Prellball RHEINPFALZ Plus Artikel TV Rieschweiler bucht trotz durchwachsenem Spieltag das Ticket für die DM-Endrunde

Alexander (hinten) und Maic Volnhals vom TV Rieschweiler kamen mit den Herren 1 des TV Rieschweiler am Heimspieltag in Contwig i
Alexander (hinten) und Maic Volnhals vom TV Rieschweiler kamen mit den Herren 1 des TV Rieschweiler am Heimspieltag in Contwig in vier Spielen auf einen Sieg und ein Unentschieden.

Die Brüder Maic und Alexander Volnhals spielen von Kindesbeinen an beim TV Rieschweiler Prellball. Gerade hat das Bruderpaar mit seinem Team – wie die TVR-Frauen – ein Berlin-Ticket gebucht.

Nicht den besten Tag haben am Samstag die Prellballer des TV Rieschweiler erwischt. Am dritten Spieltag der Bundesliga Süd startete die erste Herren-Mannschaft in der Contwiger IGS-Halle punktgleich mit zwei weiteren Mannschaften vom dritten Tabellenplatz, um nach einem Sieg, einem Remis und zwei verlorenen Spielen am Abend auf Rang fünf (15:9 Punkte) abzurutschen. Das macht aber nichts, da sich jeweils die ersten Fünf der Tabelle bei Männern und Frauen für die DM-Endrunde am 22./23. März in Berlin qualifizieren, und die TVR-Herren am vierten Spieltag von Rang fünf nicht mehr verdrängt werden können.

Zwei wesentliche Leistungsträger des TV Rieschweiler sind neben Niklas Speer und Niklas Resch die Brüder Maic und Alexander Volnhals, die in Rieschweiler aufgewachsen sind und ihrem Verein seit vielen Jahren die Treue halten – obwohl sie beide nicht mehr in Rieschweiler wohnen.

Maic Volnhals ist 29 Jahre alt und von Beruf Elektroingenieur. Er wohnt in Blieskastel, ist verheiratet und arbeitet in Pirmasens bei PSB. Sein Bruder Alexander ist 27 Jahre alt, verdient sein Geld als IT-Feldwebel bei der Bundeswehr in Marburg, ist ebenfalls verheiratet und Vater von zwei Kindern. Prellball ist die einzige Ballsportart, die die Brüder betreiben, beide besuchen aber regelmäßig ein Fitness-Studio, was man an ihren sehr muskulösen Bizepsen erkennen kann.

Realität contra Wünsche

Sowohl Maic als auch Alexander Volnhals spielen seit ihrer Kindheit Prellball in Rieschweiler. „Seit mindestens 20 Jahren“, sagt Maic Volnhals. Bereits im Grundschulalter haben sie zum ersten Mal den Ball über die Schnur geprellt, sind sich beide einig. „Wir sind beide hier großgeworden und später weggezogen“ erzählt Alexander Volnhals.

Vor dem dritten Bundesliga-Spieltag waren sie noch optimistisch, aber trotzdem realistisch, was die Tabellenlage angeht. „Theoretisch könnten wir noch Erster werden in der Bundesliga Süd. Aber nur, wenn der Erste, der TSV Ludwigshafen, verlieren und wir alle Spiele gewinnen würden. Und das ist sehr, sehr unwahrscheinlich“, erklärte Maic Volnhals nach dem ersten Spiel, das seine Mannschaft gegen die eigene, zweite Mannschaft des TV Rieschweiler deutlich mit 48:20 gewonnen hatte. „Realistisch ist das eher nicht“, assistierte sein Bruder Alexander. Vielmehr sei der zweite Tabellenplatz eventuell möglich.

Starkes Remis gegen den Favoriten

„In dieser Saison kommen wir an Ludwigshafen nicht vorbei“, schätzte der Jüngere der Brüder die Aussichten ein. Erster in der Tabelle waren die Rieschweiler Jungs in den vergangenen Jahren nie. „Immer nur Zweiter in der Bundesliga. Seit mindestens fünf Jahren sind die Ludwigshafener abonniert auf den ersten Platz, wir sind so eine Art Steigbügelhalter für die“, so Maic Volnhals. Früher, als beide noch in der Jugendklasse gespielt haben, sei das anders gewesen, da habe man es auch mal auf Platz eins geschafft. Diesmal trotzten die Rieschweiler Herren in ihrem letzten Heimspiel des Tages dem TSV aber doch mal ein starkes 29:29-Unentschieden ab.

Neben dem Engagement als Spieler der Mannschaft hat Maic Volnhals mittlerweile auch administrative Aufgaben in der Prellball-Abteilung übernommen. Er kümmert sich um äußere Angelegenheiten und um alles, was mit Meldungen zu tun hat. Dabei sei er vom Abteilungsvorsitzenden Leo Hettrich und dessen Vater Manfred, der grauen Eminenz des TVR-Prellballs, gut eingearbeitet worden. Daher ist dies keine allzu große Belastung neben dem Sport für ihn. „Das ist parallel zum Training machbar“, erklärt er.

Freundschaftliches Verhältnis zu anderen Vereinen

Ein Vereinswechsel hat für keinen der beiden je zur Debatte gestanden; Anlass oder Lust dazu hatten sie nie. „Ich habe eine Zeitlang in Weinheim gewohnt und durfte dann freundlicherweise drei Jahre lang in Ludwigshafen mittrainieren. Bei Spielen und auch bei den deutschen Meisterschaften habe ich aber immer für Rieschweiler gespielt. Und das kommt mir auch nicht anders in den Sinn“, erklärt Alexander Volnhals eindeutig. Beide Brüder sind eng mit dem Verein verbunden. „Ich wohne zwar mittlerweile in Marburg, aber mein Elternhaus ist noch immer in Rieschweiler“, sagt der Jüngere der beiden.

Da Prellball eine Randsportart ist, kennt man sich untereinander. Die Szene sei überschaubar, Abwerbeversuche gebe es so gut wie nie. Alle seien eine große Familie und das Verhältnis zu anderen Vereinen meist sehr freundschaftlich und kollegial, bekräftigen die Prellballbrüder. Man spiele auch regelmäßig Hobbyturniere, damit der Sport weiterlebt.

Frauen verlieren nur einmal

Bei den Spieltagen gebe es neben den vier Bundesliga-Spielen, die in die Wertung eingehen, auch immer ein Freundschaftsspiel, das nicht gewertet werde. „Im Süden ist mehr Zusammenhalt, in der Bundesliga Nord hingegen ist der Konkurrenzkampf viel stärker. Da sind auch mehr Mannschaften unterwegs“, erklärt Maic Volnhals. Der Prellball-Äquator verläuft seinen Worten zufolge seit der Eingliederung der ehemaligen Sektion West in den Nordbereich durch Hessen. Fahrtwege bis nach Bayern sind für die beiden Brüder und ihr Team die weiteste Anreise. Weiler im Allgäu liegt rund vier Stunden Fahrtzeit von Rieschweiler weg, oft übernachten die Spieler deshalb in der Nacht vor einem Spieltag dort im Hotel.

Die Rieschweiler Frauen 1 haben einen besseren Heimspieltag als die Herren hingelegt. Sie verloren nur ihr Spiel gegen verlustpunktfreien Spitzenreiter TV Winterhagen (29:32) und liegen punktgleich mit dem TV Freiburg St. Georgen (26:6) auf Rang zwei der Tabelle – und dürfen auch schon auf die Suche nach einem Hotel in Berlin gehen.

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