Zweibrücken Völlig selbstvergessen und souverän

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170 Tänzerinnen und ein Tänzer in malerischen, farbenfrohen Kostümen ließen am Sonntagnachmittag im Rosengarten bei strahlendblauem Himmel und hochsommerlichen Temperaturen den Zauber des Orients in einer faszinierenden Tanzshow lebendig werden.

Hinter der Bühne ging es sehr lebhaft zu. Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene waren etwas nervös vor ihrem Auftritt in der Show „Elmiras Orient“, die weit über Zweibrücken hinaus bekannt ist. „Seht mal, das gehört einfach dazu, ein bisschen Lampenfieber. Das haben auch die Profis noch“; sprach Tanzlehrerin Elena Loch ihnen Mut zu. Die in Kasachstan geborene Russlanddeutsche leitet eine Tanzschule, stellt sich aber auch internationalen Tanzwettbewerben. Im Vorjahr belegte sie mit ihrem Schlangentanz bei den Weltmeisterschaften in Moskau den vierten Platz. Mit Leib und Leben waren auch die Gruppen aus ihrer Tanzschule bei der Show dabei und gewährten den etwa 350 Besuchern einen Einblick in die Welt der orientalischen Tanzstile, die Loch in ihren fantasievollen Choreografien aufgreift, neu kombiniert und mit Elementen des Ausdrucks- und Gesellschaftstanzes zu einem ureigenen Stil weiterentwickelt. Temperamentvolle Musik mit schleppenden punktierten Rhythmen bildete den Hintergrund für den ersten Bauchtanz nach zentralasiatischem Vorbild. Tänzerinnen in dunkelblauen, silbergestickten, bauchfreien Kostümen und wallenden hellblauen Schleiern beschworen auf der Bühne des Rosengartens, die als Dekor nur einen Paravent mit durchbrochenen orientalischen Motiven als Symbol der Frauengemächer zeigte, in lockeren Formationen mit klaren, Raum greifenden Bewegungen das Flair Mittelasiens. In langen, kaftanartigen Kleidern mit hohem Beinschlitz präsentierten vier Frauen einen Stocktanz, in dessen kraftvollen Bewegungen künstlerische und akrobatische Elemente harmonisch miteinander verschmolzen. Lasziver Hüftschwung und geschmeidige Armbewegungen faszinierten die Besucher. Geboten wurde ein Zigeunertanz zu einer schluchzenden Geigenmelodie, die einen Kontrast zu den Körpern der Frauen bildete, die sich fast nur am Platz in kunstvollen Figuren bewegten. Ein Solo zu einer schmachtenden Ethnopopmelodie mit weichem Klavieranschlag bot eine Tänzerin in einem goldenen bauchfreien Kostüm mit weißem Schleier Gelegenheit zu einem hocherotischen Wiegen im Takt der Musik, völlig selbstvergessen und souverän, in einer Choreografie, die jede Stimmung und jede Emotion bis ins kleinste Detail in einem Dialog mit der Musik reflektierte. Schnell und wild präsentierte sich ein anderer Solobauchtanz in großen, Raum greifenden Gesten und Bewegungen, bei denen der ganze Körper im Rhythmus der Trommeln bebte. Sehr rassig und souverän zeigte sich Solistin Elena Loch in einem hochvirtuosen Bauchtanz mit schnellen, vibrierenden Bewegungen, die im Stil des Ausdruckstanzes den ganzen Körper mit einbezog. Wie Prinz und Prinzessin wirkte ein Kinderduo in blau-silbernen Kostümen mit einem Tanz in faszinierender Synchronie im Wechsel von Nähe und Distanz zum romantisch-weichen Summchor. Immer wieder klatschten die Zuschauer bei diesem rasanten Wirbel lebensprühender Tänze und pulsierender Rhythmen spontan mit, viele griffen auch nach ihren Smartphones und filmten einzelne Ausschnitte der Show.

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