Boulogne / Zweibrücken Unwetter: Katastrophenzustand in der französischen Partnerstadt
Bereits seit einer Woche kämpfen Zweibrückens französische Partnerstadt Boulogne-sur-Mer und ihre Nachbarkommunen mit anhaltendem Starkregen und mit Überflutungen, die vor Ort als „historisch“ bezeichnet werden. Am Donnerstag, 10 Uhr, hat die Präfektur in Arras, die Verwaltung des französischen Départements Pas-de-Calais an der Kanalküste, die Hochwasser-Warnstufe von „orange“ auf „rot“ heraufgesetzt. Schulen wurden geschlossen.
Nach Angaben der Tageszeitung „La Voix du Nord“ sind die regionalen Gemeinde- und Stadtverwaltungen aufgefordert, bis einschließlich Montag, 13. November, 12 Uhr, den Naturkatastrophenzustand auszurufen. Es drohten Gebäudeschäden, die von den üblichen Versicherungen nicht abgedeckt seien. Für den Fluss Liane, der durch Boulogne fließt, hat die Verwaltung am Donnerstagmorgen die höchste Überschwemmungswarnstufe ausgerufen.
Höchstwasserstand der Liane
Für die Nacht auf Freitag bereitet die Präfektur die Bevölkerung in Boulogne mit Handy-Notwarnsystemen auf einen drohenden historischen Höchstwasserstand der Liane vor. Auf X, früher Twitter, bestätigt die Behörde, dass bei Einsätzen von Polizei und anderen Ordnungskräften bereits Menschenleben hätten gerettet werden müssen – vor allem in der Nachbarstadt Montreuil. Bis jetzt werden bei den Unwettern sieben Verletzte gemeldet. Seit Dienstag seien im Raum Boulogne 5200 Menschen ohne fließendes Wasser. In der Präfektur wurde ein Krisenzentrum eingerichtet.
Laut Metéo France, dem staatlichen Wetterdienst, sind die Kanalisationen vieler Orte überfordert. In Teilen Nordfrankreichs sei in den vergangenen Tagen so viel Regen gefallen wie sonst in drei Monaten. Um diese Jahreszeit habe man eine solche Regenmenge in der Region Pas-de-Calais zuletzt vor 30 Jahren gemessen.