälle mehr als 2022. Unfallfluchten machten 2023 einen Anteil von 24 Prozent an der Gesamtunfallzahl aus. Die Polizei weist darauf hin, dass Unfallflucht ein Straftatbestand ist, kein Bagatelldelikt. Bei rund einem Viertel der Zweibrücker Unfälle entfernen sich die Verursacher unerlaubt und machen sich so strafbar. Knapp die Hälfte der Fälle konnte 2023 aufgeklärt werden.