Zweibrücken Unendliche Weite im grünen Zimmer

Plastisch, zum Greifen nah - die Landschaftsaufnahmen von Jörg Heieck sind so naturalistisch, dass man den Eindruck hat, man stünde mittendrin. Im Zweibrücker Stadtmuseum ist diese Serie mit menschenlosen Farbfeldern der Westpfalz kombiniert mit schwarz-weißen Fotos, in denen die Menschen ganz scharf sind und alles andere verwischt. Dazu gehören eigens in und für Zweibrücken entstandene Scharf-unscharf-Fotos.
Die Felder haben richtig Struktur: Man erkennt Rillen, Linien, Rundungen. Die Größe der Fotos - 150 x 75 Zentimeter - und die Leuchtkraft der Farben tun ein Übriges, dass man staunt. Man staunt, weil man sich nie richtig Zeit nimmt, wenn man auf der Landstraße durch die Westpfalz fährt, die Felder richtig anzusehen. Man staunt auch über den Ausschnitt, den er Fotograf wählte, denn er suggeriert unendliche Weite, über das Licht und über unerwartete kleine Ornamente, die man erkennt, wenn man länger ein Foto betrachtet. Dann taucht plötzlich in einer der Furche ein kleiner Lichtfleck auf: eine blühende Pflanze. Ein weiterer Reiz besteht darin, dass die Landschaften geordnet sind: so gibt es ein grünes Zimmer und ein rotes.
Jörg Heieck, geboren 1964 in Münster, aufgewachsen in Otterbach bei Kaiserslautern, hat immer eine Kamera dabei, wenn er über Land fährt, doch die meisten Arbeiten entstehen nicht zufällig, sondern bei gezielten Fahrten.