Zweibrücken Ungefiltert

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Was Kirk Saunders von Michael Wack hält, wo die Band Wille zur Macht gerne auftritt und dass Joachim Schreiner Anfang der 80er Jahre ausschließlich von der Musik lebte. Das alles erfährt man in dem rund 50-minütigen Dokumentarfilm „Zweibrücken Subculture“ von Fabian „Faber“ Knauber. Am Freitag hatte der Film im Zweibrücker Gasthaus Sutter vor rund 60 Zuschauern seine Premiere.

Eigentlich wollte der 25-Jährige einen Film über die Musikkultur Zweibrückens drehen. Knauber kommt aus Contwig und studiert an der Hochschule in Kaiserslautern Virtual Design. Noch zwei Wahlfächer fehlten ihm, diese Lücke wollte er mit einer filmischen Studienarbeit über Zweibrückens Musik füllen. „Mein Professor hat gemeint, dass ich das Thema ein wenig eingrenzen soll“, berichtet Faber. Also traf er eine Auswahl und konzentrierte sich auf die Musikszene rund ums „Gasthaus Sutter“. Eine weise Entscheidung, wie Knauber im Nachgang gerne zugibt. „Anders wäre es viel zu viel gewesen.“ Der Pächter der Szene-Kneipe Gasthaus Sutter mischte selbst in der Musikkultur der Stadt mit, war Mitglied von Bands wie Lain, Nasse Hunde und Band Aids. Folgerichtig hat Peter Rohr auch das erste Wort im Film, berichtet über die Anfänge im Sutter und über die Kunst, Konzerte zu veranstalten. Ebenfalls zu Wort kommen Mitglieder der Band Rage of Samedi, Dominik Klein, eine Hälfte des Duos Wille zur Macht, Thomas Hartfelder alias Barre Hard, Joachim Schreiner, Musikfan Denis Seibert und Kirk Saunders. Die Interviews sind angereichert mit Musik der Szene, kurzen Live-Videos oder alten Fotos. Der Film lebt von der Authenzität der Befragten, von ihren ungefilterten, geradeaus formulierten Antworten. Dominik Klein etwa gibt zu, dass ein Grund, Gitarre zu spielen, immer der Wunsch sei, „Mädels zu beeindrucken“, dass das aber „nie funktioniert“. Rage of Samedi geben Einblicke in den Tour-Alltag in England, bei dem die Band mit einigen ihrer Idole von Crowbar auf der Bühne stand. Joachim Schreiner philosophiert darüber, warum es heute ungleich schwerer ist, Konzerte zu spielen und damit einen Lebensunterhalt zu verdienen. Dass die Interviewpartner Knaubers an einigen Stellen schwer zu verstehen sind, stört dabei kaum. Der Ton während der Interviews war nicht immer optimal, zudem ist die Akustik im Schankraum des Gasthauses Sutter verbesserungswürdig. Technische Schwächen werden von der Vertrautheit wettgemacht. Die Menschen auf der Leinwand sind bekannt, ihnen ist man schon mal begegnet. Und wer etwas nicht verstanden hat, kann an der Theke im Sutter einfach noch mal bei den Betreffenden nachfragen. Nach Ende der Filmvorführung gibt es Applaus. Erfolgreich war Knauber schon vor der Anerkennung durch das Kneipen-Publikum. Seine Arbeit, bei der er von seinem Cousin Felix Knauber (Kamera) und Jacqueline Hub (Sprecherin) unterstützt wurde, bekam die Note 1,3. Vielleicht, ja vielleicht wird der Film ja noch ausgebaut. Seine Bachelor-Arbeit steht noch aus, und die könnte auch wieder mit einem Film abgeschlossen werden. „Das wäre eine Option“, sinniert Knauber, der, bevor er die Abschlussarbeit angehen kann, zunächst ein Praktikum in der Vorderpfalz absolvieren will. Kontakt habe er noch mit einigen Köpfen der Zweibrücker Szene gehabt, mit Blick auf die Materialfülle – gut zwei Drittel der gefilmten Interviews fielen der Schere zum Opfer – aber klare Grenzen ziehen müssen. Die Gesprächspartner gehen ihm mit Sicherheit nicht aus. Wohl aber die 30 DVDs, die er produziert hat. Der Inhalt der Schachtel ging am Freitag sichtlich zur Neige. (Foto: Faber Artdesign) DVD Wer eine DVD des Dokumentarfilms „Zweibrücker Subculture“ bestellen will, kann mit Fabian Knauber über seine Website www.faber-artdesign.jimdo.com Kontakt aufnehmen. Sie kostet fünf Euro.

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