Contwig
Vanessa läuft weg
Der Song ist ein Ohrwurm. Nach dem rhythmischen E-Gitarreninto kommt die Singer-Songwriterin schnell zur Sache: „Ich betrank mich an dem Tag, an dem du nicht mehr kamst“. Man ahnt es schon, es ist ein Song über Beziehungen, die nicht so sind, wie man sie sich wünscht. Die Mutter hat sie nie umarmt, der Vater nie mit ihr gesprochen. „Run“ handelt von den Probleme einer Frau mit den Menschen, die sie umgeben – und auch mit sich selbst: „Meine Lederjacke hilft mir, Selbstbewusstsein zu bekommen“ – natürlich alles auf Englisch und immer mit einem treibenden Rhythmus im Hintergrund.
Der Refrain ist dann klar: „I got to run, I’ll run, I’ll run, I’ll run“. Aber bevor er kommt, ist man schon gepackt von der Melodie, der Stimme, in der Wut und Wehmut zugleich stecken, und von der schnellen Musik, die ganz anders rüberkommt als beim Konzert, wo Vanessa stets allein, nur mit akustischer Gitarre, auf der Bühne sitzt.
Dank des Stipendiums Neustart Kultur konnte Vanessa Novak, die in Detroit geborene Tochter der Hornbacher Malerin Frauke Portscheller, ihren vierminütigen Song „Run“ als Bandarrangement im Klangkantine-Studio in Darmstadt aufnehmen – mit Deniz Alatas, dem Gitarristen der Busters, als wichtigstem Begleiter. Das gibt den Song den richtigen Drive.
„Run“ ist nun als Single und auf den gängigen Musikportalen zu hören. Auf Youtube gibt es außerdem ein kunstvolles Video dazu, aufgenommen in einem leeren Tanzstudio in Stockholm mit zwei jungen Tänzern, die allein über dem Boden schweben – wie die Figur im Song im Leben. Wann die heute in Darmstadt lebende Musikerin, die in der deutschen Americana-Szene einen festen Platz hat, wieder in die Pfalz kommt, steht aber noch nicht fest.
Info
vanessanovak.de