Zweibrücken Umfrage: „Ich habe mich hier immer wohlgefühlt“

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Das Evangelische Krankenhaus schließt Ende September für immer. Nicht nur Mitarbeiter sind betroffen, auch Kranke. Die RHEINPFALZ hat zwei Patienten und eine Patientenbetreuerin gefragt, was die Schließung für sie bedeutet.

Manuel Schwarz

wohnt in Contwig und ist seit Anfang des Jahres Patient im Evangelischen. „Nach einem Arbeitsunfall war ich die ganze Zeit bei meinem Durchgangsarzt in Homburg in Behandlung und bin gewechselt, weil Steffen Heinzmann hier Handchirurg ist und ich mich hier besser aufgehoben gefühlt habe. Ich fühle mich noch immer gut aufgehoben“, erzählt er. Schwarz bedauert, dass er sich nun einen anderen Arzt suchen muss. „Ich arbeite zwar wieder, bin aber noch regelmäßig in Behandlung und hole mir Rezepte ab für Ergotherapie und Schmerzmedikation.“ Schwarz fühlt sich mit dem Evangelischen verbunden. „Egal, was war, ich bin immer hergekommen, weil ich mich hier wohler fühle als im katholischen Krankenhaus. Im September muss ich dann wohl gezwungenermaßen zu den Katholischen wechseln.“ Theo Dauber aus Zweibrücken ist 79 Jahre alt und nach einem Unfall seit einer Woche Patient am Oberen Himmelsberg. „Ich hatte einen Rippenbruch, bin nachmittags eingeliefert worden, war eine Nacht auf Station, bin jetzt im vierten Stock untergebracht. Jetzt brauche ich meine Papiere für die Entlassung“, erzählt er. „Mit der Behandlung bin ich sehr, sehr zufrieden. Und ich bin zufrieden mit dem Personal. Ich bedauere sehr, dass diese Klinik kaputtgehen soll. Vor allem, weil man schon Jahre weiß, was läuft. Es ist wirklich schlimm, dass man eine Klinik auf diese Art und Weise schließen muss“, sagt der Pensionär. Im vierten Stock seien die Gänge nicht leer, da sei beinahe jedes Zimmer belegt. Auf die Frage, an welche Klinik er sich künftig wendet, antwortet Theo Dauber: „Ich hoffe, dass ich nicht mehr in ein Krankenhaus muss. Das Krankenhaus unten, das Nardini-Klinikum, ist deutlich überbelegt. Wo geht man da hin?“, stellt er die Gegenfrage. „Dort, wo man noch was kriegt.“ Das sei dann immer mit Fahrerei verbunden. „Ältere Leute müssten dann nach Landstuhl oder Pirmasens fahren. Für Ältere oder Menschen ohne Fahrzeug ist das dann ganz schlimm.“ Theresia Schindler ist keine Patientin des Evangelischen Krankenhauses. Die Mitarbeiterin des St. Ingberter Jugendamtes begleitet eine Patientin im Rahmen der ambulanten Familienhilfe ins Krankenhaus. Die Patientin möchte sich im Evangelischen operieren lassen, um abzunehmen. Schindler begleitet regelmäßig Familien, die in einer Krise oder in irgendeiner Form beeinträchtigt sind, auch ins Krankenhaus. Die Frau, mit der Schindler unterwegs ist, hat ein sehr quirliges Kind. Die Mutter kann aber selten das Haus verlassen, weil sie stark übergewichtig ist. Zwar hat St. Ingbert mit dem Kreiskrankenhaus eine eigene Klinik, aber Schindler setzt aufs Evangelische Krankenhaus in Zweibrücken, wenn es um diese spezielle Therapie geht. „Eine Kollegin und andere Klienten wurden hier schon operiert. Ich habe immer nur das Beste gehört über das Haus. Eine Bekannte hat hier vor Jahren in einer sehr kritischen Situation entbunden mit viel Blutverlust, und es hat trotzdem alles super geklappt. Die haben das alles sehr gut und professionell hingekriegt. Mutter und Kind waren gesund“, erinnert sie sich. Die Adipositas-Behandlung, die Behandlung stark Übergewichtiger, genieße einen sehr guten Ruf. Alle Menschen, die hier entlassen wurden, hätten abgenommen und seien in ein besseres Leben gegangen. „Ich habe gute Erfahrungen über die Landesgrenze hinweg gemacht mit dem Evangelischen“, macht die Jugendbegleiterin deutlich. Von der Schließung hält sie nichts, schließlich sei das Evangelische eines der Krankenhäuser, welche die Adipositas-Behandlung mit am längsten anbieten. „Dieser Erfahrungsschatz geht dann verloren oder verteilt sich auf viele Häuser. Diese Fachkompetenz wird es so geballt dann nicht mehr geben“, befürchtet die 40-Jährige. (Fotos: 3 Moschel) |mml

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