Prellball RHEINPFALZ Plus Artikel TV Rieschweiler: Mit Tattoo-Stift und hartem Training zur DM-Endrunde

Haben am Wochenende einen weiten Weg vor sich zur Endrunde um die deutsche Prellball-Meisterschaft: die Schülerinnen und Schüler
Haben am Wochenende einen weiten Weg vor sich zur Endrunde um die deutsche Prellball-Meisterschaft: die Schülerinnen und Schüler des TV Rieschweiler mit (hinten von links) Mary Wirachowski, Franziska Mayerhöfer, Jule Semmet (dahinter), Lilli Roos, Johanna Dewes, Marius Petry und Damian Deck sowie (vorne von links) Trainerin Lena Hettrich, Antonia Wies, Tobias Dewes, Noah Danner, Paul Ritschar und Trainer Andreas Deck. Auf dem Foto fehlt der verletzte Lenny Florl.

Die Schülermannschaften des TV Rieschweiler sind ganz schön aufgeregt vor der Endrunde um die deutsche Meisterschaft am Wochenende im norddeutschen Sittensen.

Wie aufgeregt die Schülerinnen und Schüler vor der Fahrt nach Sittensen zwischen Bremen und Hamburg sind, zeigte am Dienstagabend das unentwegte „Geschnatter“ derjenigen Spieler, die gerade nicht am Trainingsspiel teilnehmen, auf der Auswechselbank in der Rieschweiler Grundschulturnhalle. Die Rieschweiler Prellball-Mädchen haben sich gut vorbereitet auf die DM-Endrunde der Schülerklasse (elf bis 14 Jahre) und der Jugend (15 bis 18 Jahre) mit je zehn Mannschaften in jeder Altersklasse am Samstag und Sonntag – nicht nur sportlich. „Sie haben ausgemacht, dass sie alle mit roten Haarbändern auflaufen“, berichtet Trainerin Lena Hettrich, die den Nachwuchs zusammen mit Andreas Deck und Jessica Deck im Training anleitet. Dazu habe sie noch einen Tattoo-Stift in Glitzer-Rot besorgt, mit dem sich die Mädels ihre Vereinszugehörigkeit gut sichtbar auf die Arme schreiben wollen. Und der komplette TVR-Nachwuchs läuft mit personalisierten Socken samt Vereinslogo auf – ein Weihnachtsgeschenk des Turnvereins an die Jugendlichen.

Die Rieschweiler Prellballerinen hatten sich Mitte März bei den süddeutschen Meisterschaften in Weiler im Allgäu mit dem dritten Platz für die DM-Endrunde qualifiziert. Das noch junge TVR-Team war im Halbfinale hauchdünn am TSV Rißtissen gescheitert (33:34), hatte dann aber noch den TSV Ohorn mit 34:28 klar geschlagen. Jetzt in Sittensen müssen Lilli Roos, Antonia Wies, Jule Semmet, Franziska Mayerhöfer und Mary Wirachowski sich zunächst in der Vorrundengruppe B gegen den TV Huchenfeld, den MTV Eiche Schönebeck, den TV Sottrum und den TV Winterhagen eine gute Ausgangsbasis für den zweiten Turniertag verschaffen. Die Zwischenrunde soll laut Lena Hettrich und Andreas Deck auf jeden Fall drin sein – „und am Ende vielleicht die beste Mannschaft aus dem Süden Deutschland werden“.

Dreimal Training pro Woche

Dafür wurde zuletzt dreimal eineinhalb Stunden statt sonst zweimal pro Woche trainiert, auch die ganzen Osterferien durch. „Man hat gemerkt, dass alle ein besonderes Ziel vor Augen haben, sie haben hart trainiert“, lobten Hettrich und Deck unisono.

Für die Rieschweiler Jungs war das Training aus einem bestimmten Grund noch schwieriger. Ausgerechnet der wichtige Schlagmann Lenny Florl hatte sich vor vier Wochen bei einem Schulunfall den Fuß gebrochen und fällt am Wochenende aus. „Wir müssen nun in einer komplett anderen Aufstellung antreten, für Lenny muss jemand von vorne nach hinten wechseln. Dazu haben wir die ganzen Ferien über verschiedene Aufstellungen im Training ausprobiert“, erklärt Lena Hettrich.

Das Team hat eine Aufstellung gefunden, Florls Fehlen schmälert die Chancen aber doch deutlich. „Als süddeutscher Meister wären wir mit Lenny sicher als Favorit ins Turnier gegangen. Wir hatten uns schon eine Endspielteilnahme erhofft“, erläutert Manfred Hettrich, „Spiritus Rector“ der Rieschweiler Prellballer. Nun sei der DM-Weg schwer einzuschätzen. „Alles ist möglich, Letzter werden wir aber sicher nicht“, sagt Manfred Hettrich. Im Allgäu hatten die Jungs sich mit sechs Siegen – darunter die deutlichen Erfolge gegen Ohorn im Halbfinale (42:31) und den TV Freiburg Herdern 1 im Endspiel (45:20) – souverän den Titel des süddeutschen Meisters gesichert.

Strapaziöse Anreise

Die TVR-Jungs hätten daher komplett sicher gute Chancen gehabt, es Alexander Volnhals, Niklas Resch, Niklas Speer und Leo Hettrich nachzumachen, die 2011 den DM-Titel bei den Schülern gewannen. Volnhals, Speer und Resch gehören heute zum erfolgreichen Aktiven-Team des TVR.

Vor der DM-Endrunde haben die TVR-Prellballer aber noch eine über 600 Kilometer lange, strapaziöse Anreise am Freitag vor sich. „Gott sei Dank haben alle dankenswerterweise am Freitag und am Montag schulfrei bekommen“, blickt Lena Hettrich auf auch schon die späte Rückankunft mitten in der Nacht zum Montag voraus. Los geht’s für die TVR-Prellballer am Freitag um 6 Uhr, in Karlsruhe steigen die Rieschweilerer dann in einen Doppeldeckerbus mit anderen Mannschaften zu.

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