Zweibrücken Ukraine: „Riesige Herausforderung“, unerwartet große Hilfsbereitschaft

Es sei theoretisch denkbar, auch die Betonhäuschen auf dem Flugplatz wieder als Unterkünfte zu benutzen, aber „das geht nicht vo
Es sei theoretisch denkbar, auch die Betonhäuschen auf dem Flugplatz wieder als Unterkünfte zu benutzen, aber »das geht nicht von jetzt auf gleich«.

Der große Ansturm an Flüchtlingen aus der Ukraine sei in Zweibrücken noch nicht angekommen. Das sagte Sozialamtsleiter Tim Edinger am Mittwochabend im Stadtrat. 120 Ukrainer hätten bei der Stadt vorgesprochen, aber nicht alle seien geblieben.

Von Thomas Büffel

„Die Situation in der Ukraine ist dramatisch. Wir stehen vor einer riesigen Herausforderung“, erläuterte Edinger. Er sagte aber auch: „Wir fühlen uns recht gut vorbereitet.“ 26 Personen hätten mittlerweile Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz erhalten. Man habe derzeit 48 freie Plätze zum Wohnen, und die Stadt sei dabei, 27 Plätze in sechs weiteren Wohnungen zu schaffen. Dazu kämen zwölf Wohnungen der Gewobau mit 50 bis 80 Plätzen. Insgesamt komme man derzeit auf 150 verfügbare Plätze. Dazu kämen Angebote von Privatleuten. Edinger sprach von einer großen Hilfsbereitschaft, die man so nicht erwartet habe. Es sei theoretisch denkbar, auch die Betonhäuschen auf dem Flugplatz wieder als Unterkünfte zu nutzen. Das müsse man aber mit dem Land klären, und man brauche Vorlaufzeit, um beispielsweise sanitäre Anlagen zu schaffen: „Das geht nicht von jetzt auf gleich.“

Wer aus der Ukraine kommt und hier bei Verwandten oder Bekannten unterkommt, könne hierbleiben, alle anderen sollten sich zunächst in den Aufnahme-Einrichtungen in Trier oder Speyer melden. Auch wer in Zweibrücken bleibt, soll sich bei der Ausländerbehörde melden und sich danach beim Einwohnermeldeamt registrieren lassen.

Erste ukrainische Kinder besuchen die Schule

Laut Bürgermeister Christian Gauf gehen bereits erste ukrainische Kinder in Zweibrücker Schulen. Die Beigeordnete Christina Rauch kündigte an, dass man zusammen mit der Volkshochschule Deutschkurse anbieten möchte. „Wir tun unser Bestes, dass sich die Leute hier wohlfühlen“ versicherte sie. Oberbürgermeister Marold Wosnitza freute sich, „wie schnell wir reagieren können“, und fand: „Wir sind so langsam etwas krisenerprobt.“

Gewobau schafft Wohnraum in der Canadasiedlung

Die Gesellschaft für Wohnen und Bauen (Gewobau) bereitet zurzeit 16 Wohnungen in der Canadasiedlung für den kurzfristigen Bezug durch ukrainische Geflüchtete vor. Gegenüber der RHEINPFALZ spricht Gewobau-Geschäftsführer Jörg Eschmann von zwei Wohnblöcken, die schon seit einiger Zeit leer stehen, unweit des Seniorenheims Haus Kana: Obwohl die beiden Blöcke derzeit noch in recht gutem Zustand seien, sind sie mittelfristig für den Abriss vorgesehen. In der aktuellen Situation könnten sie aber noch gute Dienste leisten.

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